Institut für aktuelle Kunst

Gunter Demnig, Stolpersteine für Elfriede Reinheimer, geb. Grünberg und Paul Reinheimer, 2012. Foto: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Margarete Wagner-Grill
Stolperstein für Elfriede Reinheimer.Foto: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Margarete Wagner-Grill
Stolperstein für Paul Reinheimer. Foto: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Margarete Wagner-Grill

St. Wendel, Demnig, Stolperstein, Reinheimer, Elfriede und Paul

Epoche: 21. Jahrhundert
Gattungen: Kunst im öffentlichen Raum
Werke: Denkmäler/Gedenkstätten, Stolpersteine

Gunter Demnig
2 Stolpersteine
Beton, Messing, per Hand eingeschlagene Inschrift, 96 x 96 x 100 mm
St. Wendel, Beethovenstraße 10

  • Stolperstein für Elfriede Reinheimer, geb. Grünberg
    Initiative: Landkreis St. Wendel und Verein "Wider das Vergessen und gegen Rassismus", Marpingen
    Verlegedatum: 19. November 2012
    Text der Inschrft:
    "Hier wohnte / Elfriede Reinheimer / geb. Grünberg / Jg. 1884 / Flucht 1935 Holland / interniert Westerbork / deportiert 1942 / Auschwitz / ermordet 2.11.1942"
  • Stolperstein für Paul Reinheimer
    Initiative: Landkreis St. Wendel und Verein "Wider das Vergessen und gegen Rassismus", Marpingen
    Verlegedatum: 19. November 2012
    Text der Inschrft:
    "Hier wohnte / Paul Reinheimer / Jg. 1913 / Flucht 1935 Holland / interniert Westerbork / deportiert 1942 / Auschwitz / ermordet 9.9.1942"

Biografien
Elfriede (Frieda) Reinheimer wurde 1884 in Aschendorf im Emsland als Elfriede Grünberg geboren. Sie war verheiratet mit Alexander Reinheimer aus St. Wendel. Nach der Saarabstimmung 1935, die zugunsten des Anschlusses des Saargebiets an Hitler-Deutschland ausgegangen war, emigrierte sie mit Mann und Kindern nach Holland zu Verwandten. Ihr Mann Alexander verstarb 1941 in Meppel. Nach der deutschen Besatzung der Niederlande bot auch das Exilland keine Sicherheit mehr. Elfriede Reinheimer wurde in dem Sammellager Westerbork interniert und 1942 nach Auschwitz deportiert. Dort wurde sie am 2. November 1942 im Alter von 58 Jahren ermordet. (vgl. Internetseite des Vereins "Wider das Vergessen und gegen Rassismus" e. V., Marpingen)

Ihr Sohn Paul Reinheimer wurde 1913 in Merzig geboren. Er emigrierte zusammen mit seinen Eltern Alexander und Elfriede in die Niederlande. Wie seine Mutter in Westerbork interniert, wurde auch er 1942 nach Auschwitz deportiert. Dort wurde er am 9. September 1942 im Alter von 29 Jahren ermordet. (vgl. Internetseite des Vereins "Wider das Vergessen und gegen Rassismus" e. V., Marpingen)


Bibliografie und Quellen

  • Gedenkbuch - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933-1945 (www.bundesarchiv.de/gedenkbuch)
  • The Central Database of Shoah Victims' Names, Gedenkblätter für Elfriede Reinheimer und Paul Reinheimer (www.db.yadvashem.org)
  • Landkreis St. Wendel und Verein "Wider das Vergessen und gegen Rassismus", Marpingen (Hg.): Stolpersteine in St. Wendel. Das Kunstprojekt von Gunter Demnig in der Kreisstadt. 2. Verlegung am Montag, 19. November 2012. Borschüre, St. Wendel 2012 (Text Eberhard Wagner)
  • Stolpersteine in St. Wendel auf der Internetseite des Vereins "Wider das Vergessen und gegen Rassismus" e. V., Marpingen
  • Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Objekt Nr. 4664 und 4665

Redaktion: Oranna Dimmig