Institut für aktuelle Kunst

Claudia Vogel, 2016. Foto: Dirk Rausch
Ausstellungsansicht Kunstpreis Robert Schumann, Stadtmuseum Simeonstift Trier, 2015. Foto: Dirk Rausch
Claudia Vogel, o. T., 2006, Holz, Schnur, 17 x 24 x 5 cm. Foto: Dirk Rausch
Claudia Vogel, o. T., 2006, Metallgitter, Öl, 20 x 20 cm. Foto: Claudia Vogel
Claudia Vogel, o. T., 2006, Metallgitter, Öl, Schnur, 70 x 65 cm. Foto: Dirk Rausch
Claudia Vogel, o. T., 2006, Jute, Öl, 40 x 30 cm. Foto: Dirk Rausch
Claudia Vogel, ohne Titel, 2010, Kunststoff und Jute, 20 x 30 cm. Foto: Dirk Rausch
Claudia Vogel, Stichproben, 2010-2011, Garn auf Papier, 21 x 29,7 cm. Foto: Dirk Rausch
Claudia Vogel, Stichproben, 2010-2011, Garn auf Papier, 21 x 21 cm. Foto: Dirk Rausch
Claudia Vogel, Stichproben, 2010-2011, Garn auf Papier, 21 x 21 cm. Foto: Dirk Rausch
Ausstellungsansicht Galerie de la Médiathèque Forbach, 2014. Foto: Dirk Rausch
"o.T.", 2016, Garn auf Papier, 21 x 29,7 cm. Foto: Dirk Rausch
"o.T.", 2016, Garn auf Papier, 21 x 29,7 cm. Foto: Dirk Rausch
"o.T.", 2016, Garn auf Papier, 21 x 29,7 cm. Foto: Dirk Rausch
"o.T.", 2014, Ölfarbe und Gaze, Keilrahmen, 25 x 30 cm. Foto: Dirk Rausch
"o.T.", 2014, Ölfarbe und Gaze, Keilrahmen, 25 x 30 cm. Foto: Dirk Rausch
"o.T.", 2016, Garn auf Papier, 42 x 42 cm. Foto: Dirk Rausch
"o.T.", 2016, Garn auf Papier, 42 x 42 cm. Foto: Dirk Rausch
"o.T." , 2017, Acryl auf Leinwand, 50 x 40 cm. Foto: Dirk Rausch
Claudia Vogel, ohne Titel, 2018, Acryl auf Holz, 20 x 30 cm

Vogel, Claudia

Malerin
geboren 1975 in Bernburg, Saale
lebt und arbeitet in Saarbrücken
Kategorie: Malerei

Künstlerin und Werk

Die Künstlerin Claudia Vogel stellt sich in ihren Werkstücken die Frage nach der Arbeit mit bzw. am Bild. So erörtert sie in der Bildfindung intensiv alle, das Bild definierenden Kategorien: So widmet sie sich innerhalb eines Werkzyklus intensiv dem Thema der Bildbegrenzung bzw. der Sichtbarmachung der das Bild konstituierenden Elemente, beispielsweise der Rahmenkonstruktion. Zudem zeugen die Arbeiten von einer starken Konzentration auf die Farbigkeit und auf eine sorgfältige Auswahl der materiellen Bildmittel, welche den Bildern gleichermaßen ein Höchstmaß an Stofflichkeit und Plastizität verleihen. Insbesondere die Ergründung der Bildtiefe, welche die Künstlerin in ihren Werken durch die sukzessive Erfassung verschiedener Bildebenen formuliert, ist kennzeichnend für die Arbeiten.

