Institut für aktuelle Kunst

Richard Serra, "Viewpoint", 2006, Cortenstahl, 9 x 13 m, Kreisverkehr (Mittelinsel) B51, Dillingen. Foto: Institut für aktuelle Kunst
Richard Serra, "Viewpoint", 2006, Cortenstahl, 9 x 13 m, Kreisverkehr (Mittelinsel) B51, Dillingen. Foto: Institut für aktuelle Kunst
Richard Serra, "Viewpoint", 2006, Cortenstahl, 9 x 13 m, In der Dillinger Hütte. Foto: Monika Bugs
Richard Serra, "Viewpoint", 2006, Cortenstahl, 9 x 13 m, In der Dillinger Hütte. Foto: Monika Bugs
Richard Serra, "Viewpoint", 2006, Cortenstahl, 9 x 13 m, In der Dillinger Hütte. Foto: Monika Bugs
Richard Serra, "Viewpoint", 2006, Cortenstahl, 9 x 13 m, In der Dillinger Hütte. Foto: Monika Bugs
Richard Serra, "Viewpoint", 2006, Cortenstahl, 9 x 13 m, In der Dillinger Hütte. Foto: Monika Bugs
Richard Serra, "Viewpoint", 2006, Cortenstahl, 9 x 13 m, Aufbau in Dillingen. Foto: Uwe Schmidt
Alf Lechner, "Dillingen-Pachten", 1990, Stahl, je 5,80 x 2,44 x 11,60 m, Saaraue, Mündungsbereich Prims/Saar, Dillingen, Modell. Foto: Institut für aktuelle Kunst
Alf Lechner, "Dillingen-Pachten", 1990, Stahl gewalzt, geborgen, geschnitten, je: 5,80 x 2,44 x 11,60 m. Foto: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Gerhard Westrich
Hans-Jürgen Breuste, "Sanctuarie", 1990, Stahl, je 3,00 x 3,20 x 6,00 m, Saaraue, Anlegestelle für Personenschiffe, Dillingen-Pachten. Foto: LPM Saarbrücken-Dudweiler
Hans-Jürgen Breuste, "Sanctuarie", 1990, Stahl, je 3,00 x 3,20 x 6,00 m, Saaraue, Anlegestelle für Personenschiffe, Dillingen-Pachten. Foto: Michaela Mazurkiewicz-Wonn
Friedrich Gräsel, "Dillinger Kubenvariation", 1990, Stahl, 3,00 x 5,70 x 8,50 m, Saaraue, Böschung zwischen Saar und Ökosee, Dillingen-Pachten. Foto: Institut für aktuelle Kunst
Friedrich Gräsel, "Dillinger Kubenvariation", 1990, Stahl, 3,00 x 5,70 x 8,50 m, Saaraue, Böschung zwischen Saar und Ökosee, Dillingen-Pachten. Foto: Michaela Mazurkiewicz-Wonn
Friedrich Gräsel, Bleistiftskizze zu "Dillinger Kubenvariation", 23.2.1990. Foto: Institut für aktuelle Kunst
Eduardo Paolozzi, "Akropolis", 1990/1993, Stahl, 1,70 x 3,10 x 7,00 m, Saaraue, Konrad-Adenauer-Allee, Dillingen. Foto: Institut für aktuelle Kunst
Eduardo Paolozzi, "Akropolis", 1990/1993, Stahl, 1,70 x 3,10 x 7,00 m, Saaraue, Konrad-Adenauer-Allee, Dillingen. Foto: LPM Saarbrücken-Dudweiler
Eduardo Paolozzi, "Akropolis", 1990/1993, Stahl, 1,70 x 3,10 x 7,00 m, Saaraue, Konrad-Adenauer-Allee, Dillingen. Foto: LPM Saarbrücken-Dudweiler
Lothar Meßner, "Arcus triplex", 1990, Stahl, 3,20 x 2,55 x 6,50 m, Franz-Méguin-Straße, Dillingen. Foto: Institut für aktuelle Kunst
Lothar Meßner, "Arcus triplex", 1990, Stahl, 3,20 x 2,55 x 6,50 m, Franz-Méguin-Straße, Dillingen. Foto: LPM Saarbrücken-Dudweiler
Helmut Ernst, Kreuzgruppe, 1978, Cortenstahl, 5,50 x 2,10 x 2,10 m, Waldfriedhof, Ehrengrabfeld, Berliner Straße, Dillingen. Foto: Institut für aktuelle Kunst
Liselotte Netz-Paulik, Ohne Titel, 1983, Stahl, blau und rot gefasst, 3,20 x 1,10 x 1,70 m, TWG, Wallerfanger Straße 25, Dillingen. Foto: Archiv Netz-Paulik
Joachim Ickrath, "Skulptur aus drei Einheiten" 1987/88, Stahl, rostrot gefasst, 1,50 x 3,50 x 3,50 m, TGBBZ, Wallerfanger Straße, Dillingen. Foto: Institut für aktuelle Kunst
Reinhard Puch, Ohne Titel, 1997, Cortenstahl, 2,91 x 0,58 x 0,58 m, Werksgelände Dillinger Hütte, Dillingen. Foto: Monika Bugs
François Davin, "Nach der Schicht - Les deux camarades", 2000, Stahldraht, je 4,70 x 3,10 x 2,00 m, Caritas Krankenhaus, Einfahrt Bypass, Dillingen. Foto: Institut für aktuelle Kunst

Aspekte: Stahlkunst-Stadt Dillingen/Saar

Künstler: Ickrath, Joachim | Netz-Paulik, Lilo
Epoche: 20. Jahrhundert
Gattungen: Kunst im öffentlichen Raum, Skulptur/Plastik

Richard Serra, "Viewpoint", 2006, Cortenstahl, 9 x 13 m
Als in den Morgenstunden des 25. März 2006 eine gewaltige Stahlplastik inmitten des Verkehrskreisels am Torhaus der Dillinger Hütte Gestalt annahm, erfuhr das Areal am südlichen Zugang zur Stadt eine weithin sichtbare Veränderung. Nicht wenige empfanden diese als krassen Einschnitt in die gewohnte Sichtachse - ersetzte, ja "versperrte" das vieldiskutierte Objekt doch den bis dahin eher beschaulichen Blick auf das imposante Hüttenwerk. An die Stelle eines von Blumen umsäumten Brunnens war ein rostender Stahlkörper von geradezu enormen Ausmaßen getreten.

Man hat es sich wahrlich nicht leicht gemacht mit der 104 Tonnen schweren Monumentalplastik, die die Dillinger Hütten AG ihrer Stadt nach einer fast achtjährigen Planungs-, Entscheidungs- und Herstellungsphase zum Zeichen der nunmehr Jahrhunderte währenden gegenseitigen Verbundenheit übereignete. Das Großobjekt, von seinem Schöpfer, dem amerikanischen Bildhauer Richard Serra, mit dem viel sagenden Namen "Viewpoint" bedacht, besteht aus zwei einfachen konkav gewölbten Stahlplatten. Die beiden einander zugeneigten, aus jeweils drei verschweißten Blechen gefertigten Elemente fügen sich nicht nahtlos zusammen: Durch einen Spalt getrennt, geben sie eine Blickachse frei, die "wechselseitige Durchdringungen von Ansichten zwischen der Hütte und ihrer Stadt" (Us Hütt 1, S. 7) ermöglicht - somit die Verbundenheit zwischen den beiden Stand- bzw. "Blickpunkten" anschaulich thematisiert. Die Aufspaltung des massiven Stahlkörpers wie auch der Wechsel der Blickpunkte beim Umfahren des Kunstwerks mindern den Eindruck der Schwere, evozieren Bewegung und relativieren nicht zuletzt auch den Standpunkt des Betrachters selbst.

