Institut für aktuelle Kunst

Johann Peter Lüth. Foto: Lieselotte Lüth Johann Peter Lüth. Foto: Lieselotte Lüth
Johann Peter Lüth vor dem Rohbau des elterlichen Wohnhauses, Bad Nenndorf, 1960/61. Foto: Archiv Lüth (Reproduktion Gerhard Heisler)
Wohnhaus Lüth, Bad Nenndorf, 1960/61, Lieselotte Lüth-Hellenthal im Garten des Hauses. Foto: Archiv Lüth (Reproduktion Gerhard Heisler)
Entwurf für ein Gymnasium mit 24 Klassen in Bad Pyrmont, 1964. Foto: Archiv Lüth (Reproduktion Gerhard Heisler)
Wohnhaus Josef und Eva Hellenthal, St. Ingbert-Heckendalheim, 1966/67. Foto: heisler IMAGING, Gerhard Heisler
Wohnhaus Josef und Eva Hellenthal, St. Ingbert-Heckendalheim, 1966/67. Foto: heisler IMAGING, Gerhard Heisler
Mehrfamilienhaus für 10 Familien, Saarbrücken, 1972/73. Foto: heisler IMAGING, Gerhard Heisler
Wohnhaus Werner und Rotraud Alexander, St. Ingbert, 1967-68. Foto: heisler IMAGING, Gerhard Heisler
Wohnhaus Helmut und Marianne Veit, Sulzbach-Neuweiler, 1969/70. Foto: heisler IMAGING, Gerhard Heisler
Geschäftshaus Saarland Metzgereibedarf, Saarbrücken, 1971/72, Umbau zu einem Geschäftshaus mit Büros, 1982/83
Mehrfamilienhaus mit ca. 35 Wohnungen, Neunkirchen, mit Rudolf Birtel und Bernhard Grothe, 1970/72. Foto: heisler IMAGING, Gerhard Heisler
Wohnhaus und Atelier Gerhard und Katrin Heisler, Saarbrücken, 1975/76. Foto: heisler IMAGING, Gerhard Heisler
Wohnhaus und Atelier Gerhard und Katrin Heisler, Saarbrücken, 1975/76. Foto: heisler IMAGING, Gerhard Heisler
Mehrfamilien-Stadthaus, ­Saarbrücken, 1975/77. Foto: heisler IMAGING, Gerhard Heisler
Mehrzweckhalle, St. Ingbert-Oberwürzbach, 1974-75. Foto: heisler IMAGING, Gerhard Heisler
Schloss Saarbrücken nach dem Umbau durch Gottfried Böhm, 1982-89. Foto: heisler IMAGING, Gerhard Heisler
Kaufmännisches Berufsbildungszentrum Brebach-Fechingen, 1980-82, Architekt Bernhard Focht, Kunst am Bau von Leo Kornbrust und Lukas Kramer. Foto: heisler IMAGING, Gerhard Heisler
Weltkulturerbe Alte Völklinger Hütte. Foto: Hans Meyer-Veden
Weltkulturerbe Alte Völklinger Hütte. Foto: heisler IMAGING, Gerhard Heisler
Denkmalensemble Alte Schmelz, St. Ingbert. Foto: heisler IMAGING, Gerhard Heisler
Denkmalensemble Von-der-Heydt, Saarbrücken, Schlafhaus 1 (Casino) und Schlafhaus 2 (die Kirch). Foto: heisler IMAGING, Gerhard Heisler
Tagesanlage Maybach, 1985-90. Foto: heisler IMAGING, Gerhard Heisler
Becker-Turm, St. Ingbert. Foto: heisler IMAGING, Gerhard Heisler
Burg Montclair, Mettlach, Instandsetzung und Erschließung, mit Kurt Kühnen Alter Turm, Mettlach . Foto: heisler IMAGING, Gerhard Heisler
Alter Turm, Mettlach . Foto: heisler IMAGING, Gerhard Heisler
Stiftskirche Saarbrücken-St. Arnual. Foto: heisler IMAGING, Gerhard Heisler

Lüth, Johann Peter

Architekt
geboren 1937 in Stargard / Pommern
gestorben 2014 in Saarbrücken
Kategorie: Architektur, Denkmalpflege

Architekt und Werk

 

Aufgewachsen in einem protestantisch humanistisch gebildeten Elternhaus
als ältestes von fünf Geschwistern, war die Kindheit geprägt von kriegs-
und nachkriegsbedingten Fluchten aus Pommern über Berlin aufs
bombenfreiere Mecklenburger Land, schließlich bis nach Emden in
Ostfriesland. Dabei lernte Johann Peter Lüth schon früh, sich in Gruppen
einzufügen und Verantwortung für andere Personen wie Sachen zu
übernehmen. Diese Erfahrung – so scheint mir – bestimmt sein gesamtes
weiteres Leben und paart sich mit vielseitigen Interessen und
Kontaktfreude, auch einer gewissen mecklenburgischen Dickschädeligkeit.
Vielleicht ist es nicht verwunderlich, dass er den Architektenberuf
wählte, der den sensiblen Umgang mit Dingen, die Zusammenarbeit mit
Partnern und die Rücksicht auf die Wünsche von Bauherren und Nutzern
benötigt. Möglicherweise war es eine glückliche Fügung, dass der Vater
ein Studium in Ulm mit seiner einseitigen Ausrichtung nicht erlaubte und
Lüth stattdessen in Berlin studierte, wo es keine „Schule“ gab, aber
Teamgeist und selbst-bestimmtes Arbeiten gefordert, dabei die Neigungen
jedes einzelnen Studenten gefördert wurden.

Prägend und bis heute verehrt, war für Lüth der Städtebauer Prof. Fritz Eggeling, in
dessen Privatbüro er praktische städtebauliche Erfahrungen sammeln
durfte. Nach dem mit „sehr gut“ bestandenen und mit einer Silbermedaille
ausgezeichneten Diplom wäre er wohl gerne in Berlin geblieben, doch zog
er mit seiner Studienkollegin, Freundin und Ehefrau Lieselotte aus
familiären Gründen in deren Heimatstadt St. Ingbert. Während des
Studiums hatte er bereits ein Familienhaus für die Eltern in Bad
Nenndorf gebaut, in St. Ingbert musste er sich zunächst gedulden, bis
der erste Bauauftrag kam und Jahre -intensivster freiberuflicher
Bautätigkeit begannen. Das Haus Hellenthal in St. Ingbert-Heckendalheim,
1966/67 erbaut, steht noch -heute wie damals – der schalungsraue Beton
ein wenig gealtert, aber ohne -Schäden – als Betonfelsen im
ausgebeuteten Sandsteinbruch. Den scharfkantigen viergeschossigen Block
schneidet eine breite Betonfuge auf, schließt eine Dachterrasse ab, wie
bei Le Corbusier-Häusern in Teilen von einer geschwungenen Betonscheibe
überdacht. Das Innere prägt der zwei Geschosse einnehmende große
Wohnraum, in den Tageslicht durch eine raumhohe Fensterwand fällt und in
dessen Luftraum eine leicht geschwungene Empore ragt. Eine Wendeltreppe
führt hinab. Dieses Haus wurde mit dem BDA-Preis ausgezeichnet.

Der zweigeschossige Wohnraum findet sich nicht nur als Hommage an Le
Corbusier in mehreren seiner Häuser, – dem Haus Heisler in Saarbrücken
1975/76 oder der gleichzeitigen Reihenhausanlage in der Charlottenstraße
in Saarbrücken –, sondern als das bewusst in den Mittelpunkt gerückte,
zentrale Hauselement, auf das sich alles andere ausrichtet. Immer wieder
gelang es Lüth, die topografischen Herausforderungen eines
Hanggrundstückes in den architektonischen Aufbau zu übersetzen und trotz
aller geometrischen Strenge ein plastisches Gebilde zu schaffen. Farbig
behandelte einzelne Elemente unterstreichen es und tragen bei allen
Häusern zum Gesamtcharakter bei. Insbesondere das Haus Heisler staffelt
sich mit Terrassen den Hang hinauf, schmiegt sich ihm an. Mit einem
quadratischen Grundrissraster, das sich um die offene Treppe dreht, kann
man in diesem Haus eine moderne -Variante der Villa Obenauer von Peter
Behrens sehen, die nicht weit entfernt steht.

Ein reiner Betonbau bleibt in Lüths Werk die Ausnahme, typischer ist für ihn die Verbindung
von Mauerwerk und Betonfertigteilen, exzellent ausgeführt 1969/70 im
Haus Veit, Sulzbach-Neuweiler, an dem ein weiteres Merkmal abzulesen
ist: die Schottenbauweise. Gegen-einander verschobene Hausabschnitte,
vorgelagerte Terrassen und Balkone, in die Tiefe gezogene Eingänge und
eingeschnittene Fenster verbinden sich mit dem umgebenden Garten zu
einem untrennbaren Gesamtgefüge. Gäbe es nicht die zeittypischen
Details, das Haus könnte gerade erst errichtet worden sein. Auch
Innenausbau, Schrankwände und Möblierung wurden von Lüth entworfen. Wie
das Haus Hellenthal steht auch dieses Haus unter Denkmalschutz.

Lüths Bauten sind maßgeschneidert für einen bestimmten Benutzer, dennoch
-jederzeit von anderen Bewohnern oder für neue Aufgaben zu gebrauchen,
wie etwa das innerstädtische Lagergebäude eines Metzgereibedarfs. Es
beherbergt heute eine Bank, Büros und Praxen, eine mögliche Umwidmung,
die von Lüth bereits bei der Bauplanung berücksichtigt worden war.
Maßschneiderei und Detailversessenheit verlangen eine immerwährende
Auseinandersetzung, Lüth wollte ruhigere Fahrwasser erreichen, auch war
ihm sein Tätigkeitsbereich als Architekt zu eng geworden. So lockte ihn
1975 das Angebot des neu gegründeten Stadtverbandes Saarbrücken, ein
Bauplanungsamt aufzubauen und die Leitung zu übernehmen. Ruhiger wurde
es wohl kaum, denn es warteten u.a. der Bau von Schulen und die
Mammutaufgabe „Saarbrücker Schloss“. Lüth hatte Bauherrenfunktion zu
vertreten. Jetzt wurde interdisziplinäre Teamarbeit zum Markenzeichen,
beispielsweise bei der kaufmännischen Berufsschule in
-Brebach-Fechingen. Aus der Zusammenarbeit von Architekt Bernhard Focht,
den Künstlern Lukas Kramer und Leo Kornbrust, der Schulleitung und dem
Kollegium entstand eine Schule, die für alle Nutzer Heimat wurde. Das
-heutige Saarbrücker Schloss ist weitgehend auch Lüth zu verdanken durch
sein um die Aufgabe kreisendes fortwährendes Nachdenken, das schnelle
Entscheidungen ausschloss und häufig als unbequem angesehen wurde, die
Suche nach überzeugenden Mitstreitern, die Bereitschaft zu zahl-reichen
Streitgesprächen und Diskussionsveranstaltungen mit Bürgern und
Politikern. So entwarf Gottfried Böhm schließlich einen Mittelpavillon,
der auch nach fünfundzwanzig Jahren noch als wegweisend für den Umgang
mit Alt und Neu gilt. Für die notwendige Finanzierung gründete sich die
Aufbaugesellschaft Saarbrücker Schloss, deren Geschäftsführer Lüth
wurde. Lüth hat den Entwicklungsprozess eindringlich in einem
lesenswerten Aufsatz beschrieben.

1985 wurde Lüth als Nachfolger von Johannes Habich von Kultusminister Diether Breitenbach als
Landeskonservator berufen. Damit bekleidete dieses Amt erstmals ein
Architekt. Standen bisher, wie in allen anderen Bundesländern auch, die
klassischen Denkmale im Fokus des -Interesses – Kirchen, Schlösser,
Profanbauten – von denen es im Saarland aber nur eine beschränkte Anzahl
gibt, rückten jetzt aus der Nutzung gefallene Industrieanlagen und die
zugehörigen Arbeitersiedlungen in den Mittelpunkt, mussten
inventarisiert, ihre Unterhaltung überprüft und für eventuelle weitere
und neue Nutzungen vorbereitet werden. Die „Denkmäler saarländischer
Industriekultur“ wurden 1989 als Buch veröffentlicht. Die
länderübergreifende Route der Industriekultur Saar-Lor-Lux kam über das
Entwurfsstadium leider nicht hinaus, ließe sich aber immer noch
umsetzen. Lüths Konzeption ist hier als Anhang nachzulesen. Nachdem der
Vorgänger im Amt, Johannes Habich, die Neunkircher Hütte nicht retten
konnte, die weitgehend einem Einkaufszentrum geopfert wurde, stellte der
Umgang mit der Völklinger Hütte eine neue Herausforderung dar. Sollte
man sie dem Verfall preisgeben oder sie so sichern, dass die Anlage auch
für nachfolgende Generationen die Eisenverhüttung nachvollziehbar
macht? Man entschied sich für die Sicherung, begann mit der
Instandsetzung des Daches über der eindrucksvollen Gebläsehalle und
öffnete die Hütte für Besucher, die durch Theateraufführungen, Konzerte
und Führungen angelockt wurden. Und Lüth musste sich um finanzielle
Unterstützung bei der Europäischen Gemeinschaft, beim Bund usw. kümmern.
Die Aufnahme in die Welterbeliste 1994 dürfte für die Regierung wie für
den Landeskonservator und sein Team eine großartige Bestätigung der
geleisteten Arbeit gewesen sein, gleichzeitig aber auch die
Verpflichtung, im Kampf um den Erhalt nicht nachzulassen. Und so galt
seine ständige Sorge bis zur Pensionierung 2002 der Völklinger Hütte,
ohne dabei die anderen Denkmäler zu vernachlässigen. Herausragend ist
die Arbeitersiedlung Alte Schmelz in St. Ingbert, für die 1995 eine
Wohnungsbaugenossenschaft gegründet wurde, mit deren Hilfe die Bewohner
Haus für Haus in Eigenarbeit sanieren konnten.

Die Eintragungen in die Denkmalliste geschahen immer im Einvernehmen mit dem
Landesdenkmalrat, der von Lüth vorbildlich bereits im Vorfeld informiert
wurde und sich so ein eigenes Bild machen konnte. Und umgekehrt wurde
er bei strittigen Projekten vom Landesdenkmalrat unterstützt, bei den
Angel-Häusern in St. Wendel oder dem Landeskrankenhaus in Merzig. Im
Landesdenkmalrat sah Lüth das die Öffentlichkeit vertretende Gremium und
so war ihm eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sehr wichtig. Indem er
auf der optimalen Lösung für ein Denkmal beharrte, war er sicherlich
manchem Denkmalbesitzer unbequem. Doch für ihn stand immer das Denkmal
im Vordergrund seines Interesses.

2002 wurde Johann Peter Lüth pensioniert, sein Leben wurde nicht ruhiger, sondern er blieb der
„Unruhestifter“, gemeinsam mit Mitgliedern des Werkbundes kämpfte er,
leider vergebens, gegen die Zerstörung der Bergwerksdirektion in
Saarbrücken zugunsten eines Einkaufszentrums. Auch gelang es ihm nicht,
die Erweiterung der Modernen Galerie mit einem überdimensionierten und
städtebaulich schädlichen Bau zu verhindern. Die dabei erlittene Häme
hat ihn nicht beirrt. Indem er fast pedantisch genau öffentliche
Projekte analysiert, ihre wirtschaftliche, architektonische oder
städtebauliche Wirkung untersucht, findet er immer wieder Mitstreiter
für oder gegen eine Sache. Freundschaften und ein Netzwerk an
Beziehungen, das er seit dem Studium aufgebaut und gepflegt hat, helfen
ihm dabei. Dazu gehört auch der Deutsche Werkbund Saarland, dessen
Vorsitz er für für viele Jahre bis 1998 innehatte.

Marlen Dittmann

Biografie

  • 1937
    geboren in Stargard / Pommern
  • 1957-60
    Studium der Architektur und des Städtebaus an der Technischen Universität Berlin
  • 1960-61
    Studium der Architektur an der Technischen Hochschule Hannover
  • 1961-62
    Arbeit am LEX Göttingen, bei Prof. Fritz Eggeling
  • 1962-65
    Studium der Architektur und des Städtebaus an der Technischen Universität BerlinGarten- und Landschaftsbau: Übungen bei Prof. Herta HammerbacherMalen Prof. Piper, Bildhauerei Prof. Reuter
  • 1964
    humanistische Prüfung Biologie/Anthropologie/Deutsche Literatur (Höllerer)/Englische Literatur
  • 1965
    Diplomarbeit bei den Prof. Willy Kreuzer und Fritz Eggeling, Beurteilung zusätzlich von Prof. Oswald Mathis Ungers, Thema „Neuordnung eines ¬Baublocks in Berlin-Wedding“
  • 1965
    Heirat mit Lieselotte Hellenthal2 Töchter: Nanna, geboren 1966, ¬Charlotte, geboren 1968
  • 1966-75
    eigenes Architekturbüro, zeitweise als "Werkgruppe 3" mit Josef von Waldbott und Helmut Kreutzer, Mitarbeiter Lüth: Jürgen de Giuli, Klaus-Peter Kahle, Thomas Schmidt, Eckhard Kirchen
  • 1974-75
    Lehrauftrag an der Fachhochschule des Saarlandes im Fachbereich Architektur; externer Prüfer der Absolventen der Fachhochschule des Saarlandes, Fachbereich Design und Innenarchitektur
  • 1975-85
    Leiter des Bauamtes des Stadtverbandes Saarbrücken
  • 1985-2002
    Landeskonservator, Leiter des Staatlichen Konservatoramtes des Saarlandes
  • 2014
    gestorben

Mitgliedschaften


AIV-Saar Architekten- und Ingenieurverein Saar, Arbeitskreis für Baufragen der evangelischen Kirche im Rheinland,BDA Saarland Bund Deutscher Architekten Landesverband Saarland e.V., DWB Saarland Deutscher Werkbund Saarland, ­ICOMOS International Council on Monuments and Sites, IFLIS Institut für Landeskunde im Saarland e.V., IFS Institut für Steinkonservierung e.V. der Länder Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen, Freundeskreis zur Rettung Jüdischen Kulturgutes im Saarland e.V., Kommission für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung e.V., Wohnungsbaugenossenschaft Albrecht Herold – Alte Schmelz e.G.

Preise / Ehrungen

  • BDA-Preise und Anerkennungen für vorbildlich ausgeführte Bauten:
  • 1969
    Wohnhaus Hellenthal
  • 1983
    Kaufmännisches Berufsbildungszentrum (KBBZ) Brebach-Fechingen für den Stadtverband Saarbrücken als Bauherr
  • 1995
    Saarbrücker Schloss für den Stadtverband Saarbrücken als Bauherr

Bauten

  • Studium
  • 1956-57
    Entwurf einer Sporthalle als Teil des Neuen Gymnasiums in Emden außerhalb der Wallanlagen an der Ausfallstraße nach Aurich in der ARGE Kunst bei Heinz Hofmann, Kunsterzieher; Entwurf und Bau des eigenen Ateliers im Dachgeschoss des Elternhauses
  • 1958-60
    Entwürfe und Detailplanung: Milchbar, Pension an der OstseeMitarbeit im Architekturbüro Hermann Börner in Leer Ostfriesland: Detailarbeiten für Schulen, Umzeichnungen von Wettbewerben
  • 1960/61
    Entwurf und Bau eines Einfamilienhaus in Bad Nenndorf
  • 1962/64
    Entwürfe Hochbau: Gymnasium mit 24 Klassen; Reiterzentrum mit Gästewohnungen in Herberhausen bei Göttingen; Reithalle
  • Übungen/Stegreifentwürfe: Hotel und Theater in Berlin am Kurfürstendamm, Haus eines Einsiedlers, Kleines Stadtzentrum
  • Städtebau: Forschungen/Bestandsaufnahmen zum Städtebau im Wedding vom Totalabbruch und Flächensanierung zur erhaltenden Erneuerung/Stadtumbau/Stadtsanierung
  • Regionalplanung in Göttingen: Bestandsaufnahmen/Modellbau Entwicklung von Eingemeindungskonzepten/Bandstadt/Lex Göttingen
  • Stadterweiterung Hannover-Mühlenberg
  • 1965
    Diplomarbeit: Neuordnung eines Baublocks im Wedding, Brunnenstraße (West), Demminerstraße (Nord), ¬Ruppinerstraße (Ost), Stralsunderstraße (Süd), Vinetaplatz (Süd): Wohn- und Geschäftsbauten an der Brunnenstrasse über Lager- und Parkhäusern 2 1/2 geschossig, Planungsziel: strukturbezogene, allmähliche bestandssichernde Neuordnung eines Baublocks in der Nähe der Berliner Mauer, Bernauerstraße
  • Freischaffender Architekt
  • Einfamilienhäuser
  • 1966/67
    Wohnhaus Josef und Eva Hellenthal, St. Ingberter Straße 5 a, St. Ingbert-Heckendalheim, dreigeschossiges, blockhaftes Wohnhaus aus kerngedämmtem, schalungsrauem Sichtbeton als "Felsersatz“ eines ¬Steinbruchs (Sandstein) für eine sechsköpfige Familie, BDA Preis Sparte Wohnungsbau 1969, Eintrag in die Denkmalliste
  • 1967/68 Wohnhaus Werner und Rotraud Alexander, Eichendorffstraße 4, St. Ingbert, Putz/Sichtbetonhaus an einem leichten Hang für eine fünfköpfige Familie
  • 1969/70
    Wohnhaus Helmut und Marianne Veit, Martin-Luther-Straße 70, Sulzbach-Neuweiler, mit zwei Einliegerwohnungen, Ziegel/Klinker Sichtmauerwerk und ¬Fertigbetonteile, Schottenbauweise, -variable Grundrisse, Eintragung in die Denkmalliste 2010
  • 1972/73
    Wohnhaus Karlheinz und Carmen Wallé, Birkenweg 18, St. Ingbert-Rohrbach, mit Schwimmbad, Putzbau mit gestaffeltem Pultdach für eine vierköpfige Familie
  • 1975/76
    Wohnhaus und Atelier Gerhard und ¬Katrin Heisler, Charlottenstraße 23, Saarbrücken, Haus am Hang in Kalksandstein-Sichtmauerwerk für einen Fotografen und seine sechsköpfige Familie
  • Mehrfamilienhäuser
  • 1970/72
    Mehrfamilienhaus mit ca 35 Wohnungen, Schlesierweg, Neunkirchen, Bauherr: GSG Neunkirchen, Hochhaus mit schieferverkleideter ¬Fassade und gesteckten, farbigen Fertigbetonteilen der Balkone, Entwurf Lüth, Projektsteuerung und Bauleitung: Rudolf Birtel und Bernhard Grothe
  • 1972/73
    Mehrfamilienhaus für 10 Familien, Habichtsweg 33, Saarbrücken, Bauherr: Generalunternehmer Gross, St. Ingbert, Terrassenhaus am Hang mit Schwimmbad, geputzter Massivbau mit Sichtbeton-Fertigteilen
  • 1973/74
    Mehrfamilienhaus für neun Familien, Am Staden, Saarbrücken, Bauherr: Optiker Link, Geputzter Massivbau mit Betonfertigteilen
  • 1975/77
    Mehrfamilien-Stadthaus, ¬Saarbrücken, Charlottenstraße 2 a-d, Haus am Gegenhang, viergeschossige Reihen/Scheiben-Einfamilienhäuser, Klinker-Sichtmauerwerk, Sichtbeton
  • Sanierungen
  • 1966-67
    Umbau Lichtspielhäuser und Arztpraxen in St. Ingbert und Sulzbach; Alte Schmiede St. Ingbert; Möbelhaus Towae-Maurer, Fürstenstraße, Saarbrücken
  • Geschäftshäuser
  • 1969/70
    Umbau Barockhaus, Kaiserstraße 70, St. Ingbert , Einrichtung des Büros „Werkgruppe“ Lüth/Von Waldbott“ im Mansarddach
  • 1971/72
    Saarland Metzgereibedarf, Mainzerstraße, Saarbrücken, Bauherr: Strobel GmbH, Stahlbeton Skelettbau mit Sichtbeton Fertigteilen, Stahl – Holz Verbund Fenstern für ein fünfgeschossiges Geschäfts- und Lagerhaus über grundstücksgroßer Tiefgarage, Lastenaufzug/Personenaufzug, Nutzungsvarianten von kombinierten Geschäften, Büros, Praxen und Wohnungen durchgespielt; erster Umbau zu einem Geschäftshaus mit Büros 1982/83
  • 1972/73
    Deutsche Bank, Kaiserstraße, St. Ingbert, Entwurf: Peter Lüth und Helmut Kreutzer dreigeschossiger Ersatzbau mit Kassenhalle, Tresoren und Büros/Praxen in den Obergeschossen
  • 1973/74
    Verwaltungsgebäude Peter Gross ¬Bauunternehmen, Dudweiler Straße, St. Ingbert, Gesamtkonzeption, erster Bauabschnitt verwirklicht, spätere Vollendung in gleicher Konstruktion: Stahlbeton Skelett mit Sichtbeton-Fertigteilen, ergänzt und im System erweitert durch Bernhard Focht (A), Gesellschaftsbauten
  • 1975/76
    Mehrzweckhalle, St. Ingbert-Oberwürzbach, Bauherr: Stadt St. Ingbert mit Lieselotte Lüth-Hellenthal (A), zweifach teilbare Sporthalle mit ¬Mehrzweckeinrichtungen Sport, Theater, Musik, Karneval etc. Stahlbetonskelett mit ausfachenden Sichtbetonteilen, Innenwände aus farbig lasierten Sperrholztafeln
  • 1974-75
    Kindergarten Friedrichsthal mit Helmut Kreutzer, Verputzter Ziegel-Holzbau
  • Städtebau
  • 1968-75
    Stadtentwicklung St. Ingbert, Wettbewerb Siedlungsbau 1. Preis; Zentrum Wohnungsbau; Ansiedlungsprojekte Karstadt, Erhalt Altes Rathaus
  • 1969
    Wettbewerb Zentrum Lenbach, Einkaufszentrum mit Rathaus und Schwimmbad, 1. Preis in einem offenen Architektenwettbewerb
  • 1972-74
    Verschiedene Siedlungsentwürfe für Homburg-Einöd und Blieskastel
  • 1974-89
    Wohnanlage St. Ingbert-Hassel, Verschiedene Entwürfe verwirklicht durch Lieselotte Lüth-Hellenthal, 1977/78
  • 1975-80
    Stadtmitte St. Ingbert, Entwurf

Büro

Stadtverband Saarbrücken 1975-85

  • Stadtverband Saarbrücken, Abteilungen des Bauamtes, Bauverwaltung, Hochbauabteilung, Tiefbauabteilung, Planungsabteilung, Untere Bauaufsichtsbehörde, Untere Denkmalschutzbehörde
  • Arbeitsschwerpunkte:
  • Entwurf des Flächennutzungsplans, fertiggestellt und beschlossen 1979/80
  • 2. Renovierung und Umbau des S­aarbrücker Schlosses, Gutachterliches Planverfahren 1977 /78 mit Martin Kirchner, Hamburg
  • Durchführung von Wettbewerben zum Hochbau:
  • Riegelsberger Rathaus, 1. Preis Miroslav Volf
  • Durchführung von Wettbewerben zum Schulbau:
  • Kaufmännisches Berufsbildungzentrum Brebach-Fechingen, 1. Preis Bernhard Focht
  • Müggelsberg Berufsschulen, 2. Preis Werner Huppert
  • Schul- und Krankenhausbau
  • Denkmalpflege
  • Kunst am Bau – integrierte Verfahren: Bernhard Focht, Lukas Kramer, Leo Kornbrust, Paul Schneider
  • Energetische Problemlösungen
  • Brebach-Fechingen: Ursprünglich geplant elektrische Versorgung, durchgesetzt Blockheizkraftwerk mit Kapazitäten für ehemaliges Rathaus/Zulassungsstelle
  • Gründung der Aufbaugesellschaft Saarbrücker Schloss am 22.11.1982, technischer Geschäftsführer bis 1986

Denkmalpflege

Denkmalpflege 1985-2002 

Burgen und Schlösser

  • Schloss und Schlossplatz, Saarbrücken (Entwurf: Friedrich Joachim Stengel, 1739-48), 1985-89 mit Karl Kirsch (MA) Renovierung und Komplettierung des Schlosses, Neufassung des Platzes mit Gottfried Böhm (A), Nikolaus Rosiny (A), Klaus Krüger (A) und Lutz Rieger (A), Bauleitung Erich Fissabre (A)
  • Burgberg Nohfelden (13. Jahrhundert), 1987-2000 mit Norbert Köhl (A) und Peter Gergen (A), Sicherung der Burgruine
  • Burg Montclair, Mettlach (1428-39), 1988-93, 2000-02 mit Kurt Kühnen (A), Instandsetzung und Erschließung
  • Schloss Berg, Nennig (16./18. Jahrhundert), 1990-91 mit Erich Fissabre (A), Oberburg und ­Unterburg Sanierung und Umbau zu einem Hotel, Neubau eines Spielcasinos durch Bernhard Focht (A)
  • Schlossruinen und Park Karlsberg, Homburg Ruinensicherung der Orangerie und des Tschifflik Pavillons (1778-85), 1990-2002 mit Dietmar Kolling (A), Konzeption ­Neuer/Alter Park auf der Basis einer ­gartenarchäologischen Bestands­aufnahme durch Peter Jordan, Landschaftsarchitekt, mit Lucius Burckhardt, Gerhard Hegelmann und Hanno Dutt, Harald Hullmann und Jörn Wallacher
  • Burg Kirkel (12. Jahrhundert), 1993-2002 mit Dietmar Kolling (A), Christel Bernhard, Instandsetzung, Grabung und Bauforschung
  • Jagdschloss und Scheune Neuhaus (18. Jahrhundert), 1994-2002 mit Jörn Wallacher und Alt und Britz (A), Instandsetzung und Ausbau der Scheune zum Forstzentrum, Ausbau des Jagdschlosses zu einem Restaurant
  • Gollenstein, Blieskastel um 1995 mit Walter Reinhard (MA), gründliche erste Restaurierung des nach Kriegszerstörungen wieder errichten Steins
  • Burgruine Kerpen, Illingen (14. Jahrhundert), 1997-2002 1. Preis und Ausführung Markus Ott (A), Instandsetzung und Ergänzung mit einem Hotelrestaurant
  • Schloss Münchweiler (1749-85), 1998-2002 mit Krüger und Rieger (A) und Markus Ott (A), Instandsetzung des äußeren Baus und des Treppenhauses
  • Brunnen, Innenhof der ehemaligen Benediktiner Abtei St. Peter, heute Verwaltungsgebäude V&B, Mettlach (Entwurf: Karl Friedrich Schinkel, 1838), 2002 Restaurierung und Wiederaufstellung mit Bruno Jochum (A)/Büro Krüger und Rieger

Kirchen, Synagogen, Friedhöfe

  • Schlosskirche, Saarbrücken (Ende 15. Jahrhundert), 1985-98 mit Volkmar Dietsch (MA), Sanierung mit Klaus Krüger (A) und Lutz Rieger (A), Wiederherstellung der nach dem Anschlag auf die Wehrmachtsausstellung im benachbarten Volkshochschulzentrum teilzerstörten Schlossfenster von Georg Meistermann
  • Stiftskirche St. Arnual, Saarbrücken (13./14. Jahrhundert), 1985-94 mit Hubertus Wandel (A) und ­Emanuel Roth (MA), Weiterführung der von ­Johannes Habich begonnen ­Grundinstandsetzung, Chorneu­gründung, Restaurierung, Einrichtung der Kirche und ihres Vorplatzes, Grabungen in der Kirche und im Kreuzgang, ­Restaurierung der unter dem Eingang wieder aufgefundenen Marienstatue
  • Evangelische Ludwigskirche, Saarbrücken (Entwurf: Friedrich Joachim Stengel, 1762-75), 1985-2000 mit Karl Kirsch: Komplettierung des Innenausbaus und Ergänzung der figürlichen Plastik mit acht Karyatiden, Aufstellung des Propheten Hesekiel auf der Attika (Initiative Ulrich Conrads), Bildhauer Lothar Beck, Dresden (K), mit Klaus Krüger (A) und Lutz Rieger (A), zeitweise in Zusammenarbeit mit dem Leiter des Sächsischen Landesamt für Denkmalpflege Gerhard Glaser: Restaurierung der Evangelisten in den Außennischen der Längsarme und des Wappens auf der Attika über dem Osteingang, Neueindeckung des Schieferdaches, Instandsetzung des Turms
  • Alter Turm, Mettlach (Ende 10.-Anfang 11. Jahrhundert), 1986-97, Bauforschung mit Hans-Herrmann Reck und Georg Skalecki (MA), mit dem Zollerninstitut Trockenlegungskonzepte, mit Krüger und Rieger (A) Restaurierung des Inneren und Äußeren, neues Bleidach
  • Evangelische Kirche Bischmisheim (Entwurf: Karl Friedrich Schinkel, 1822-24) 1986-88 mit Kirchenmaler Manfred Bleßmann, Berlin, farbige Neufassung des Innenraums in Anlehnung an SchinkelpläneJüdischen Friedhöfe im Saarland
  • Jüdische Friedhöfe, 1987-2002, Inventarisation mit Wolfgang Meyn (MA), Andrea Bock (MA), Rupert Schreiber (MA), zusammen mit Herbert Jochum Gründung des „Freundeskreises Jüdischen Kulturgutes im Saarland“, Aufbau der Wanderausstellung "Projekte zur Pflege der Friedhöfe mit den Gemeinden", Erfassung, Übersetzung und Dokumentation der Inschriften aller Grabsteine mit Michael Brocke, Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte, Universität Duisburg-Essen
  • Synagoge, Homburg (1860-62), 1990er Jahre, mit dem zweiten Preisträger Hubertus Wandel (A), Wettbewerb und Sicherung der Ruine
  • Evangelische Kirche Hirzweiler, Illingen, (Entwurf: Otto Eberbach, 1931-32) 1988-90, Instandsetzung und Restaurierung des Innenraums
  • St. Albert, Saarbrücken (Entwurf: Gottfried Böhm, 1952-55), 1990 mit Dieter Krauser (A), Betonsanierung
  • Christ König Kirche, Saarbrücken (Entwurf: Carl Colombo, 1927-29), 1990-96, mit Elmar Kraemer (A), Restaurierung der Innenraumfassung
  • Alte Stengelkirche Wellesweiler, Neunkirchen (Entwurf: Karl Abraham Dodel, 1758) 1993-98, mit Rudolf Birtel (A), Sanierung, Bauaufnahme, Erforschung der Vorgängerkirchen Evangelische Johanneskirche, Saarbrücken (Entwurf: Heinrich Güth, 1894-98), 1994-95 mit Miroslav Volf (A)
  • St. Michael, Saarbrücken (Entwurf: Hans Herkommer, 1923-24) 1995-96 mit Alt+Britz (A), Schaffung eines neuen Vorraumes und Altarbereichs
  • Benediktinerabtei und Pfarrkirche St. Mauritius, Tholey (Ende 13.-Anfang 14. Jahrhundert) 1997-2002 mit Rupert Schreiber (MA) und Krüger und Rieger (A), Instandsetzung des Chors und der Klosteranlage

Industrie, Handwerk

  • Neunkircher Eisenwerk – Relikte der ­ältesten Saarländischen Hütte (1539) 1985-90, Hochofen 6 mit 3 Cowpern und Hochofen 2, Wasserturm und alter Gebläsehalle, Hammerweiher und Graben, Wettbewerb zur Einrichtung eines saarländischen Museums der Eisenverhüttung unter Federführung des Amtes mit Rainer Slotta, Rudolf Birtel u.a, Fortsetzung des jahrelangen Kampfes um die Erhaltung der Hütte unter Johannes Habich, Hochöfen Cowper, Gichtbühne und große Gebläsehäuser mit historisch bedeutsamen Gebläsemaschinen trotz der Proteste des Landesdenkmalrates zugunsten eines Einkaufzentrums abgebrochen. Alle genannten, vom Abbruch verschonten, Relikte der Hütte in einem "Hüttenpark" erhalten.
  • Alte Völklinger Hütte, 1985-2002, Inventarisation mit Norbert Mendgen und Rolf Höhmann, Begründung und Erarbeitung der Anträge zur Anmeldung der Hütte in die Welterbeliste (1993) zusammen mit Georg Skalecki, Aufbau und Leitung einer "Hüttenbauhütte" 1993-2002 gemeinsam mit der Initiative Völklinger Hütte und der Stahlstiftung, zeitweise unter Mitwirkung der LEG, Instandsetzungen des Gebläsehauses mit Hans Thomas Stolpe (A) und Bernhard Focht (A), der Hochöfen, Cowper und Sinteranlage mit Herbert und Werner Huppert (A), Arbeiten in der Kokerei und an den Infrastrukturen z.B. Gleise des Flächendenkmals mit ABM-Mannschaften unter Anleitung von Manfred Görgen. Wissenschaftliche Erkundung und Rettung von Ausstattungen und rollendem Material durch die Initiative Völklinger Hütte, Lichtprojekt 1999 nach einem Wettbewerb durch Hans Peter Kuhn, Berlin, technische Umsetzung mit Tobias Link, Neunkirchen
  • Tagesanlage Maybach, 1985-90 jahrelanger Kampf um die Fördergerüste, präventiv abgebaut als sie einer Schlackenhalde zum Opfer fallen sollten, deren Schüttkegel sie dann doch nicht berührte. Erhalten blieben die Förder­maschinenhäuser Albert (1882) Marie (1889) und Frieda (1902) sowie die ­Kaffeeküche, mit Arthur Mundanjohl, ­Leiter der Unteren Denkmalschutz­behörde des Stadtverbandes
  • Alte Schmelz, St. Ingbert (Spätbarocke Werkssiedlung) 1987-2000, Inventarisation Volkmar Dietsch (MA), Bauberatung Helmut ­Göbel (A), Gesamtbetreuung von Werk und Siedlung, Mitbegründer der Wohnungsbau-Genossenschaft Albrecht Herold-Alte Schmelz, Schlafhaus, alte Möllerhalle, Herrenhaus, spätklassizistische Verwaltungsgebäude, Elektro­zentrale, ­Mechanische Werkstatt, ­Walzendreherei, Modellager, Pförtnerhaus, lange Einfassungsmauer zur Kaiser­straße, mit Ariane Niedner-Siebert (A), ­Schlafhaus mit Hans Thomas Stolpe (A)
  • Siedlung Salzbrunnen- und Herrenhaus, Sulzbach (18. Jahrhundert), 1991-97, Grundinstandsetzung mit Bauamtsleiterin
  • Euthymia Graßmann-Gratsia, Werner Huppert (A), Bibliothek mit Miroslav Volf (A)
  • Fellenbergmühle, Herzig, 1991-97, Feinmechanische Werkstatt mit originaler Einrichtung aus den 1920er Jahre, elektrische Antriebe zunächst durch ein Wasserrad, später eine Wasserturbine im Seffersbach. Behutsamste langwierige Instandsetzung und Umbau zu einem Museum durch die Stadt Merzig
  • Ensemble Vopelius – Wentzelsche Glashütte, St. Ingbert, 1994-2000, mit Rena Wandel-Hoefer (A), Instandsetzungs- und Nutzungskonzepte, nachdem der Abbruchantrag genehmigt war, wurde der Komplex aus der Denkmalliste genommen, bei Abbruch und Rekonstruktion der Wannenhalle wurde die Stahlkonstruktion der 200 m langen Streckhalle erhalten, Umnutzung zu einem Baumarkt
  • Brauerei Becker, Sudturm, St. Ingbert (Hans Herkommer, 1925-28), 1997-99 mit Elmar Kraemer (A), Betonsanierung
  • Alte/Neue Baumwollspinnerei, St. Ingbert, (1885 ff), 1998-2000, mit Werner Deller (Eigentümer), Entwicklung erster Umnutzungskonzepte

Schulen, Hochschulen

  • Hochschule der Bildenden Künste, ­Saarbrücken (Armen-, Waisen-, Zucht- und Arbeitshaus, Entwurf: Friedrich Joachim Stengel, 1765-69; Hans P. Koellmann Wiederaufbau zur Schule für Kunst und Handwerk, 1949-50), 1986-88, Umbau, Instandsetzung Bernhard Focht (A)
  • Deutsch-Französisches Gymnasium, ­Saarbrücken (Entwurf: Pierre Lefèvre, 1949-54), 1987-88, Instandsetzung mit Bernhard Focht (A), Lukas Kramer (K) und Paul Schneider (K)
  • Mensa, Universität des Saarlandes, ­Saarbrücken (Entwurf: Walter Schrempf, und Otto Herbert Hajek, 1966-70), 1997 mit Staatlichem Hochbauamt, Betonsanierung

Bauten der Kultur

  • Staatstheater, Saarbrücken (Entwurf: Paul Baumgarten, 1936-38) 1988-89 mit Gottfried Böhm (A) und Klaus Krüger (A), Renovierung und Neufassung der Innenräume, Deckengemälde im Zuschauerraum von Peter Schubert (K)
  • Kreisständehaus, Saarbrücken (Entwurf: Alfred Salinger und Eugen G. Schmohl, 1910-11), 1990 mit Miroslav Volf (A), Einrichtung des Museums für Vor- und Frühgeschichte, inzwischen zerstört
  • Moderne Galerie, Saarbrücken (Entwurf: Hanns Schönecker, 1964-78) 1998-2000, mit Kraemer Partner (A), Innenraumsanierung und Erneuerung der Fenster

Bauten der Verwaltung

  • Ministerium für Bildung, Kultur und ­Wissenschaft, Saarbrücken (Entwurf: Georges-Henri Pingusson, Hans Bert Baur und Bernhard Schultheis als Französische Botschaft, 1951-54 ), 1985-86 mit Norbert Mendgen (MA) und dem Staatlichen Hochbauamt, ­Wiederherstellung der Räume des Botschafters und erste Sanierungsarbeiten in den Vortrags- und Festräumen
  • Rathaus St Johann, Saarbrücken, Georg Hauberrisser, 1897-1900), 1986-87 mit Elmar Kraemer (A), Restaurierung des Festsaals mit Freilegung von Wandbildern
  • Ehemalige Bergwerksdirektion, Saarbrücken (Entwurf: Martin Gropius und Heino Schmieden, 1877-80), 1998 mit Hubertus Wandel (A), Sanierung und Neufassung der Innenräume

Wohnbauten, Siedlungen, Schlafhäuser

  • Von-der-Heydt, Saarbrücken, Schlafhaus 1 (Casino)und Schlafhaus 2 (die Kirch), 1980-90 mit Staatlichem Hochbauamt, Umnutzungs- und Instandsetzungskonzepte
  • Angelhäuser Fruchtmarkt 1-3, 5, 7 mit Rückgebäuden, St. Wendel, 1985-2002, Bauforschung mit Dietmar Kolling (A), Nutzungs- und Erweiterungskonzepte von Alt und Britz (A), nicht ausgeführt
  • Blieskastel, 1987-95, erste flächendeckende Inventarisation des Amtes für eine barocke Stadt durch Volkmar Dietsch (MA), behutsame Stadterneuerung zur Verkehrsberuhigung mit Stadtverwaltung, Unterer Denkmalschutzbehörde und INCOPA (A)
  • Domplatz, St. Wendel, 1988/89 mit Leo Kornbrust (K), 3. Abschnitt der Altstadtbepflasterung
  • Bauernhaus Weber, Habach, 1988-94 mit Rudolf Birtel (A), Instandsetzung und Ausbau zu einem Dorfmuseum
  • Meisterhäuser der Neunkircher Hütte, Königstraße, Neunkirchen, um 1990, Instandsetzung als Wohnhäuser mit Rudolf Birtel (A)
  • Beamten und Arbeiterhäuser der Werkssiedlung Maybach, 1990-95, Begleitung von Sanierungsarbeiten, Konzepte zur Erweiterung und Umbau einzelner Häuser mit Hans Peter Lupp, Untere Denkmalschutzbehörde des Stadtverbandes
  • Villa Obenauer (Entwurf: Peter Behrens, 1905-07), 1991-97 mit Lutz Rieger (A) Wissenschaftliche Bauaufnahme und Erforschung; mit dem Werkbund Saarland Gespräche und Ideen zur Überführung dieser Inkunabel der Baukunst des 20. Jahrhunderts in den öffentlichen Besitz, bei Teilfinanzierung durch die Stiftung Wüstenrot
  • Hiwwelhaus (1702 erbaut), Alsweiler 1992-98 mit Dietmar Kolling (A), Aufmaß, Bauforschung und Restaurierung des im Saarland besterhaltenen, ältesten Bauernhauses zu einem Bürgerhaus
  • Barockes Wohn- und Geschäftshaus, Bahnhofstraße 26, Saarbrücken, 1996-98, einziges in Regelgrundriss und Aufriss erhaltenes Beispiel der ersten stengelschen Stadterweiterung St. Johann aus dem Jahre 1765. Eine Bürgerinitiative um Käthe Prahl und der nachhaltige Widerstand der Eigentümerfamilien Fritz und Robert Burbes rettete das Haus vor den Absichten der Stadt Saarbrücken, auch an dieser Stelle dem Neubau des Rathaus-Karrees Raum zu geben, die Brüder Burbes wurden 1998 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit der Silbernen Halbkugel ausgezeichnet.
  • Innenstadt Saarlouis, 1995, Wettbewerb zur Verkehrsberuhigung durch erweiterte Fußgängerzonen erfolgreich abgeschlossen, allerdings nicht oder nur in Ansätzen von den Ämtern der Stadt umgesetzt, denkmalpflegerischer Rahmen für die Stadtmitte mit Georg Skalecki (MA)
  • Kasematten, Saarlouis, 2001-02, grundlegende Instandsetzung der Kasematten mit Neuanschüttung und Profilierung der Erdabdeckungen mit Rupert Schreiber (MA) und Jürgen Baus (Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, Denkmalpflege und Umwelt)

Abkürzungen: (A) Architekten, (K) Künstler, (MA) Mitarbeiter Staatliches Konservatoramt

Bibliografie

  • Johann Peter Lüth/Marlene Franz: Informationen Schloss und Schlossbereich in Alt-Saarbrücken. Ein Beitrag zum Altstadtfest 1978. Saarbrücken 1978
  • Gutachten Schloss und Altstadt Saarbrücken. In: Bauwelt 27/78, 1978
  • Wiederherstellung Saarbrücker Schloss, Vorentwurf 1981. Saarbrücken 1981
  • Eine Schule entsteht. Der Neubau des Kaufmännischen Berufsbildungszentrums in Brebach-Fechingen in Stichworten. In: KBBZ Saarbrücken Halberg. Eine gelungene Synthese von Architektur, Bildung und Kultur. Saarbrücken 1983, S. 15-18
  • Geschäftsberichte Wiederherstellung Saarbrücker Schloss 1982-1986. Aufbaugesellschaft Saarbrücker Schloss 1983-1987
  • Blieskastel – Wünsche für eine alte und junge Stadt. In: Saarpfalz 1987, S. 4-13
  • Alte Völklinger Hütte. Führer. Konzept und Organisation Johann Peter Lüth und Herbert Huppert. Saarbrücken, ohne Jahr (1989/90)
  • Vorwort und Konzeption Museumsweg Alte Vöklinger Hütte. In: Harald Glaser, Georg Skalecki: Museumsweg Alte Völklinger Hütte. Saarbrücken 1994, S. 1-3
  • Vorwort und Einleitung. In: Armin Schmitt: Denkmäler Saarländischer Industriekultur. 1. Auflage Saarbrücken 1989, 2. Auflage, Trier 1995
  • Grußwort und Laudatio zum 1. Saarländischen Denkmalpflegepreis 1994. Saarbrücken 1996, S. 6-32
  • Das Weltkulturerbe Alte Völklinger ­Hütte. In: Internationale Sommerakademie Potsdam-Sanssouci, 9.-15. Juni 1996. Materialien und Protokollniederschrift. Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin Brandenburg, International Centre for the Study of the Preservation and The Restoration of Cultural Property (ICCROM), Rom 1996, S. 190-216
  • Lucius Burckardt, Georg Skalecki, ­Johann Peter Lüth: Alte Völklinger ­Hütte. Photos Hans Meyer Veden. OPUS 28, Edition Axel Menges 1997
  •  Grußwort zur Eröffnung des feinmechanischen Museums in Fellenbergmühle. Merzig 1997, S. 13-14
  • Jüdische Friedhöfe im Saarland. Vorwort. Saarbrücken 1997
  •  Anmerkungen eines Denkmalpflegers zum künftigen Gebrauch der Hütte und zum Umgang mit einem Weltkulturerbe. In: METALLA Nr 5.1 Deutsches Bergbau-Museum Bochum, Bochum 1998, S. 25-37
  • Zum Umgang mit der Brache. TRANSFORM Völklingen 7/99. Zum Umgang mit einer schrumpfenden Industriestadt. Entwurf im Städtebau. Darmstadt 1999
  • Makeln statt Mäkeln. Über die Alte Schmelz in St.Ingbert 1997-1999.
  • In: Saarpfalz, Sonderheft „Aufbau statt Abbruch“, Blieskastel 1998
  • Einführung und Laudatio zum 2. Saarländischen Denkmalpflegepreis.Saarbrücken 2000, S. 5-44
  • Einführung und Laudatio zum 3. Saarländischen Denkmalpflegepreis Saarbrücken 2000, S. 8-39
  • Beton in der Denkmalpflege. In: IFS Bericht 17, 2004, S. 21-30
  • Dokument 5 (Völklingen revisited). In: Gert Kähler: Gebaute Geschichte. Leipzig 2006, S. 117
  • Von der Rekonstruktion zur Instandsetzung und Komplettierung des Saarbrücker Schlosses. Dialoge und Innenansichten eines zwölfjährigen Planungsprozesses. In: Kurt Bohr, Peter Winterhoff-Spurk (Hg.): Die Stadt als Erinnerungsort – Friedrich Joachim Stengel in Saarbrücken. Saarbrücken 2009, S. 125-147
  • Bis auf die Hülle (Bergwerksdirektion Saarbrücken). In: Bauwelt 41/2010 Gütersloh 2010
  • Denkmalschutz (im Saarland) ein Gesetz mit grundlegenden Mängeln. Stellungnahme des früheren Landeskonservators. In: SaarGeschichten 4. Saarbrücken 2011
  • Interview Architektur Marlen Dittmann im Gespräch mit Johann Peter Lüth. Hg. Jo Enzweiler. Saarbrücken 2012
  • Probleme bei der Umwidmung großindustrieller Anlagen am Beispiel der Völklinger Hütte, Völklingen Reviseted 2005 und 2012 (Arbeitstitel). ­Saarbrücken 2012 (in Vorbereitung)

Quelle

  • Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Archiv, Bestand: Lüth, Johann Peter (Dossier)

Redaktion: Claudia Maas