Institut für aktuelle Kunst

Wilhelm Wandschneider, Signatur auf dem Werner-von-Siemens-Denkmal, Technische Universität Berlin, 1899. Foto: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Oranna Dimmig
Wilhelm Wandschneider, Werner-von-Siemens-Denkmal, Technische Universität Berlin, 1899. Foto: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Oranna Dimmig
Wilhelm Wandschneider, Werner-von-Siemens-Denkmal, Technische Universität Berlin, 1899, Detail. Foto: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Oranna Dimmig
Wilhelm Wandschneider, Denkmal für das Pionierbataillon von Rauch („Klinke-Denkmal“), Berlin-Spandau, 1908. Foto: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Oranna Dimmig
Wilhelm Wandschneider, "Kniender trauernder Krieger" für das "Dreißiger-Denkmal", Saarlouis, 1910. Foto: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Oranna Dimmig
Wilhelm Wandschneider, "Kniender trauernder Krieger" für das "Dreißiger-Denkmal", Saarlouis, 1910. Foto: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Oranna Dimmig
Wilhelm Wandschneider, Denkmal für das Pionierbataillon von Rauch, Berlin-Spandau, 1922. Foto: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Oranna Dimmig
Wilhelm Wandschneider, Denkmal für das Pionierbataillon von Rauch, Berlin-Spandau, 1922, Detail. Foto: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Oranna Dimmig

Wandschneider, Wilhelm

Bildhauer
geboren 1866 in Plau am See/Mecklenburg
gestorben 1942 in Plau am See/Mecklenburg
Kategorie: Plastik (Bildhauerei)

Künstler und Werk

Artikel in Bearbeitung

Biografie

  • 1866
    geboren in Plau am See/Mecklenburg
  • Nach dem Besuch der Volksschule absolviert Wilhelm Wandschneider Lehre bei seinem Vater, dem Malermeister Ludwig Wandschneider
  • 1882
    Anfertigung einer Gipskopie der Kleinbronze "Amazone mit einem Panter kämpfend" nach August Kiß (Original vor dem Alten Museum in Berlin). Anschließend Formung von Figuren nach eigenen Entwürfen
  • 1885
    Übersiedlung nach Berlin, Lebensunterhalt als Malergehilfe
  • 1885/86
    Dank eines privaten Geldgeschenkes des Großherzogs Friedrich Franz III. von Mecklenburg absolviert Wandschneider ein Probesemester an der Berliner Akademie.
  • 1886-94
    Studium an der Berliner Akademie bei A. Wolff und F. Schaper (1898-90)
  • 1895
    Aufnahme in das Atelier von Professor Reinhold Begas als Meisterschüler.
  • Der Bildhauerpreis der Rohr’schen Stiftung des Preußischen Kultusministeriums ermöglicht Wandschneider einen Aufenthalt in Rom, wo er im Dezember 1895 eintrifft.
  • In Rom Bekanntschaft mit Anna Sophie Louise Kreß (geboren 1878 in Saarlouis), die zu einem bevorzugten Modell wird.
  • 1898
    Heirat mit Anna Kreß, anschließend Umzug nach Berlin-Charlottenburg, Beginn der Hauptschaffensperiode
  • In den folgenden Jahren zahlreiche Aufträge für Statuen (Denkmäler, Büsten, Grabmalfiguren) in Marmor und Bronze
  • 1910
    Erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb für das "Dreißiger-Denkmal" in Saarlouis, der Geburtsstadt seiner Ehefrau (Deckname für den Wettbewerb: "Vaterstadt")
  • 1925
    Nach erfolglosen Wettbewerbsbeteiligungen und den wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach dem Ersten Weltkrieg zieht sich Wandschneider mit seiner Familie in seinen Geburtsort Plau am See zurück.
  • 1930
    Eintritt in die NSDAP
  • 1936
    Anfertigung einer Hitlerbüste
  • 1940
    Hitler lässt Wandschneiders Figur "Aphrodite" für die Reichskanzlei ankaufen; im gleichen Jahr wird Wandschneiders Denkmal für Kaiser Friedrich III. in Dortmund eingeschmolzen, "da es aus nationalsozialistischer Sicht weder einen historischen, noch einen künstlerischen Wert besaß" (Scharwath 2000, S. 152)
  • 1942
    gestorben in Plau am See/Mecklenburg

Werke

Auswahl

Figuren
Pietà, Kirche in Plau am See/Mecklenburg
Figur des Erzbischof Adalbert für die Fassade des Neuen Rathauses in Hamburg, 1892
Christusfigur für die Samariterkirche in Friedrichshain, 1892
Relief "Vom Ertrinken gerettet", 1894
"Römischer Jüngling", 1894
"Der Sieger", 1906
Pietà, Kirche in Plau am See/Mecklenburg
"Kain und Abel"
"Verwundeter Krieger"
"Jugend"
"Coriolan"
"Sämann"
"Mähender Bauer"
"Achilles"
"Aphrodite"


Denkmäler
Kaiser-Wilhelm I.-Denkmal, Neustettin, 1898
Kaiser-Friedrich III.-Denkmal, Dortmund, 1898
Werner-von-Siemens-Denkmal, Technische Universität Berlin, 1899
Bismarck-Denkmal, Schwerin, 1901
Friedrich-Franz III.-Denkmal, Rostock, 1901
Bismarck-Denkmal, Dortmund, 1903
Denkmal für das Pionierbataillon von Rauch ("Klinke-Denkmal"), Berlin-Spandau, 1908
"Kniender trauernder Krieger" für das "Dreißiger-Denkmal", Saarlouis, 1910
Fritz-Reuter-Denkmal, Stavenhagen, 1911
"Kniende Trauernde" für das Ehrenmal, Goldberg (Schlesien), 1912
Barclay de Tolly-Denkmal, Riga, 1912
Denkmal für das Pionierbataillon von Rauch, Berlin-Spandau, 1922


Grabdenkmäler
"Der müde Wanderer" für das Grab der Familie Hermann Wilhelm Noelle auf dem Neuen evangelischen Friedhof in Lüdenscheid (Replik der Figur für das "Dreißiger-Denkmal" in Saarlouis)
Grab Familie Haukohl, Plau am See/Mecklenburg (erhalten)
Grab Familie Schaarwächter, Kirchhof der St. Matthäus-Gemeinde, Berlin (nicht erhalten)
Kruzifixus für die Großherzogliche Grabkapelle, Ludwigslust


Büsten
"Beatrice" (Modell: Anna Kreß), 1896
F. von Oertzen
Frau von Podbielski
Else Wächter
Herbert von Bismarck
Baurat P. Drescher
Hitler, 1936
Hans Möller
Frau Konsul Freudenberg

Bibliografie

  • Josef Jellinek: Prof. Wilhelm Wandschneiders neues Kriegerdenkmal. In: Leipziger Illustrierte Zeitung, Nr. 3503, 18. August 1910 (betr. "Dreißiger-Denkmal" in Saarlouis)
  • Prachtband "Ihrem verehren Meister Fritz Schaper zum 70. Geburtstag seine dankbaren Schüler", o. O., 1911
  • Ulrich Thieme und Felix Becker (Hg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Band 35, Leipzig 1942, S. 144
  • Hans Vollmer: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des 20. Jahrhunderts. Band 5, Leipzig 1961, S. 78
  • H. Bermann: Bronzes, Sculptors and Founders. Band 3, Chicago 1977
  • H. Pahl: Skulpturen Märkischer Grab- und Gedenkstätten, Märkischer Kreis, Kulturamt 1983
  • Sybille Einholz. In: O ewich is so lanck. Eine Ausstellung im Landesarchiv Berlin, 23.04.1987-26.06.1987. Berlin 1987
  • Stefanie Endlich und Bernd Wurlitzer: Skulpturen und Denkmäler in Berlin. Berlin 1990, S. 5, 108, 109
  • Peter Bloch, Sybille Einholz und Jutta von Simson: Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786-1914. Ausstellungskatalog Berlin 1990, S. 573-574
  • Martina Weinland: Kriegerdenkmäler in Berlin 1870 bis 1930. Franfurt/Main, Bern, New York und Paris 1990, S. 161, 169 (Europäische Hochschulschriften, Reihe XXVIII, Kunstgeschichte, Band 105)
  • Bernd und Fred Ruchhöft: Wilhelm Wandschneider - Leben und Werk eines Mecklenburger Bildhauers. Plau am See 1992
  • Günter Scharwath: Wilhelm Wandschneider und das "Dreißiger-Denkmal" in Saarlouis. In: Unsere Heimat. Mitteilungsblatt des Landkreises Saarlouis für Kultur und Landschaft, 25. Jg, 2000, Heft 4, S. 147-154

Quelle

  • Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Archiv, Bestand: Wandschneider, Wilhelm (Dossier 5487)

Oranna Dimmig