Der Vorgang des Schauens wird zum interaktiven Erlebnis und bezieht sich auch auf die Auseinandersetzung mit dem Raum. So erlaubt die Öffnung zwischen den beiden Stahlhälften nicht nur wechselseitige Durchblicke, sondern auch die Hineinsicht bzw. das Eindringen in das Innere der begehbaren Plastik. Inmitten des Kreisels verändert sich wiederum der "Sichtpunkt" des Betrachters: Umgeben von den meterhohen stählernen Wänden, die das Auge sowohl seitlich als auch nach oben hin ins Freie leiten, wird dieser sich der Dimensionen des Kunstwerkes auf eine sehr körperliche Art bewusst - wähnt sich hier von starken Armen schützend umfangen, ohne eingeschlossen zu sein.

Die Wucht und Klarheit der Großplastik basiert auf einem für die Kunst Serras charakteristischen Konzept, das der weltweit anerkannte Künstler auch schon in anderen Projekten realisiert hat: Er verweist mit seiner minimalistischen, auf einfache, geometrische Grundformen reduzierten und dabei ins Überdimensionale gesteigerten Formensprache auf wesenhafte Erlebnisqualitäten von existentieller Ausdruckskraft, vermittelt ein in vielerlei Hinsicht beziehungsvolles Raumempfinden.

Seit Entstehung der ersten Großplastiken in den 1970er Jahren ist Richard Serra mit seinen monumentalen Werken international vertreten. Städte wie beispielsweise Berlin, Paris, London, New York, Bilbao, Luxemburg oder auch Saarbrücken stellen eindrucksvolle Stationen seiner Kunst dar. Einige der Werke, etwa "‚Torque’ auf dem Campus der Universität des Saarlandes, ‚Exchange’ auf dem Plateau Kirchberg in Luxemburg, ‚Snake’, ausgestellt im Guggenheim-Museum in Bilbao oder die Werke ‚Canyon’ und ‚Lancet’, die in der Gagosian Gallery in Chelsea, New York, zu sehen sind, wurden in Dillingen gefertigt. Die Stadt Dillingen reiht sich so in eine internationale Kette von Standorten der Stahlskulpturen Serras ein." (Pressemitteilung Dillinger Hütte, 2005) In dem veredelten Eisen hat Richard Serra den idealen Werkstoff gefunden, um seine künstlerischen Visionen adäquat umzusetzen.

Seit nunmehr 25 Jahren baut der 1939 in San Francisco geborene Bildhauer, der in den frühen 1960er Jahren bei dem Maler und Kunsttheoretiker Josef Albers an der Yale Universität in New Haven studierte, auf die Zusammenarbeit mit der Dillinger Hütte. Er schätzt die "hervorragenden Produktionsfähigkeiten" (Us Hütt, S. 7) des über 300 Jahre alten Stahlwerks, insbesondere auch die Kompetenz und Kooperationsbereitschaft seiner Facharbeiter. Wie schon einige Kollegen vor ihm profitiert auch Serra von der modernen und umfangreichen Ausstattung, die das im Jahre 1685 gegründete Werk zu einem auf dem Weltmarkt hoch anerkannten Unternehmen geführt hat.

Nachdem König Ludwig XIV. "dem Marquis Charles Henry Gaspard de Lénoncourt, der von 1664 bis 1713 Besitzer und Regent der Herrschaft Dillingen war", die Erlaubnis, erteilte, in Dillingen "Eisenhütten, Stahlfabriken und Schmelzen … erbauen zu lassen" (Lehnert, S. 445), hat das Unternehmen im Laufe seiner Geschichte einen steten Aufstieg - über alle wirtschaftlichen und politischen Krisen hinweg - erlebt. Dort, wo man einst Roheisen zu Öfen, Kaminplatten, Pfannen, Töpfen und Nägeln schmiedete, werden heute Grobbleche in großem Stil produziert. Der Herstellungsprozess reicht "vom Roheisen über die Stahlerzeugung bis zum fertig veredelten Blech".  Dabei setzt man in Dillingen die modernsten Mittel ein, allein das hütteneigene Grobblechwalzwerk gilt als eines der leistungsstärksten der Welt. "Hier werden Brammen und Blöcke zu Grobblechen mit teils ungewöhnlichen Abmessungen verarbeitet. Längen bis zu 36 Meter, Breiten von über 5 Meter und Dicken von 450 Millimeter sind keine Seltenheit. Zur Erzeugung maßgeschneiderter Grobbleche arbeiten Stahlwerk, Walzwerk und Forschung Hand in Hand" (Dillinger Hütte).

Nicht von ungefähr also genießt die Dillinger Hütte "als stärkster europäischer Grobblechhersteller" weltweite Anerkennung. Die Dillinger Produkte gehen in alle Welt, erfüllen dort verschiedenste Funktionen, etwa "in gigantischen Stahlbrücken oder Wolkenkratzern, in Offshoreprojekten oder in Kontinente durchquerenden Öl- und Gasleitungen". Seit Jahrtausenden bekannt und erprobt, ist der flexible Werkstoff aus Technik, Industrie- und Baugewerbe nicht mehr wegzudenken. Das korrosions- und hitzebeständige Material, das auch aufgrund seiner hohen Festigkeit und vielfältigen Verarbeitbarkeit überall auf der Welt eingesetzt wird, kann durch diverse Legierungsprozesse oder Behandlungsverfahren unterschiedliche Eigenschaften hervorbringen, wird - je nach Anwendungsbedarf - gepresst, gewalzt, gegossen oder geschmiedet und somit einer breiten Nutzung zugeführt. Längst haben auch die bildenden Künstler die Vorteile des Materials entdeckt. So "entwickelten sich Eisen und Stahl mit ihren besonderen Möglichkeiten in der Plastik des 20. Jahrhunderts zu aufregenden künstlerischen Werkstoffen mit neuer Raum bildender Kraft" (Grewenig, S. 7). Wahl und Verwendung des Materials spiegeln den Wandel des künstlerischen Zeitgeistes wider. Geprägt von den Strömungen des Kubismus und Konstruktivismus erfolgte eine Neudefinierung der Plastik "als vielansichtiger, aus Streben und Flächen zusammengesetzter Körper … Die Körperlichkeit der Plastik bestimmte sich nun nicht mehr in erster Linie über vollplastische, modellierte oder behauene Volumina, sondern erwies sich als komplexes räumliches Gefüge im gleichberechtigten Zusammenspiel von Flächen, Linien und Leerraum." (Stahlplastik, S. 11)) Dementsprechend wurden die "überlieferten Arbeitsmethoden wie Schnitzen, Hauen, Gießen und Schmieden" durch neue Techniken ergänzt. So wandelten sich die Ateliers der Bildhauer "mehr und mehr zu Werkstätten, ja zu Werkhallen mit fabrikähnlichem Charakter…" (Stahlskulptur, 1987)

Die Künstler erschlossen sich neue, der erweiterten Kunstform gemäße Werkstoffe, die das Sortiment der Jahrhunderte lang üblichen Materialien wie Bronze, Gips, Marmor und Holz bereicherten. Man experimentierte mit Kunststoffen und Metallen aus industrieller Herstellung, schätzte vor allem die konstruktiven Qualitäten von Eisen und Stahl. Bei Serra scheint die Wahl des Materials Stahl auch biographisch vorgegeben: Schon in jungen Jahren hatte sich der Bildhauer durch Gelegenheitsarbeiten in einem Stahlwerk mit dem flexiblen Werkstoff vertraut gemacht, hatte erlebt "wie Stahl gebohrt, geschnitten, gewalzt, genietet, bearbeitet wurde" (Serra, S. 52). Nach frühen experimentellen Phasen mit Materialien wie Gummi oder flüssigem Blei wandte sich Serra gegen Ende der 1960er Jahre schließlich dem Stahl als künstlerischem Ausdrucksmittel zu.

Seit 1986 verwendet Serra für seine Großplastiken überwiegend Grobbleche der Dillinger Hütte und nutzt darüber hinaus die vor Ort bestehenden Möglichkeiten der Weiterverarbeitung. Hier stehen ihm die modernsten technischen Mittel zur Verfügung, die er auch für die Realisierung von "Viewpoint" in Anspruch genommen hat. Um die künstlerischen Vorstellungen Serras technisch umsetzen zu können, wurden die Entwurfszeichnungen des Künstlers im Planungsbereich der Weiterverarbeitung am Computer aufbereitet d.h. "hoch detailliert in CAD-Abbildungen konkretisiert" (Us Hütt, S, 12).

Auch die Werkzeuge für die Umformung der planen Bleche in der Presse mussten eigens am Computer entworfen werden. Mit den entsprechenden Hilfsmitteln ausgestattet, wurden die Stahlplatten "unter einer 2.500 Tonnen-Presse in Form gebracht und danach im Autogen-Schnitt auf Maß geschnitten." (Pressemitteilung der Dillinger Hütte, S. 24) Schließlich erfolgte eine Probeaufstellung in der Werkshalle, bevor die halbrunden Stahlwände im März 2006 nach gut zwölfstündigen Schweiß- und Überarbeitungsarbeiten ihren endgültigen Standort eingenommen hatten.

Aus dem Schutz des Hüttenwerks entlassen, sind sie seither den Anfeindungen von Wind und Wetter schonungslos ausgesetzt. Dennoch stellen ihre signifikanten Rostspuren keine unvermeidbaren, sondern bewusst kalkulierte Begleiterscheinungen dar. Serra wählte für die Realisierung seiner Plastik den Werkstoff -"Diweten", einen speziellen Baustahl der Dillinger Hütte, der zwar wetterfeste Eigenschaften besitzt, dennoch eine gewisse durch Oxidationsprozesse hervorgerufene Patina ausbildet. So wirkt die matt schimmernde, von Rostspuren durchsetzte Haut des dunklen Stahlkörpers roh und elegant zugleich. Ihre glatte, zart changierende und doch angreifbare Oberfläche lässt einerseits Veredelungsprozesse erkennen, verweist andererseits auf die Ursprünglichkeit des aus der Erde geförderten Materials.

Mit seiner Großplastik "Viewpoint" führt uns Richard Serra die Schönheit und Vielfalt des Stahls vor Augen. Vor allem aber vermittelt der Bildhauer die dem uralten Material innewohnende Kraft, eine Kraft, die die Menschen in der Region über Jahrhunderte hinweg gestützt, so vielen Arbeit und Brot gegeben hat. Auf diese Weise gestaltet sich die Plastik am Kreisel zu einem lebendigen, in das Alltagsgeschehen einbezogenen Bedeutungsträger.
Sie repräsentiert das Material, das, wie kein anderes, dem Gesicht der Stadt Dillingen ihr wesentliches Gepräge gibt. In der Auseinandersetzung mit dem sperrigen Großobjekt stellt uns der Künstler letztlich vor die Aufgabe, unseren "Blickpunkt" zu überprüfen, uns sowohl die Bedeutung des Kunstwerks als auch die seines Standorts - an einem signifikanten Ort, der Nahtstelle zwischen Werk und Innenstadt - bewusst zu machen. "Mit der Stahlskulptur von Richard Serra wird" so der Bürgermeister der Stadt Dillingen, Franz-Josef Berg, "ein bedeutender Bogen zwischen der Stahlstadt Dillingen und der Kulturstadt Dillingen geschlagen".

In diesem Sinne würdigte der Vorstandsvorsitzende der Dillinger Hütten AG, Karl-Heinz Blessing, Serras "Viewpoint" als "neues Wahrzeichen für die Stadt Dillingen" und hebt dessen "Torfunktion" hervor: Am Kreisel Hochofen mit Blick auf die Hütte - dem Ort, an dem sich schon seit Jahrhunderten alles um den Stahl dreht.


Kunst-Achse "Stahlsymposion 1990"
Die Beziehung der Stadt Dillingen zum Stahl, respektive zur Stahlkunst, definiert sich jedoch nicht nur über die Hütte. Auch andere ansässige Stahl und Metall verarbeitende Betriebe stehen in besonderer Weise mit der bildenden Kunst in Verbindung. So etwa im Rahmen des "Dillinger Stahlsymposions", einer Art Gesamtkunstwerk, das 1990 zur 2000-Jahrfeier der Hüttenstadt auf einer entlang der Saar bis in die Innenstadt hinein führenden "Kunstachse" installiert wurde. Die Künstler - fünf renommierte, teils international bekannte Bildhauer - hatten die Auflage, ihre ausschließlich in Stahl gearbeiteten Werke "im Einklang mit der Geschichte Dillingens und mit den Orten ihrer Aufstellung in der Dillinger Stadt- und Parklandschaft" (Grewenig, S.7) zu konzipieren. Die Strecke von der Saaraue über die Konrad-Adenauer-Allee bis zur Franz-Meguin-Straße vermittelt eine eindrucksvolle Schau der vielfältigen Gestaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten des wandlungsfähigen Materials.



Alf Lechner, "Dillingen-Pachten", 1990, Stahl, je 5,80 x 2,44 x 11,60 m
Als "Paarung" bezeichnet Alf Lechner die Gegenüberstellung zweier formal aufeinander bezogener Stahl-Elemente, die auf einer Landzunge an der Primsmündung in die Saar unterhalb der Wallerfanger Brücke Aufstellung gefunden haben. Die im Dillinger Hüttenwerk gefertigte Doppelplastik trägt den Titel "Dillingen-Pachten" und besteht aus zwei länglich zugeschnittenen, jeweils von einem schmalen Vierkantstab begleiteten Blechen. Während eines der beiden Pendants flach auf seiner Sockelplatte aufliegt, hebt sich sein Gegenüber in konkaver Krümmung von der planen Unterlage ab. Die beiden Formen korrespondieren miteinander, "Spannen und Strecken, das Gewölbte und das Gerade ergänzen sich komplementär" (Mathieu, 1990), ein Wechselspiel, das auch zwischen den zwei diagonal kommunizierenden Stangen zu beobachten ist. Bewusst an der Nahtstelle zweier Flüsse platziert, erzählt Lechners Plastik von einer Begegnung, speziell der Annäherung zweier Orte: Der Stadt Dillingen und dem ehemaligen Dorf Pachten, das 1936 eingemeindet wurde. Das Hin und Her der beiden Stahlelemente versinnbildlicht das Miteinander zweier Partner, die im Laufe der Jahrzehnte über den Dialog hinaus zur "Paarung" zusammengefunden haben. Denn diese ist, so Lechner, "die Voraussetzung für Leben". Durch Überführung in gestische Bewegungsimpulse verleiht der Künstler dem Tonnen schweren Material ungewohnte Leichtigkeit und Geschmeidigkeit - Ausdrucksqualitäten, die Lechners große Erfahrung mit dem Werkstoff Stahl offenbaren. Während des gesamten Entstehungsprozesses, von der Planung bis zur Vollendung, hält der Künstler intensivsten Kontakt zum Material. Er überlässt die Herstellung seiner Skulpturen nicht allein den Fachkräften, sondern legt bei der Realisierung seiner Entwürfe in der Regel selbst mit Hand an: "Wenn die Körper aus massivem Stahl Hochofen und Schmiede des Stahlwerks verlassen haben, werden sie von Lechner bearbeitet: geteilt, zersägt, gebrochen, gebogen oder angeschnitten und anschließend zu neuen Ordnungen gefügt". (Britta Sachs, 1990)

1925 in München geboren, gilt Alf Lechner als einer der bedeutendsten deutschen Stahlplastiker der Gegenwart. Nach einem Malereistudium bei Alf Bachmann zunächst als Landschaftsmaler, Grafiker und Designer tätig, wandte er sich zu Beginn der 1960er Jahre der Bildhauerei zu. Seither konzentriert sich der Künstler fast ausschließlich auf das Material Stahl. Ähnlich wie die Objekte des amerikanischen BIldhauers Richard Serra zeugen auch Lechners Werke von minimalistischer Einfachheit. Ausgangspunkte seiner mathematisch berechneten Plastiken sind geometrische Grundformen, die er in immer wieder neuartige Beziehungen zueinander setzt. "Sein Werk ist voller Erfindung (…) Diese Erfindungsgabe konkretisiert sich in drei Bereichen, die nicht voneinander getrennt betrachtet werden dürfen; in Geometrie und Stereometrie, in Material und Herstellungsprozess und in Möglichkeiten, Skulptur als Gleichnis des Lebens zu begreifen." (Lechner, 1995)



Hans-Jürgen Breuste, "Sanctuarie", 1990, Stahl, je 3,00 x 3,20 x 6,00 m
Weniger als ein Ort der Begegnung als vielmehr eine Stätte der Erinnerung gestaltet sich der Standort - über dem Saarufer, nahe der Schiffsanlegestelle südlich der Konrad-Adenauer-Brücke –, den Hans-Jürgen Breuste für seine Stahlplastik "Sanctuarie" gewählt hat. Das mehrteilige Objekt, das in Kooperation mit der Firma DSD Dillinger Stahlbau GmbH entstand, umfasst drei lose, weiträumig einander zugeordnete Elemente von jeweils 3 m Höhe und ca. 3,20 m Breite. Schon von weitem auf dem ansteigenden Gelände über der Saar erkennbar, ragen die kahlen Gestänge wie Gerippe empor. Nähert man sich der Böschung vom Ufer her, mutet das Ensemble - vom Künstler selbst mit einer "Sperre" verglichen - abwehrend, ja bedrohlich an. Es besteht aus drei komplexen, in Form eines Dreiecks arrangierten Elementen, die jeweils aus vier, fünf und sechs diagonal ineinander verschränkten Modulen zusammengesetzt sind, wobei jedes einzelne Modul aus einem kufenförmigen Sockel mit sechs aufragenden Vierkantstäben besteht. Die langen, diagonal gegeneinander abgespreizten Stäbe wecken unterschiedliche Assoziationen, erinnern an Gefängnisgitter, Stacheln oder gar aufgepflanzte Bajonette.

Breuste hat sein Kunstwerk als eine Art Mahnmal konzipiert, sieht in ihm ein "Assoziationsobjekt zum Konzentrationslager Bergen-Belsen". Dementsprechend versteht sich der Standort in der Saaraue als ein Ort des Gedenkens, wobei der aus dem Französischen abgeleitete Name "Sanctuarie" soviel wie "geweihte Stätte" bedeuten soll. "Multiple Plastik" nennt Anna Louise Mathieu das dreiteilige Kunstwerk, das in Gedanken - und Gedenken an die Millionen von Opfern des Nazi-Regimes - beliebig "durch weitere Elementteile ergänzt werden" (Breuste, 1990, S. 19) könnte. In diesem Sinne erweist sich auch der Aufstellungsort inmitten der weithin unbebauten Saaraue als ideale Plattform für Breustes raum- und gedankenausgreifendes Projekt. Der historische Hintergrund lässt sich zwar nicht konkret, doch in übergeordnetem Sinne auf den saarländischen Standort beziehen, der als Ort des Gedenkens dazu beiträgt, der weltweiten Anteilnahme an einem zutiefst menschlichen Schicksal Raum zu geben. Man kommt an diesem wenig gefälligen Ort nicht so einfach vorbei. Er bietet Widerstand, ermahnt den Vorübergehenden zur Reflexion. Darauf Bezug nehmend präsentierte Breuste im Rahmen der Einweihungsfeierlichkeiten seiner Plastik den anwesenden Gästen einen Textauszug aus dem Tagebuch der Jüdin Anne Frank, die im März 1945 in Bergen-Belsen umkam. Die Gedanken der hellsichtigen Jugendlichen schließen mit einem Appell an unsere Eigenverantwortlichkeit: "Die endgültige Formung des Charakters liegt in eines jeden Menschen eigener Hand."

Insgesamt stellen politische oder sozial-kritische Botschaften ein zentrales Thema im Schaffen des 1933 in Hannover geborenen Künstlers dar, der sich nach einer Lehre als Bauhandwerker Mitte der 1950er Jahre der bildenden Kunst zuwandte. Breuste arbeitete zunächst figürlich, bevor er die Kunst der Assemblage für sich entdeckte. "Seine Liebe gehört dem Weggeworfenen, Wertlosen, dem Alltäglichen, dem, was nichts ist (...) er hat die schöpferische Kraft der Liebe zum Geringen, die nicht vorfindet, sondern erschafft. Er kompensiert den Zerfall des Weltlichen durch den Gegenwert des Geistes, der kein Ende, kein Nichts zulässt." (Stahlskulptur, 1987)



Friedrich Gräsel, "Dillinger Kubenvariation", 1990, Stahl, 3,00 x 5,70 x 8,50 m
Nicht weit von Hans-Jürgen Breustes "Sanctuarie" - auf einer Erhebung zwischen Saar und Ökosee nördlich der Konrad-Adenauer-Brücke - hat Friedrich Gräsel seine "Dillinger Kubenvariation" platziert. Verarbeitet Breuste den Stahl zu dünnen Strängen, formt Gräsel röhrenförmige Hohlkörper, die er zu einem "raumgreifenden Objekt" zusammenschweißt - ein künstlerisches Verfahren, das der 1927 in Bochum geborene Bildhauer bereits in den 1960er Jahren entwickelt hat. Seinem für Dillingen konzipierten Objekt legt Gräsel eine bestimmte geometrische Form zugrunde; sie geht aus der Bezeichnung der Plastik als "Kubenvariation" hervor. "Der Verlauf der Rohre", so beschreibt es der Künstler "ist hier so angeordnet, dass er aus einer zusammenhängenden Form besteht, die zu einem Kubus zusammengefaltet ist." Hier wagt Gräsel das Unmögliche: Die Rückführung einer aus Rundkörpern zusammengesetzten Plastik auf die - gedachte - Ausgangsform eines Würfels. Oder anders herum: Die Aufspaltung eines Kubus in mehrere aneinander geschweißte zylindrische Elemente. Dieses Konzept erscheint zunächst mehr als irritierend, zumal sich ein kubisches Gebilde logischerweise nicht aus Rundkörpern zusammensetzt. Dennoch hat Gräsel bewusst Röhrensegmente als "Bausteine" für seine siebenteilige Plastik gewählt. Indem er einen weiteren Zylinder - vereinzelt, quasi als "Keimzelle" (Gräsel, S. 29) - daneben stellt, demonstriert der Künstler die Absicht, seine "Kubenvariation" als additive, aus Teilen entwickelte und damit auch - im Geiste - "formbare"  Figur begreifbar zu machen. Über die dem Objekt innewohnende Möglichkeit der "Faltung" hinaus, erweist sich das mehrgliedrige Kunstwerk als komplexe vielgestaltige Figur, deren Variabilität auch in ihrer Mehransichtigkeit zutage tritt. Sie "äußert" sich, je nach Blickwinkel, in unterschiedlicher Haltung, Gestik und Dynamik. Mal scheint sich ihr wulstiger Körper, dem rhythmischen Auf und Ab seiner winkeligen Glieder folgend, regelrecht durch die Landschaft fort zu bewegen. Dann wiederum gleicht er einer "beredten" Gestalt von weit ausgreifender Gestik, um sich - eine halbe Drehung später - als lagernder Koloss in ein Inbild heiterer Ruhe und Gelassenheit zu verwandeln. Eine gleichmäßige Patina aus Rost überzieht das vier Tonnen schwere Gebilde. Sie verleiht seinen prallen Formen einen Anstrich von erdhafter Ursprünglichkeit. "Der Stahl wurde dem natürlichen Vorgang der Oxidation überlassen: das weiche Rotbraun des Flugrostes ist eine vertraute Stahlfarbe, fügt sich aber auch den Farbtönen der Natur an." (Gertrud Schmitt, S. 155)

Gerade die Beziehung der Plastik zu ihrer natürlichen Umgebung führt uns zum Kerngedanken von Gräsels "Kubenvariation", anhand derer uns der Künstler "neue Einsichten in einfache geometrische Sachverhalte" zu vermitteln sucht. Gräsel stellt die Geometrie quasi auf den Kopf: Er "verändert" ihr "sogenanntes Eigenleben", indem er das "starre System" des Würfels aufbricht. Der - gedachte - kantige Block zergliedert sich in Bewegung evozierende Elemente, die ihrerseits "im raumplastischen Sinne an unregelmäßige Naturformen (Berge, Flüsse, Landschaften, aber auch technische Gebilde)" angeglichen werden. Friedrich Gräsel setzt unsere gewohnte, berechenbare Sehweise außer Kraft und ordnet sie seiner eigenen künstlerischen Vision unter. Für ihn stellt die Auffassung, "dass die hier aufgestellte Form ihren Elementen oder Modulen nach kein Kubus sei", keinen logischen Schluss sondern eine "Augentäuschung" dar. So nimmt der Künstler seine Plastik zum "Anlaß für die Korrektur unseres Denkens", gestaltet die Auseinandersetzung mit dem Objekt nicht zu einer mathematischen Aufgabe, sondern zu einer "Lust für die Augen" (Gräsel, S. 29).

Seit 1968 konzentriert sich das Schaffen des in München und Berlin ausgebildeten Malers und Plastikers ausschließlich auf die Bildhauerei, wobei gerade der Stahl zu seinen bevorzugten Werkstoffen zählt. Inspiriert von der Industriekultur seiner Heimat, dem Ruhrgebiet, fertigt Gräsel seine Röhrenplastiken aus maschinell hergestellten Produkten, wie man sie etwa im Bauwesen verwendet, und schlägt damit eine Brücke zwischen Zweckbau und Kunst. Dem Bildhauer, der mit seinen Werken bundesweit vertreten ist, "geht es nach eigener Darstellung darum, Kunst und Technik als Teile unseres Lebens stärker miteinander zu verzahnen." (Mathieu, 1990) Daraus resultiert eine sich gegenseitig befruchtende Wechselbeziehung wie sie sich in idealer Weise auch auf die saarländische Hüttenstadt beziehen lässt. So wurde auch das Stahlrohr, aus dem die einzelnen Zylinder geschnitten wurden, in einem Dillinger Betrieb aus Blechen der Dillinger Hütte hergestellt. Die Schweißarbeiten übernahm die Dillinger Firma Alois Lauer Stahl- und Rohrleitungsbau GmbH.



Eduardo Paolozzi, "Akropolis", 1990/1993, Stahl, 1,70 x 3,10 x 7,00 m
Nicht nur zylindrische, auch andere stereometrische Formelemente hat Eduardo Paolozzi in seiner Stahlplastik "Akropolis" miteinander kombiniert. Das 14 Tonnen schwere, von Rost überzogene Kunstwerk entstand in der Werkstatt der Firma Stahlbau Seiwert in Dillingen. Zunächst als Modell vorliegend, fand es erst 1993 - mit dreijähriger Verzögerung - seinen Standort in der Konrad-Adenauer-Allee nahe der Eissporthalle am westlichen Zugang zur Stadt. Was aus der Ferne wie ein relativ kompaktes quaderähnliches Gebilde anmutet, erweist sich beim Näherkommen als lebendiges Formengefüge, das - je nach Standpunkt - unterschiedliche Perspektiven eröffnet. Zylinder, Walzen und Quader, aus geschnittenen und zusammengeschweißten Stahlblechen variantenreich gestaltet, schichten sich wie überdimensionale Bauklötze übereinander, eingefasst von einer "Schale" aus stufen- und nischenartig ineinander verschachtelten Quadern und Platten. Anna Louise Mathieu sieht in dem vielteiligen Werk eine "Art begehbarer Architekturlandschaft mit Terrassen, Sheddächern, Schornsteinen". In der Tat gibt Paolozzi dem Herantretenden die Möglichkeit, die kompakte Bodenplastik zu erklettern und bricht die Geschlossenheit des streng geometrischen Gefüges an einer der vier Ecken auf. Dort scheinen die kantigen Elemente regelrecht abzuschmelzen. Der hügeligen Formation einer Landschaft angeglichen, öffnen sie sich dem Betrachter zur Begehung. Dies entspricht ganz dem Anliegen des britischen Bildhauers, "eine soziale Skulptur zu schaffen, die Kinder und Erwachsene besteigen können, die in Harmonie mit der Natur existiert, wo Regenwasser und Erde sich in Ritzen und Mulden sammeln, Gräser und Pflanzen zu wachsen beginnen und Vögel und andere Tiere angezogen werden." (Paolozzi, S. 57) Von oben betrachtet erweist sich, dass der Künstler die zylinder- und quaderförmigen Elemente seiner Großplastik nicht willkürlich zusammengewürfelt, sondern einer bestimmten Ordnung unterworfen hat. Die einzelnen Teile ergeben ein regelmäßiges Muster, das an eine historische Stadtanlage oder gar einen elektronischen Schaltplan erinnert. Beide Aspekte - sowohl der Bezug auf die antike Vergangenheit als auch der Hinweis auf die ansässige Industriekultur der Hüttenstadt - sind in der Konzeption des Kunstwerks enthalten. Der Titel ‚Akropolis’ spielt auf den ältesten Stadtteil Dillingens an, das in der Antike gegründete Pachten. Zusätzlich inspiriert von der durch Eisenhütten geprägten Industrielandschaft des Saarlandes, entschloss sich der Künstler, "eine ‚Akropolis’ zu entwerfen, deren Architektur ins Industriezeitalter übersetzt ist. So mischen sich Symbole der Antike mit mechanischen und elektronischen Fragmenten". (Paolozzi, S. 57) Der Plastiker, Graphiker und Keramikkünstler Sir Eduardo Luigi Paolozzi (1924-2005) zählt zu den wichtigsten britischen Bildhauern der Gegenwart. Bereits in jungen Jahren kam der gebürtige Schotte italienischer Abstammung mit bedeutenden Künstlern wie Arp, Brancusi, Giacometti und Léger in Berührung.

Im Laufe seines Schaffens setzte sich Paolozzi mit verschiedenen Stilrichtungen, u.a. dem Surrealismus, der art brut und dem Dadaismus auseinander und ging als maßgeblicher Vertreter der Pop-Art in die Kunstgeschichte ein. Ende der 1950er Jahre wandte sich der vielseitige Künstler im Zuge seiner Beschäftigung mit industriellen Techniken dem Werkstoff Metall zu. Er verarbeitete Aluminium und verchromten Stahl und baute Maschinen oder Schrottteile in seine Skulpturen mit ein. Eduardo Paolozzi setzt auf die Verbindung zwischen Tradition und Moderne: "... ich glaube, dass Erfahrungen im Umgang mit der Antike bei meinem Dillinger Projekt ‚Akropolis’ mit einfließen. Wenn man die Vergangenheit betrachtet und studiert, kann man auch einen wichtigen Beitrag für die Zukunft leisten."



Lothar Meßner, "Arcus triplex", 1990, Stahl, 3,20 x 2,55 x 6,50 m
Mit Lothar Meßners "Arcus triplex" endet der Weg - kurz vor der Eisenbahnüberführung an der Franz-Meguin-Straße. Der Bildhauer greift auf der letzten Station des Stahl-Symposions das Thema des Anfangs wieder auf: Die Beziehung zwischen Dillingen und dem bis in die Römerzeit zurückreichenden Pachten. Mit dem Titel des Kunstwerks "Arcus triplex" spielt Meßner, wie er schreibt, auf "die reichen historischen Bezüge" zwischen den beiden Stadtteilen an und stellt das Motiv des Bogens als verbindendes Element in den Mittelpunkt seiner Darstellung. Darüber hinaus trägt der Standort der Plastik - am Eingang zur Innenstadt - der zweiten Bedeutung des Begriffs "Arcus" als "Tor" oder "Pforte" Rechnung.

Der Künstler, der sich bei der Namensgebung seines "Arcus triplex" - in Anlehnung an die antike Vergangenheit Pachtens - bewusst der damals hier gesprochenen Sprache, nämlich des Lateinischen, bedient, präsentiert den Bogen in dreifacher Ausführung. Das Hauptmotiv der Plastik wird von zwei der Länge nach geknickten Stahlbändern gebildet. Die beiden in unterschiedlichen Krümmungswinkeln einander zugeneigten Halbbögen verschmelzen an ihren oberen Enden, halten und stützen sich gegenseitig in einer Art labilen Gleichgewichts. Zwei kleinere Bögen "stabilisieren" das asymmetrische Gefüge. Sie greifen den Rhythmus des dynamisch schwingenden Halbbogenpaares auf: Während sich der rechte locker um den Fuß des ihm zugeordneten Bogensegments windet, stützt der linke dessen Pendant in extrem schrägem Winkel von unten her ab. Mit seinem "Arcus triplex" hat Lothar Meßner den Werkstoff Stahl in eine ausgesprochen elegante Formensprache von geradezu tänzerischer Leichtigkeit überführt. Gleichzeitig eignet den grazilen Bogenformen etwas Vegetabiles - sie erinnern an stark abstrahierte Pflanzen, die einander entgegen wachsen. Solch gestalterische Mehrdeutigkeit spiegelt das Kunstverständnis des Bildhauers wider. Seiner Ansicht nach "sollte das Werk eine größtmögliche Vielfalt an sinnlichen und gedanklichen Assoziationen herausfordern und zulassen." Lothar Meßner, Albert Weisgerber-Preisträger und Kunstpreisträger des Landkreises Saarlouis, ist der einzige Saarländer unter den Teilnehmern des Dillinger Stahlsymposions.

1926 in Wadgassen geboren, studierte er in den frühen 1950er Jahren Malerei bei Karl Hartung in Berlin. Es folgten Studien der Bildhauerei bei Theo Siegle in Saarbrücken und Ossip Zadkine in Paris. Meßner ist an zahlreichen Orten seiner Heimat mit Werken im öffentlichen Raum vertreten. Für seine im Rahmen des Dillinger Stahlsymposions geschaffene Plastik nahm er die Hilfe der Dillinger Fabrik gelochter Bleche GmbH sowie der Firma Pink & Wagner GmbH in Anspruch. Mit der Wahl des Werkstoffs Stahl drückt sich sowohl die Verbindung zur historisch-römischen als auch die Beziehung zur neuzeitlichen Stadtgeschichte aus. Hier hofft der Bildhauer "auf eine geglückte Symbiose zwischen der Vergangenheitsbezogenheit und dem Material, welches die heutige Stadt prägt".


Kunst in der Stadt

Helmut Ernst, Kreuzgruppe, 1978, Cortenstahl, 5,50 x 2,10 x 2,10 m
Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Werkstoff Stahl reicht in Dillingen zeitlich noch weiter zurück. Bereits 1978 entstand die stählerne Kreuzgruppe auf dem Ehrengrabfeld des Dillinger Waldfriedhofs. Die vierteilige Plastik erhebt sich inmitten einer oval zugeschnittenen gepflasterten Fläche, von der aus vier schmale Wege kreuzförmig "ausstrahlen". Die so gewonnenen Achsen teilen die rund 200 Gräber in wiederum vier Felder auf. Diese gruppieren sich ellipsenförmig um den zentralen, in einer muldenartigen Vertiefung gelegenen Platz. Die Konzeption der gesamten Anlage stammt von dem Trierer Landschaftsarchitekten Helmut Ernst, der auch das Kunstwerk selbst entworfen hat. Für jedes der vier Stahl-Elemente wählte der Gestalter die Form eines lateinischen Kreuzes. Die langen von Rost überzogenen Stangen enden in einem Gefüge aus kurzen horizontalen und vertikalen Balken. Diese wecken Assoziationen an Dornen, dem Leidenssymbol Christi. Darüber hinaus schließen sich die waagerechten Balken in der Mitte zu einer horizontalen Kreuzform zusammen, deren Enden in vier verschiedene Richtungen weisen. So verleiht Helmut Ernst dem Thema Leiden und Tod in Gestalt seiner hoch über das Grabfeld hinausragenden Plastik eine umfassende, über das lokale Areal hinausweisende Bedeutung.

Die Kreuzgruppe auf dem Waldfriedhof wurde mit Hilfe der Dillinger Hütte realisiert. Die wetterfesten Eigenschaften des Stahls mögen den Ausschlag für die Wahl des Materials gegeben haben. Es handelt sich hierbei um einen so genannten "Cortenstahl", einen speziellen Werkstoff, der in den 1970er Jahren noch wenig bekannt war und erst in den Jahren danach vermehrt zum Einsatz in bildender Kunst und Landschaftsarchitektur kam.



Liselotte Netz-Paulik, Ohne Titel, 1983, Stahl, blau und rot gefasst, 3,20 x 1,10 x 1,70 m
In den Stadtteil "Überm Berg", vor das Gebäude des Technisch-Wissenschaftlichen Gymnasiums in der Wallerfanger Straße, führt eine zweifarbige Stahlplastik, die 1983 von der Bildhauerin Liselotte Netz-Paulik (1922-2007) entworfen wurde. Als Siegerin des Wettbewerbs um die künstlerische Gestaltung des damals neu errichteten Schulgebäudes war die in Cottbus geborene und seit Mitte der 1950er Jahre im Saarland ansässige Künstlerin auch für den Entwurf der Außenanlage zuständig.

Mit der im Rahmen dieses Projekts errichteten Plastik führt uns Liselotte Netz-Paulik die Verwandlung einer reinen Flächenform in einen raumhaltigen Körper vor Augen. Sie berührt mit ihrem Kunstwerk einen Aspekt aus der Geometrie, trägt damit der technisch-naturwissenschaftlichen Ausrichtung der Lehranstalt Rechnung. Um das Objekt, eine hochrechteckige blaue Stahlplatte, in die Dreidimensionalität zu überführen, wurde das 3,20 m lange Blech diagonal eingeschnitten und auseinander gebogen. Fünf schmale der Größe nach gestaffelte Winkelbleche stabilisieren das labile, in den Umraum ausgreifende Gebilde. In leichter Drehbewegung angeordnet, drücken sich die als solche rot gekennzeichneten Stützelemente mit ihren abgeknickten Enden durch die aufliegende blaue "Stahlhaut". Auf diese Weise bilden sich "Stufen" aus. Analog zu dem gleichnamigen Gedicht von Hermann Hesse können sie als Entwicklungsstufen der Menschen interpretiert werden.

Liselotte Netz-Paulik, die ihre künstlerische Ausbildung u.a. an der Hochschule für Bildende Kunst in München und an der "Académie de la Grande Chaumière" in Paris absolvierte, griff bei der Realisierung ihrer Plastik auf die Mitarbeit der Dillinger Hütte zurück.


Joachim Ickrath, "Skulptur aus drei Einheiten" 1987/88, Stahl, rostrot gefasst, 1,50 x 3,50 x 3,50 m
Als eine Übung zur Schulung des räumlichen Abstraktionsvermögens könnte man die Würfelplastik interpretieren, die 1988 vor einem anderen Schulgebäude, schräg gegenüber dem TWG, installiert wurde. Ursprünglich für die Grundschule in Völklingen bestimmt, fand das Kunstwerk 1988 seinen - wohl besser geeigneten - Standort im Außenbereich des Technisch-Gewerblichen Berufsbildungszentrums in Dillingen. Der Entwurf für das mehrteilige, aus Blechen der Dillinger Hütte gefertigte Objekt stammt von dem in Völklingen lebenden Maler und Bildhauer Joachim Ickrath. Für die Ausführung zeichnet das TGBBZ selbst verantwortlich. Der Künstler legte seiner Plastik das Konzept einer "logischen Verknüpfung dreier -Würfel von jeweils 1 Meter Seitenlänge" (Ickrath) zugrunde.

Um die Verbundenheit der eng miteinander verzahnten Elemente zu gewährleisten, hat Ickrath die einzelnen Kuben teilweise be- bzw. zerschnitten und die so entstandenen Teilformen auf neue Art zusammengesetzt. Zwei entnommene Fragmente wurden neben der "Hauptfigur" platziert und zu einem eigenständigen geometrischen Körper verschweißt. Als Kernform der Komposition steht ein vollständiger Würfel in verkleinertem Maßstab von 0,50 m Seitenlänge modellhaft daneben. Mitunter erscheint es schwierig, die eine oder andere Teilform ihrer geometrischen Grundgestalt eindeutig zuzuordnen, zumal sich die ineinander verkeilten Elemente in ein kompliziertes und dynamisch-bewegtes Gebilde verwandelt haben. Darüber hinaus ruhen die Flächen der drei "Kuben" nicht einfach auf dem Boden auf: Der Künstler hat die beiden äußeren Körper quasi angehoben und auf ihre Kanten gestellt. In unterschiedlichen Winkeln gegeneinander gerichtet, halten sich die spielerisch bewegten Elemente gegenseitig in einem labilen Gleichgewicht.

Auch die abgespaltenen Fragmente präsentieren sich nicht in kubischer Geschlossenheit, sondern bilden zusammen eine offene geometrische Figur mit abgeschrägten Flächen und nach oben weisender Spitze. Mit seinen "Würfelschnitten" begegnet Joachim Ickrath den Gesetzen der Geometrie auf kreative Art. Er bricht die blockhaften Körper auf und zeigt, dass es möglich ist, dem strengen Formenkanon lebendige Gestalt zu verleihen.

Joachim Ickrath, 1940 in Berlin geboren und im Saarland aufgewachsen, erhielt seine künstlerische Ausbildung an der Kunst- und Gewerbeschule in Basel und der Saarländischen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken. In den 1960er Jahren besuchte er im Rahmen eines zweisemestrigen Stipendiums die Bildhauerklasse von Prof. Hans Uhlmann an der Hochschule der Künste in Berlin.


Reinhard Puch, Ohne Titel, 1997, Cortenstahl, 2,91 x 0,58 x 0,58 m
Zum Andenken an zwei tödlich verunglückte Hüttenarbeiter hat der Bildhauer Reinhard Puch eine Plastik aus Cortenstahl geschaffen, die 1997 vor dem Arbeitsbüro auf dem Gelände der Dillinger Hütte aufgestellt wurde. Das Kunstwerk besteht aus zwei parallel zueinander stehenden hochrechteckigen Platten. Diese erheben sich über einer flachen viereckigen Basis und bilden an ihren oberen Enden schmale, in sich geknickte und verdrehte Stränge aus. Die vierkantigen "Bänder" verbinden sich - über die Distanz zwischen den beiden Stahlsockeln hinweg - zu einer mehransichtigen linearen Komposition von abstrakter - je nach Blickpunkt auch figuraler - Formensprache. So lässt sich von einem bestimmten Blickwinkel aus etwa die beziehungsvolle Figur eines Arbeitenden erahnen.

Reinhard Puch wurde 1947 im nordrheinwestfälischen Hörstel geboren und lebt heute in der Eifel. Inspiriert durch den Werkstoff Stahl, wandte er sich nach Beendigung seines Ingenieurstudiums in den 1970er Jahren der Bildhauerei zu. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er an der Werkkunstschule in Köln sowie in der Meisterklasse von Joannis Avramidis an der Kunstakademie in Wien. Seit Jahren unterhält der Bildhauer eine enge Beziehung zum Dillinger Stahlwerk, wo er seine Arbeiten in einem Atelier der Werkshalle selbstständig ausführt. Reinhard Puch Plastiken erfahren einer Art von Metamorphose, verwandeln sich von flächigen Objekten in Raumgestalten. Aus stählernen Platten heraus geschnitten, "wachsen" die linearen Elemente - Bänder, Schriftzüge oder Zeichen - in den Raum hinein, formieren sich dort in lebendigem, variantenreichem Spiel zu eigenständigen dynamischen Gebilden.


François Davin, "Nach der Schicht - Les deux camarades", 2000, Stahldraht, je 4,70 x 3,10 x 2,00 m
"Nach der Schicht - Les deux camarades" nennt der französische Landart-Künstler François Davin seine Doppelplastik am Bypass vor dem Dillinger Caritas-Krankenhaus. Das überdimensionierte Kunstwerk stellt zwei Hüttenarbeiter dar, die, müde von der Arbeit, mit gebeugten Rücken nach Hause gehen. Der eine wendet sich dem anderen zu, legt ihm den Arm in freundschaftlicher Geste auf die Schulter.

Davin hatte das Motiv der beiden schreitenden "Kameraden" bereits 1999 anlässlich der 50-Jahrfeier der Stadt Dillingen im Rahmen der Kunstaktion "Stadt - Menschen - Spuren. Double regard sur la cité" vorgebildet. Dort "agierte" das überlebensgroßen Figurenpaar als Teil einer über die ganze Stadt verstreuten "Gemeinschaft" von mehr als dreißig "Grand Peuple des Villes".

Der Künstler hat sein ursprünglich aus Weidenruten gearbeitetes Objekt im Auftrag der Stadtverwaltung ein Jahr später in ein fest installiertes weitmaschiges Drahtgeflecht von bleibender Dauer übersetzt. In ihrer Überlebensgröße und Transparenz zu zeitlosen Figuren überhöht, repräsentieren die beiden "Hüttenarbeiter" das Selbstverständnis einer Stadt, deren Geschicke schon seit Jahrhunderten von der Erzeugung und Verarbeitung des Stahls mitbestimmt werden. Dennoch: Davins Figuren erzählen nicht von der Geschichte des Stahls. Seine Plastik handelt von den Menschen - ihrem persönlichen, tagtäglichen und mühevollen Einsatz, ohne den die Geschichte des Stahls niemals hätte geschrieben werden können.

Michaela Mazurkiewicz-Wonn


Literaturauswahl

  • Aloys Lehnert: Geschichte der Stadt Dillingen/Saar. Dillingen 1969
  • Galerie kö 24 (Hg.): Stahlskulptur aus Berlin im Stadtraum von Hannover. Ausstellungskatalog Hannover 1987
  • Stadt Dillingen/Saar (Hg.): Internationales Stahlsymposion 1990. Dillingen/Saar 1990
    Darin:
    - Meinrad Maria Grewenig: Werke auf Ewigkeit - Werke aus Stahl. Internationales Stahlsymposion 1990, S. 7-11
    - Hans-Jürgen Breuste: "Sanctuarie", 1990, S. 19
    - Friedrich Gräsel: "Dillinger Kubenvariation", 1990, S. 29
    - Alf Lechner: "Dillingen-Pachten", 1990, S. 41
    - Lothar Meßner: "Arcus triplex", 1990, S. 47
    - Sir Eduardo Luigi Paolozzi: "Akropolis", S. 57
  • Anna Louise Mathieu: Skulpturenstraße aus Stahl. In: Saarbrücker Zeitung 2.7.1990
  • Anna Louise Mathieu: Rohrwurm antwortet Hütte. In: Saarbrücker Zeitung 20.7.1990
  • Anna Louise Mathieu: Stahl in Bausch und Bogen. In: Saarbrücker Zeitung, 5.9.1990
  • Anna Louise Mathieu: Stäbe, die zum Himmel schreien. In: Saarbrücker Zeitung, 5.9.1990
  • Britta Sachs: Versinkende Körper. Werke Alf Lechners in München. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.7.1990
  • Richard Serra - Schriften, Interviews 1970-1989. Bern 1990
  • Städtische Galerie Moritzburg Halle (Hg.): Stahlplastik in Deutschland 1993.
    Ausstellungskatalog Halle (Saale) 1993
  • Anna Louise Mathieu: Fast vollendet - Paolozzi-Plastik in Dillingen. In: Saarbrücker Zeitung, 25.10.1993
  • Alf Lechner - Skulpturen 1990-1995. Eine Gemeinschaftsausstellung nordrhein-westfälischer Kunstinstitutionen. Faltblatt, 1995
  • H. J. Breuste - Kraft der Liebe zum Geringen. Ausstellung Galerie E-Damm, Hannover. Faltblatt, 2005
  • Pressemitteilung der Dillinger Hütte und der Stadt Dillingen vom 21.7.2005
  • Dillinger Hüttenwerke AG (Hg.): Us Hütt. Menschen und Stahl der Dillinger Hütte. Dillingen. 2006
  • Jo Enzweiler (Hg.): Kunst im öffentlichen Raum, Saarland. Band 3, Landkreis Saarlouis nach 1945. Aufsätze und Bestandsaufnahme. Saarbrücken 2009
    Darin:
    - Monika Bugs: Die Dillinger Hütte und die Kunst., S. 146-151
    - Gertrud Schmidt: Moderne Stahlplastik in Dillingen/Saar. Zwei Kunstaktionen zu zwei Stadtjubiläen. S. 152-159
    - Oranna Dimmig: Bestandsaufnahme Kunst im öffentlichen Raum Saarland, Stadt Dillingen. S. 185-221
  • www.dillinger.de

Redaktion: Oranna Dimmig, Claudia Maas