Die Künstlerin arbeitet parallel an verschiedenen Bildlösungen. Innerhalb einer Werkgruppe bespannt die Künstlerin hölzerne Rahmen mit feinmaschigen Textilien oder Netzen, die eine rasterartige Struktur als Bildgrund vorgeben. Durch diese feinmaschigen Gewebe reibt Claudia Vogel die Farbe von der Bildrückseite, welche an der Oberfläche die Bildstruktur hervorbringt. Sie benutzt in dieser Technik Ölfarben oder flüssige Kunstharze, welche während des zeitintensiven Gestaltungsprozesses aushärten. So sind die Werkstücke dieser Gruppe von Arbeiten charakterisiert durch die Verschiedenartigkeit der verwendeten Bildmittel: Abhängig von den Materialien, dem Grundraster des Trägermaterials und der stofflichen Konsistenz der Farben bzw. Kunstharze ergibt sich eine stark strukturierte Bildoberfläche. Die Kunstwerke Claudia Vogels weisen zum Teil organisch oder vegetabil anmutende Bildstrukturen auf, die wegen der intensiven Farbigkeit zugleich eine artifizielle Stilisierung erfahren. Mit diesen Bildfindungen tarriert die Künstlerin die Gestaltungsmöglichkeiten der Bildmittel, des vorgegebenen, orthogonalen Rasters und des freien, intuitiven Umgangs mit der Farbe, aus. Die Arbeiten weisen eine enorme Tiefenräumlichkeit auf, die von der Konsistenz und Menge des verwendeten Materials abhängt.

In ähnlicher Weise in die Bildtiefe geführt wirken andere Kunstwerke Claudia Vogels, die zeitgleich entstehen und in denen die Malerin den Umgang mit textilen Materialien in Form von farbigen Garnen erprobt. Bei diesen Arbeiten konzipiert sie einen Bildraum von einigen Zentimetern Tiefe, den sie durch eine Rahmenkonstruktion aus vier Holzleisten begrenzt. Mit farbigen Garnen formuliert Claudia Vogel die Kunstwerke, indem sie Fäden zwischen den Bild begrenzenden Elementen spannt. Im Gegensatz zum klassischen Tafelbild erschließt sie mit Ihren Bildkonzeptionen die Bildtiefe, da sie auf die Zweidimensionalität des Bildgrundes als Fläche verzichtet. Die Künstlerin spinnt ein Farbnetz mit einem Höchstmaß an Farbdichte in vielschichtigen Bildebenen. Ist es der mehrdiminesionale Farbraum, der diese Arbeiten prägt, so tritt in einer weiteren Werkgruppe, den so genannten „Stichproben“ erneut der Aspekt der Farbigkeit, insbesondere der Mehrfarbigkeit in den Vordergrund.

Claudia Vogel widmet diese zumeist kleinformatigen Garnarbeiten dem Umgang mit farbigen Synthetik- oder Seidengarnen. Den Bildträger bildet ein stabiler Karton, den sie mit einer Nadel in einem Rasterabstand von 5 oder 10 mm perforiert. In höchster Präzision und doch nicht absolut der Geometrie folgend, führt die Künstlerin den farbigen Faden von Rasterpunkt zu Rasterpunkt. So entsteht eine wohl kalkulierte und doch frei aus der Hand geschaffene Linienführung. Durch das farbige Garn, welches das Licht in unterschiedlichem Maße reflektiert, entsteht eine höchst interessante Farbwirkung, die durch den Betrachtungsabstand vom Kunstwerk maßgeblich beeinflusst wird. Aus der Nähe besehen, treten die farbigen Linien vor dem weißen Bildgrund deutlich in Erscheinung. Mit zunehmender Entfernung vom Kunstwerk stellt sich eine schimmernde Farbwirkung ein; der Bildgrund scheint die Farbigkeit des Garns zu reflektieren und evoziert im Auge des Betrachters den Effekt einer immateriell schwebenden Farbfläche. Insbesondere in den mit unterschiedlich farbigen Garnen formulierten Werken scheint die Farbe zu fluktuieren, die Kompositionen wirken bewegt und von diffuser Leichtigkeit.

Der seit 2010 von der Künstlerin eingeführte Werktitel „Stichproben“ lässt sich vordergründig auf die Gruppe der Garnarbeiten beziehen, verweist im eigentlichen Wortsinn aber auch auf den unmittelbaren Entstehungszusammenhang der Öl- und Kunstharzbilder: Der Begriff der Stichprobe bezeichnet nämlich eine beim Ausfließen flüssigen Materials entnommene Probe. Im Gegensatz zur pastosen Farb- und Materialfülle der Öl- und Kunstharzbilder, erzielt Claudia Vogel mit den textil formulierten Garnarbeiten völlig andere, feinstnuancierte Farbaussagen.

Die Buntfarbigkeit ist auch Thema eines neuen Werkzyklus, dem sich die Malerin aktuell widmet. Sie schafft Acrylgemälde deren Farbtiefe den Bildgrund durchdringt und sich je nach Betrachterstandpunkt als intensive Farbstruktur offenbart, bzw. aus verändertem Blickwinkel hinter der Textur des Bildgrundes zurücktritt. Dabei ergründet sie die Bild konstituierenden Aspekte Farbe, Textur, Materialität und Struktur und bezieht in dialektischem Perspektivwechsel alle Dimensionen des Bildraumes – sowohl die dem Betrachter zugewandte als auch die abgewandte Werkseite mit ein.

Trotz aller Gegensätzlichkeit und unterschiedlichster Bildaussagen ist den verschiedenen Werkgruppen ein enger gedanklicher Zusammenhang gemein: Die Arbeiten zeugen vom intensiven Interesse Claudia Vogels an Farben und Strukturen, formuliert zwischen kalkulierter Strukturhaftigkeit und freier Bildwerdung.

Sandra Kraemer

Biografie

  • 1975
    in Bernburg, Saale geboren
  • 2001
    Studienbeginn an der Hochschule der Bildenden Künste Saar im Fachbereich Freie Kunst bei Prof. Sigurd Rompza
  • 2003
    Gastsemester an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Helmut Federle
  • 2006
    Diplom bei Prof. Sigurd Rompza. Titel der Diplomarbeit: "Am Bild arbeiten"
  • 2004-10
    Mitarbeiterin der Galerie St. Johann, Saarbrücken
  • 2011
    Förderstipendium der Landeshauptstadt Saarbrücken
  • lebt und arbeitet in Saarbrücken

Einzelausstellungen

  • 2005
    Diplomausstellung "Am Bild arbeiten" Galerie St. Johann, Saarbrücken
  • 2011
    "Objekte", Kulturfoyer, Saarbrücken
  • 2014
    "heiter bis wolkig", Kunstverein Dillingen, Altes Schloss Dillingen
  • "Intervalles/Intervalle", Galerie de la Médiathèque, Forbach/FR
  • 2018
    “affin - Bilder von Claudia Vogel und Dirk Rausch”, Schloss Dagstuhl - Leibniz-Zentrum für Informatik, Wadern

Ausstellungsbeteiligungen

  • 2004
    "Fabriqué en Sarre", Galerie St. Johann, Saarbrücken
  • 2005
    "Kunstkiosk", Atelier Verdet, Saarbrücken
  • "Multiple Objekte", Galerie St. Johann, Saarbrücken
  • 2006
    "Arbeiten von Studierenden aus dem Atelier von Prof. Sigurd Rompza", Schloss Dagstuhl, Leibniz-Zentrum für Informatik, Wadern
  • Ausstellung anlässlich des Kulturmeilenfestes, SR Kulturpicknick, Hochschule für Musik, Saarbrücken
  • "von hier aus", Werke von Künstlerinnen der HBKsaar, Ministerium der Finanzen, Saarbrücken
  • "Wunderkammer" Galerie St. Johann, Saarbrücken
  • 2007
    "Welcome to our Neighbourhood", Stadtgalerie Saarbrücken
  • "Vogel - Rausch", Atelier Verdet, Saarbrücken (mit Dirk Rausch)
  • "frisch gestrichen", Galerie St. Johann, Saarbrücken
  • 2008
    "Rationale II", Frauenmuseum Bonn
  • "farbe", Galerie St. Johann, Saarbrücken
  • "Petersburg ... Jahresausstellung 2008", Galerie St. Johann, Saarbrücken
  • 2009
    "Positionen Konkreter Kunst Kunst heute", Landesmuseum Mainz
  • "Arbeiten auf Papier - konkret", Galerie St. Johann
  • "zu zweit", Galerie Grewenig/Nissen, Heidelberg-Handschuhsheim (mit Dirk Rausch)
  • "Reconnaître", Kunsthalle Paks, Paks/HU
  • 2010
    "Positionen Konkreter Kunst Kunst heute", Galerie Grewenig/Nissen, Heidelberg-Handschuhsheim
  • 2011
    "Rakel und Faden - Malerei und Objekte von Dirk Rausch und Claudia Vogel", Galerie in der Aula, Sulzbach
  • 2012
    "Know-How or No-How", Einheit 1, Saarbrücken
  • "Farbe konkret 1. Petra Klos, Julia Lutz, Katrin Thomas, Claudia Vogel", Galerie St. Johann, Saarbrücken
  • "Edition 'galerieampavillon 2012'", galerieampavillon, Saarbrücken
  • 2013
    "Saar Art 2013", Landeskunstausstellung, Museum Schloss Fellenberg, Merzig
  • 2014
    "Kunst im Salon - Saarländische Graphik, Zeichnung, Malerei", galerieampavillon, Saarbrücken
  • "Herbstsalon 2014", KuBa Kulturzentrum am Eurobahnhof, Saarbrücken
  • 2015
    "#glaubeliebehoffnung - Spuren der Transzendenz in der regionalen Gegenwartskunst", KuBa Kulturzentrum am Eurobahnhof, Saarbrücken
  • "Heldenmythen - Heldentaten - Heldentod", Saarländisches Künstlerhaus, Saarbrücken
  • "Herbstsalon 2015", KuBa Kulturzentrum am Eurobahnhof, Saarbrücken
  • "Kunstpreis Robert Schumann 2015", Stadtmuseum Simeonstift, Trier
  • 2016
    "Foyer de l'art concret", Saarbrücken
  • "TRANS/POSITION: Saarbrücken – Freiburg", E-Werk, Freiburg
  • 2017
    "die neue generation 5: dirk rausch - claudia vogel", galerie + edition konkret martin wörn, Sulzburg
  • "Saarart11", Lehrwerkstatt Burbach, Saarbrücken
  • 2018
    “Herbstsalon 2018”, KuBa Kulturzentrum am Eurobahnhof, Saarbrücken

Editionen

  • Fabriqué en Sarre. Mappenwerk mit Druckgrafiken von Studierenden der Hochschule der Bildenden Künste Saar aus dem Atelier von Prof. Sigurd Rompza und von Gästen
    Format: 40 x 50 cm
    Auflage: 80 Exemplare
    nummeriert und signiert
  • Vogel - Rausch. Mappenwerk mit Druckgrafiken von Claudia Vogel und Dirk Rausch
    Format: 40 x 30 cm
    Auflage: 30 Exemplare
    nummeriert und signiert

Bibliografie: Sammelschriften

  • Sandra Kraemer: Claudia Vogel. In: Marianne Pitzen (Hg.): Rationale II. Konstruktive, konkrete Kunst. Bilder, Objekte, Fotoarbeiten und Installationoen. Flucht aus dem Kubus. Räume und Licht. Köln 2008, S. 110 f.
  • Welcome to our Neighbourhood. Saarbrücken 2007
  • Sandra Kraemer: Claudia Vogel. In: Jo Enzweiler, Sigurd Rompza (Hg.): Positionen konkreter Kunst heute. Saarbrücken 2009, S. 58 f.
  • Reconnaître. Kunsthalle Paks (Hg.). Paks 2009, S. 140 f.
  • Claudia Vogel – Objekte. In: Saarbrücker Hefte, 106, 2012, S. 82-86
  • Andreas Bayer. (Hg.): Saar Art 2013. Zehnte Landeskunstausstellung. Band 1. Saarbrücken 2013, o. S.
  • Museum St. Wendel, Stiftung Dr. Walter Bruch (Hg.): Saarart11. Redaktion: Eva Dewes, Cornelieke Lagerwaard, Friederike Steitz. St. Wendel 2017, S. 238, 239

Quelle

  • Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Archiv, Bestand: Vogel, Claudia (Dossier 8838)

Redaktion: Sandra Kraemer

Leihgebühren

Privatpersonen Schüler und Studenten Praxen, Kanzleien, gewerbliche Einrichtungen und Firmen
je Kunstwerk 30 € 15 € 50 €
Künstlerplakate und Werke mit max. 40 cm Breite (ausgenommen Skulpturen) 15 € 10 € 25 €

Für alle Entleiher gilt: