Experimentelle Skulpturen aus Wolle, Absperrbändern, Müllsäcken, Draht oder Videobändern. Objekte, die sich dem klassischen Materialkanon der Bildhauerei entziehen und die gerade hierdurch eine ebenso eigenwillige wie auch eigenständige skulpturale Qualität entwickeln.
Die Künstlerin Katharina Krenkel arbeitet seit mehr als 30 Jahren mit textilen Werkstoffen und unkonventionellen Materialien, aus denen sie Soft Sculptures – weiche Skulpturen – komponiert. Ihre gestickten Grafiken und Zeichnungen sowie die gehäkelten Druckvorlagen basieren auf linearen Strukturen, aus denen ins Dreidimensionale wuchernde skulpturale Gebilde erwachsen.
Gebirgslandschaften, Wollbiotope, Oktopus Tentakel, überdimensionierte Ungeziefer, züngelnde Flammen, Stillleben oder weibliche Accessoires und ballartige Wassermassen, die sich bei einer Ausstellung aus den Fenstern des saarländischen Landtages ergossen.
Im »Häkellabor« von Katharina Krenkel entstehen Welten, die zwischen niedlich-anziehender Gegenständlichkeit und potenzieller Gefährdung changieren. Mit ihrer Arbeit an weichen Körpern und Räumen betreibt die Künstlerin eine visuelle und haptische Materialforschung, aus der eine Wunderkammer mit Objekten aus Botanik, Zoologie und menschlichen Alltagsszenarien hervorgeht.
"Ich bin Bildhauerin mit Häkelnadel und Wolle", so die Künstlerin selbst.
Mit der Verwendung textiler Materialien in der Bildhauerei steht Katharina Krenkel in einer ab den 1970er Jahren von Künstlerinnen wie Judy Chicago, Louise Bourgeois und Rosemarie Trockel initiierten Tradition, die klassische Hierarchien der Kunstproduktion in Frage stellte und die weiblich konnotierten Techniken des Häkelns und Stickens als bildnerische Produktionsverfahren etablierte.
Katharina Krenkels Soft Sculptures lösen ein intuitives Verlangen nach Berührung aus. Obwohl zunächst auf visuelle Wahrnehmung hin konzipiert, scheinen die textilen Objekte immer die sinnliche Erfahrung des Ertastens zu motivieren – man möchte sie anfassen.
In der Ausstellung im Laboratorium – Institut für aktuelle Kunst im Saarland wird ein Werkspektrum aus verschiedenen Themenbereichen der Kleinskulptur von Katharina Krenkel gezeigt, bei dem neben Objekten zum Anschauen erstmals auch ausgewiesene »Fummelzonen« eingerichtet sind, in denen Anfassen erlaubt ist. Den Erlebnisbereich zum Fummeln ergänzen eine springende Wand zum Schauen, ein Grafikkabinett zum Beobachten und eine Reihe von Stillleben zum Nichtberühren.
Katharina Krenkel, 1966 in Buenos Aires geboren und in Stuttgart aufgewachsen, studierte, nach der Grundlehre bei Oskar Holweck, von 1987 bis 1993 Kommunikationsdesign an der Fachhochschule des Saarlandes und an der Hochschule der Bildenden Künste Saar. Seit 1989 ist sie als freischaffende Künstlerin tätig.
Seitdem war sie im bundesweiten und internationalen Kunstgeschehen mit mehr als 140 Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten. Zusätzlich realisierte sie zahlreiche Projekte und Performances im öffentlichen und sakralen Raum. Ihre Arbeiten befinden sich in namhaften privaten und institutionellen Sammlungen, u. a. in der Kunstsammlung des Saarlandes, dem Städel Museum Frankfurt, dem Historischen Museum der Pfalz Speyer und in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe.
Mit Katharina Krenkel präsentiert das Laboratorium – Institut für ktuelle Kunst im Saarland eine zentrale Gegenwartskünstlerin, deren Arbeiten gleichermaßen verstören und herausfordern wie auch in ihrer abgründigen Irritation faszinieren.
Katharina Krenkel
Berührbar – Unberührbar
Soft Sculptures
Dauer der Ausstellung
12. April–7. Juni 2026
Öffnungszeiten
Di–Fr, 10–17 Uhr, So 14-18 Uhr
An den Feiertagen, 1. Mai, 14. Mai und 4. Juni,
sowie am 15. Mai und 5. Juni ist die Ausstellung geschlossen.
Öffentliche Führungen
Sonntag, 19. April, 16 Uhr
Sonntag, 3. Mai, 16 Uhr
und nach Vereinbarung
Führungen für Schulklassen auf Anfrage
Führung in Deutscher Gebärdensprache
Sonntag, 31. Mai, 16 Uhr
Wie sieht das aus?
Workshop mit Katharina Krenkel
für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren
Im Rahmen des Osterferienprogramms Saarlouis
Montag, 13. April, 14–16 Uhr
Anmeldung und Infos: Tel.: 0 68 31 – 460 530
E-Mail: info@institut-aktuelle-kunst.de
Ab mindestens fünf Kindern findet der Workshop statt,
maximal können 12 Kinder teilnehmen.
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Internationaler Museumstag
Sonntag, 17. Mai, 12–18 Uhr
Laboratoriumsgespräch #02/2026
Andreas Bayer im Gespräch mit Katharina Krenkel
Mittwoch, 20. Mai, 19 Uhr
Soft Sculptures
Fortbildung für Lehrer*innen
Mittwoch 27. Mai, 16 Uhr
Transformation – Das geheime Leben eines Wollknäuels
Workshop für Erwachsene
Samstag, 30. Mai, 10–17 Uhr
Teilnahmegebühr 30,– €
Maximal 10 Teilnehmende
Finissage mit Souvenirshop
Sonntag, 7. Juni, 15 Uhr
Anmeldung und Infos
Tel.: 0 68 31 – 460 530
E-Mail: info@institut-aktuelle-kunst.de
Der Eintritt ist frei.
Mit freundlicher Unterstützung von
Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes
Landkreis Saarlouis
| Privatpersonen | Schüler*innen, Studierende | Praxen, Kanzleien, gewerbliche Einrichtungen und Firmen | |
|---|---|---|---|
| je Kunstwerk | 50 € | 30 € | 80 € |
Für alle Entleiher gilt: