Institut für aktuelle Kunst

Octavie de Lasalle, 1864, Photographie, 1864, 10 x 6 cm, Privatbesitz. Foto: Manfred Stein
Selbstbildnis, 1836, bez. "ipsa fecit 1836", Aquarell auf Papier, 50 x 40 cm, Stadtmuseum Wadern. Foto: Fotostudio Tina Mann, Wadern
Drei Frauen in Hochwaldtracht vor einem Bildstock, 1837, bez.: "O de LL 1837", Öl auf Weißblech, 37,5 x 32,5 cm, Privatbesitz. Foto: Fotostudio Tina Mann, Wadern
Jagd bei der Buttnicher Eiche, 1838, Öl auf Leinwand, 128 x 150 cm, Privatbesitz. Foto: Fotostudio Tina Mann, Wadern
Skizze eines erlegten Wolfs, Studie zur "Jagd bei der Buttnicher Eiche", bez.: "Loup d’après nature", o.J. Bleistift und Aquarell auf hell-elfenbeinfarbenem Papier, 33 x 20,5 cm, aus einem Skizzenbuch der Octavie de Lasalle, fester Einband, geprägte Pappe, Privatbesitz. Foto: Fotostudio Tina Mann, Wadern
Rachel Bero frisiert Marie Lucie de Lasalle, 1839, bez.: "OdeLL 1er Janvier 1839", Öl auf Weißblech, 35 x 25 cm, Privatbesitz. Foto: Fotostudio Tina Mann, Wadern
Marie Lucie de Lasalle, die Mutter der Malerin, o.J., Öl auf Holz, 45,5 x 51,5 cm, Privatbesitz. Foto: Fotostudio Tina Mann, Wadern
Wilhelm de Lasalle 1844, bez.: "O de LvL.", Bleistift auf Papier, Wappen in Tusche mit Feder, 42 x 35 cm, Privatbesitz. Foto: Fotostudio Tina Mann
Marie Lucie de Lasalle geb. d’Augier und Wilhelm Albert de Lasalle, die Eltern der Malerin, bez.: "OLL", Datum undeutlich lesbar: "68" (?), Öl auf Weißblech, 45 x 33 cm, Privatbesitz. Foto: Fotostudio Tina Mann, Wadern
Ansicht von Schloss Wallerfangen, bez.: "Vaudrevange à M de Lasalle 9 et 10 juin 1840", 1840, Aquarell auf hell-elfenbeinfarbenem Papier, 22 x 15 cm, aus einem Skizzenbuch der Octavie de Lasalle, fester Einband, geprägte Pappe mit Goldverzierung, Privatbesitz. Foto: Fotostudio Tina Mann, Wadern
Musikalische Gesellschaft auf Schloss Dagstuhl (mit der Cousineau-Harfe), o.J., Öl auf Weißblech, 28 x 25 cm, Privatbesitz. Fotostudio Tina Mann, Wadern
Der Tod des Vaters, 1845/1856, Öl auf Leinwand, 98 x 80 cm, Stadtmuseum Wadern, SMW 0076. Foto: Fotostudio Tina Mann, Wadern
Rachel Bero mit zwei Kindern (Josepha und Klara, Kinder Rudolf de Lasalles), 1861, bez.: "OdLL 1861", Öl auf Weißblech, 15 x 10 cm, Privatbesitz. Foto: Fotostudio Tina Mann, Wadern
Bildnis der Mutter Maria Rosa Flesch, 1866, Öl auf Weißblech, 61 x 51 cm, Franziskanerinnen BVMA Waldbreitbach. Foto: Fotostudio Tina Mann, Wadern
Stiftungsbild für das Elisabeth-Krankenhaus in Wadern, 1863, Öl auf Leinwand, 126 x 74,5 cm, Stadtmuseum Wadern. Foto: Fotostudio Tina Mann, Wadern
Tierstudie: Tauben, Aquarell, Mitte der 60er Jahre, in: Skizzenbuch der Octavie de Lasalle, Franziskanerinnen BVMA Waldbreitbach, S. 12. Foto: ZOA der Franziskanerinnen BVMA Waldbreitbach
Vinzentinerin pflegt Soldaten, 1871, Gabe für die Tombola des Elisabeth-Vereins Wadern, bez. "OvLL", Bleischrift auf der Rückseite: "Elisabethen Verein 19ten Novber 1871", Öl auf Weißblech, 30 x 23 cm, Privatbesitz. Foto: Fotostudio Tina Mann, Wadern
Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuze, erster Entwurf zur III. Station des Kreuzwegs von Lockweiler, o.J., Öl auf Weißblech, 26,5 x 19 cm, Stadtmuseum Wadern, SMW 0059 Foto: Fotostudio Tina Mann, Wadern
Jesus begegnet seiner betrübten Mutter, erster Entwurf zur IV. Station des Kreuzwegs von Lockweiler, o.J. Öl auf Weißblech, 26,5 x 19 cm, Heimatmuseum Wadern, SMW 0060. Foto: Fotostudio Tina Mann, Wadern
Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuze, erster Entwurf zur VII. Station des Kreuzwegs von Lockweiler, o.J., Öl auf Weißblech, 26,5 x 19 cm, Stadtmuseum Wadern, SMW 0063 Foto: Fotostudio Tina Mann, Wadern
Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuze, III. Station des Kreuzwegs von Lockweiler, 1863-68, Öl auf Leinwand, 140 x 115 cm, Schlosskapelle Dagstuhl. Foto: Franziskanerinnen BVMA Waldbreitbach
Jesus tröstet die Frauen von Jerusalem, VIII. Station des Kreuzwegs von Lockweiler, 1863-68, Öl auf Leinwand, 140 x 115 cm, Schlosskapelle Dagstuhl, Foto: Raphael Maaßskanerinnen BVMA Waldbreitbach
Station des Kreuzwegs von Lockweiler, 1863-68, "Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen", Öl auf Leinwand, 140 x 115 cm, Schlosskapelle Dagstuhl. Foto: Raphael Maaß
Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuze, Entwurf zur IX. Station des Kreuzwegs von Osburg, 1871, Öl auf Weißblech, 29 x 22 cm, Stadtmuseum Wadern, SMW 0080. Foto: Fotostudio Tina Mann, Wadern
Veronika reicht Jesus das Schweißtuch, VI. Station des Kreuzwegs von Konfeld, 1880/81, Öl auf Leinwand, ca. 128 x 82 cm, Konfeld, Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. Foto: Raphael Maaß
Jesus stirbt am Kreuz, XI. Station des Kreuzwegs von Konfeld, 1880/81, Öl auf Leinwand, 130 x 92 cm, Konfeld, Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. Foto: Fotostudio Tina Mann, Wadern
Betstuhl für Mutter Rosa, Bemalung der Seitenwangen in Öl, o.J., Stadtmuseum Wadern. Foto: Fotostudio Tina Mann, Wadern
Kasel, Textilien, o.J., 116 x 69,5 cm. Foto: Fotostudio Tina Mann, Wadern
Ansicht des Schlossbergs mit Burgruine, 1883, Bleistift, Skizzenbuch der Octavie de Lasalle, S. 37, Franziskanerinnen BVMA Waldreitbach. Foto: ZOA der Franziskanerinnen BVMA Waldbreitbach

Lasalle, Octavie de

Malerin
1811 geboren in Metz
1890 gestorben in Wadern-Dagstuhl
Kategorien: Malerei, Zeichnung, Kunst im öffentlichen Raum

Künstlerin und Werk

Octavie de Lasalle von Louisenthal

Octavie de Lasalle gehört zu den sehr wenigen Künstlerinnen, die im 19. Jahrhundert an der Saar wirkten. Die Malerei war ihr Lebensinhalt, wenn sie auch als Dame ihres Standes damit nicht ihren Lebensunterhalt verdienen musste, wie etwa ihr Zeitgenosse aus dem benachbarten St. Wendel Anton Riotte (1810-1893), der schließlich angesichts der aufblühenden Fotografie als Portraitist um seine Existenz bangte.

Für das Leben und Werk der Künstlerin prägend ist die Verwurzelung in ihrer Familie. Die aus dem Languedoc im Zuge der Errichtung der Festung Saarlouis im 17. Jahrhundert nach Lothringen eingewanderte, bedeutende französische Familie erlangte Besitzungen in Saarlouis, Metz, Wallerfangen und Merten. Octavies Vater, Wilhelm Albert de Lasalle von Louisenthal, war als Captain in der englischen Armee an der Einnahme der karibischen Insel St. Lucia beteiligt, wo er seine Frau Maria Lucie d’Augier kennen lernte, Tochter des Gouverneurs der Insel St. Vincent. Das Ehepaar Lasalle kehrte nach Europa zurück und im Mai 1807 bezog die Familie das in Folge der Revolution leerstehende Schloss Dagstuhl bei Wadern, das sie im Jahr zuvor samt der Burgruine Dagstuhl aus französischem Staatseigentum erworben hatte.

Octavie de Lasalle von Louisenthal wurde am 16. Dezember 1811 in Metz als neuntes von elf Kindern geboren und am 3. Oktober 1812 in der Pfarrkirche von Lockweiler getauft. In enger, auch verwandtschaftlicher Beziehung standen die Lasalles zu den Familien Villeroy, Galhau und Boch. Regelmäßig fuhr die Familie zu ihren Verwandten nach Metz. Zudem pflegte man enge Kontakte zur Verwandtschaft in Paris. Darüber hinaus reiste die Familie wiederholt nach München, wo die Lasalles regelmäßig bei den Abendgesellschaften des Bayerischen Königshauses zugegen waren. Auch Octavie, die ausgezeichnet Klavier, Harfe und Orgel spielte, wirkte an diesen Soiréen mit. Von Anfang an sowohl von der französischen als auch der deutschen Kultur geprägt, wuchs sie auf in einer polyglotten, weltoffenen Umgebung mit ausgeprägten musischen Interessen.

Über ihren Vater, der selbst über außergewöhnliche malerische Fähigkeiten verfügte, wird Octavie den ersten Zugang zur Kunst erhalten haben. In München, wo bereits ihre Brüder Ernst und Wilhelm studierten, dürfte sie seit ihrem ersten Besuch 1834 die Galerien erkundet haben. Im Jahr 1836 nahm hier die junge Künstlerin Unterricht im Portraitieren bei dem zeitweise in Rom lebenden Bildhauer Franz Woltreck (1800-1847) aus dem Umkreis des Peter von Cornelius. Wohnung nahmen die Lasalles am Karolinenplatz 1, rückwärtig befand sich das Ateliergebäude des Hofbildhauers Joseph Kirchmayer. Innerhalb dieses Umfeldes nahm Octavie sicherlich das rege aktuelle Kunstschaffen Münchens wahr.

Die Matrikelbücher der Königlich Bayerischen Akademie der Bildenden Künste führen ihren Namen nicht, obwohl gerade in jenen Jahren unter den Direktoren Peter von Langer und Peter von Cornelius die künstlerische Ausbildung von Frauen immerhin in Einzelfällen möglich gewesen wäre. Octavie wird außerhalb der Akademie, womöglich bei Karl Joseph Stieler (1781-1858) oder Clemens von Zimmermann (1788-1869), dem Lehrer ihres Bruders Ernst, weiteren Privatunterricht genommen haben.

Wohl in München war Octavies "Selbstbildnis" entstanden, das von Stielers Bildnissen, insbesondere von dessen Damenbildnissen der Schönheitsgalerie Ludwigs I., angeregt ist. In der Betonung des Konturs und der lichten Farbigkeit zeugt es vom Einfluss des Akademieprofessors. Das Aquarell hat sie, wie häufig, mit einem Rotkehlchen signiert.

Octavie besuchte im Jahre 1842 für einige Monate Paris, um sich den Sehenswürdigkeiten der Stadt und den Künsten zu widmen und Mal- und Musikunterricht zu nehmen. In jenem Jahr darf man auch ihre Begegnung mit Chopin vermuten, mit dem sie zusammen am Flügel musizieren durfte. Mit ihren Malereistudien schien sie in Paris nur zögerlich begonnen zu haben. Offenkundig hatte die Malerin aber das künstlerische Leben der Stadt aufmerksam studiert, denn einige Werke aus jenen Jahren weisen darauf hin, dass sie die Kunst Eugène Delacroix’ wahrgenommen hatte.

Octavie hatte sich in München, wo sie von Stieler und von der Kunst der Nazarener starke Impulse empfangen hatte, wie auch in Paris ein breites Spektrum erworben, das vom Portrait über das Genre, die Historie bis zur religiösen Malerei reichte. Neben Ölgemälden, bei denen sie für die kleinen Formate oftmals Weißblech als Bildträger verwendete, schuf sie Aquarelle, arbeitete in der Technik der Gouache, hielt ihre Eindrücke von ihrer Umgebung und ihren Reisen unermüdlich in Skizzenbüchern fest. Sie gestaltete das Messgewand für die Kapelle der Familie von Beulwitz in Mariahütte und bemalte den Betstuhl der Mutter Rosa Flesch.

Ihre Bildwelt speist sich aus ihrer Lebenswelt: Die Familie Lasalle, der sich die Malerin immer eng verbunden fühlte, ihre Liebe zur Musik, ihre Religiosität, ihre Jagdleidenschaft sind ihre Themen. Auch als Portraitistin hat Octavie de Lasalle in der Malerei des 19. Jahrhunderts an der Saar einen besonderen Platz. Arbeiteten Louis Krevel (1801-1876), Joseph Tosetti (1803-1844/49), Anton Riotte (1810-1893), Karl Friedrich Johann von Müller (1813-1881) oder Franziska Riotte (1845-1922) im Auftrag des mittelständischen Bürgertums bis in die höchsten Kreise der Industriellen und Fabrikanten, blieben die Portraits Octavies ganz für ihren privaten Umkreis bestimmt. So portraitierte die Malerin die Menschen ihrer nächsten Umgebung: Kinder aus der Gegend um Dagstuhl, Verwandte und Bekannte der Familie.

Im Stiftungsbild für das Elisabeth-Krankenhaus in Wadern (1863) fließen zentrale Themenkreise der Künstlerin zusammen. Im Jahre 1856 hatte die Familie Lasalle ein Hospiz in Wadern gestiftet. So erscheinen im Bild die Mutter Lasalle in Witwentracht im Zentrum und die Künstlerin selbst mit wachem Blick wie spontan neben ihr in die Bildwelt eindringend, umgeben von Schwestern des franziskanischen Pflegeordens und Waisenkindern vor dem Hospiz und der Burg Dagstuhl. Die Mutter hält ein kleines ovales Bildnis in Händen, das Portrait eines Familienmitgliedes, wohl ihres Sohnes Rudolf. Auf ihn ist der Blick gelenkt, denn er war Repräsentant der Lasalleschen Stiftung. Zum Zeitpunkt der Gründung des Krankenhauses war die Mutter bereits verstorben. Locken auf dem Gedenkstein der Mutter verweisen auf deren früh verstorbene Kinder. Das Stiftungsbild ist zugleich Memorialbildnis.

Auch das große Ölgemälde "Jagd bei der Buttnicher Eiche", 1838, der Bleistiftstudien und Aquarellskizzen vorausgehen, verbindet das Genre Jagdgesellschaft mit dem Familienbildnis. Octavie selbst war leidenschaftliche Jägerin. Für sie bedeuteten Frömmigkeit und Jagdleidenschaft keinen Widerspruch. So schrieb sie in ihrem Tagebuch: "… das Gewehr auf dem Rücken, um die Stationen zu gehen".

Seit etwa 1839 hatte sich Octavie de Lasalle in ihrer Kunst vermehrt religiösen Themen zugewandt. Es liegt nahe, ihre Wendung hin zur religiösen Malerei mit der Geburt eines unehelichen Kindes in Verbindung zu bringen, das einer Amme in Obhut gegeben wurde. Octavie begann am 15. August des Jahres mit der Ausmalung der Schlosskapelle von Dagstuhl, an der sie über 40 Jahre lang arbeitete. 1880 kam die Ausmalung durch ihre Schülerin Klara von Beulwitz zum Abschluss.

Octavie war eine außerordentlich karitativ eingestellte Frau, bemüht, die Not der armen Bevölkerung des Hochwalds zu lindern. Für die Tombola des unter ihrer Leitung in Dagstuhl gegründeten Elisabethen-Vereins schuf und stiftete die Künstlerin Gemälde. Auf ihrer Reise nach Italien zum Studium der italienischen Malerei der Gotik und Frührenaissance im Jahre 1854 erhielt sie eine Privataudienz bei Papst Pius IX. Eng befreundet war die Künstlerin über mehrere Jahre mit der sel. Mutter Margaretha Rosa Flesch. Die Ordensgründerin vertraute ihr ihre Visionen vom bevorstehenden Kulturkampf an, die Octavie de Lasalle 1873 in einem Gemälde darstellte.

Seit 1863 entstand eine Anzahl von Kreuzwegen: Elf Kreuzwegzyklen nennen ihre Tagebücher, darunter die Kreuzwege von Kastel (1863) und Konfeld (1880/81), die sich insbesondere an den Kupferstichen nach Joseph von Führichs Kreuzwegzyklus für St. Johann Nepomuk in Wien orientieren. Im Kreuzwegzyklus für die Pfarrkirche von Lockweiler (1863-68), heute in der Schlosskapelle Dagstuhl, kommt in Farbgebung, Komposition und motivischen Details insbesondere das Vorbild Friedrich Overbecks deutlich zum Tragen. Octavie orientiert sich an dessen zwischen 1836 und 1839 entstandenen "Illustrationen zu den Heures Nouvelles" in der Stahlstichausgabe von 1840. Mit dem Kreuzwegzyklus von Osburg mit seiner lebendigen und bewegten Farbigkeit, voll frappierender malerischer Delikatesse hat Octavie ihr vielleicht fulminantestes Werk geschaffen.

Thomas Wiercinski

Biografie

  • 1811
    in Metz geboren
  • 1812
    Taufe in der Pfarrkirche in Lockweiler
  • lebt auf Schloss Dagstuhl
  • privater Mal- und Musikunterricht
  • 1834
    Treffen mit dem Trierer Maler Friedrich Anton Wyttenbach in ihrem Atelier auf Schloss Dagstuhl
  • Aufenthalt in München
  • 1836
    Unterricht im Portraitieren bei dem Bildhauer Franz Woltreck in München
  • wahrscheinlich Privatunterricht bei Professoren der Akademie
  • 1837
    Rückkehr nach Dagstuhl
  • 1838
    auf Veranlassung des Albrecht-Dürer-Vereins Ausstellung ihres Gemäldes "Pilger des Rheins" und ihrer Portraits in München
  • 1839
    Aufenthalt in Bad Ems
  • Begegnung mit Kronprinz Wilhelm, dem späteren Wilhelm I.
  • Beginn der Ausmalung der Schlosskapelle Dagstuhl, die erst 1880 durch ihre Schülerin Klara von Beulwitz zum Abschluss kommen
  • 1840
    Geburt eines Sohnes
  • um 1840
    Errichtung eines Atelierhauses in den Ruinen der Burg Dagstuhl, das sogenannte "Malerhäuschen"
  • erster Preis für das Gemälde "Pilger des Rheins" in einer Ausstellung in München
  • 1842
    Ausstellung von Portraits in München auf Veranlassung des Albrecht-Dürer-Vereins
  • Studienaufenthalt in Paris, Reise nach München
  • Aufnahme als Ehrenstiftsdame in den St. Annen-Orden
  • Tod ihres Bruders Wilhelm in Rom
  • 1843
    Gründung des Elisabeth-Vereins im Weißen Saal von Schloss Dagstuhl, Königin Elisabeth von Preußen wird Ehrenmitglied des Vereins
  • 1845
    Tod des Vaters
  • 1854
    Reise nach Italien zum Studium der italienischen Malerei der Gotik und Frührenaissance
  • Privataudienz bei Papst Pius IX.
  • Bekanntschaft mit dem Nazarener Friedrich Overbeck, von dem sie eine Mappe "Vierzig Originalzeichnungen aus den vier Evangelien" zum Geschenk erhält
  • Tod der Mutter
  • 1856
    Familie Lasalle stiftet ein Hospiz in Wadern
  • aus diesem Anlass malt Octavie 1863 das "Stiftungsbild"
  • seit 1863
    Kreuzwege, darunter die Kreuzwege von Kastel (1863), Lockweiler (1863-68), Waldbreitbach (1869-70) und Osburg (1871-74)
  • 1865
    erste Begegnung mit Mutter Maria Rosa Flesch, mit der sie bis 1876 in freundschaftlicher Verbindung bleibt
  • Ende des Jahres und um die Jahreswende 1868/69 sind Aufenthalte in Düsseldorf zu Studienzwecken bezeugt
  • 1870/71
    Sie beobachtet mit Sorge die politischen Ereignisse im Krieg zwischen Deutschland und Frankreich. In ihrer tiefen Religiosität nimmt sie inneren Anteil an den kirchlichen Auseinandersetzungen im Kulturkampf in Preußen
  • 1890
    gestorben in Dagstuhl
  • Beisetzung in der Familiengruft von Schloss Dagstuhl

Einzelausstellungen

  • 2005
    "Die Welt der Octavie", Öttinger Schlösschen, Wadern
  • 2008/2009
    "Brücke zwischen Erde und Himmel" – Malerei der Octavie de Lasalle von Louisenthal (1811-1890), Museum Schloss Fellenberg, Merzig
  • 2011
    "Octavie de Lasalle und Schloss Dachstuhl“, Leibniz-Institut für Informatik, Schloss Dachstuhl​, Wadern

Ausstellungsbeteiligungen

  • 1838
    Albrecht-Dürer-Verein, Nürnberg
  • 1838
    Ort unbekannt, München
  • um 1840
    Ort unbekannt, München
  • 1842
    Ort unbekannt, München

Werke im öffentlichen Raum

  • Dagstuhl, Leibniz-Zentrum für Informatik, Selbstbildnis als Ehrenstiftsdame des St. Annenordens, 1842 oder danach, Öl auf Leinwand auf Holz
  • Dagstuhl, Schlosskapelle, Wandmalereien, 1839 ff.
  • Kreuzweg der Pfarrkirche von Lockweiler, 1863-68
  • Geisfeld, St. Maria Rosenkranzkönigin, Der Hl. Franziskus empfängt den Rosenkranz von dem Jesuskind, Hauptaltar, o.J.
  • Girsterklaus, Luxemburg, Kreuzwegzyklus, 1877-79
  • Kastel, St. Wilfridus, Kreuzwegzyklus, 1863
  • Konfeld, St. Johannes d. Täufer, Kreuzwegzyklus, 1881
  • München, Stadtmuseum, Wilhelm de Lasalle von Louisenthal, 1842, Lithographie
  • Osburg, St. Clemens, Kreuzwegzyklus, 1871-74
  • Saarbrücken, Landesarchiv, Marie Lucie de Lasalle, Mutter der Malerin, 1865, Lithographie
  • Wadern, Kapelle des Elisabeth-Krankenhauses, Kreuzwegzyklus, 1879-80
  • Wadern, Stadtmuseum
    Portrait Albert de Lasalle von Louisenthal, o.J., Öl auf Weißblech, 26,5 x 19,5 cm, SMW 1350
    Portrait Maximilian Joseph de Lasalle von Louisenthal, o.J., Öl auf Leinwand, 83,5 x 65 cm, SMW 1349
    Portrait Louise de Lasalle von Louisenthal geb. d’Augier, o.J., Öl auf Leinwand, 83,5 x 65 cm, SMW 1348
    Portrait Louise de Lasalle von Louisenthal geb. d’Augier, o.J., Öl auf Leinwand, 46 x 35 cm, SMW 1347
    Portrait Karl Heinrich (Charles) de Lasalle von Louisenthal, o.J., Öl auf Leinwand, 27 x 22 cm, SMW 1345
    Octavie de Lasalle (?): Marie Lucie de Lasalle von Louisenthal, geb. d’Augier, o.J., Öl auf Leinwand, 81 x 65,5 cm, SMW 1344
    Portrait Maria Oktavie von Louisenthal, Tochter des Maximilian de Lasalle von Louisenthal, o.J., Öl auf Weißblech, 26,5 x 19 cm, SMW 0084
    Selbstbildnis Octavie de Lasalle von Louisenthal, 1836, o.J., Aquarell, Gouache auf Papier, 50 x 40 cm, SMW 0056
    Die Eichelsammler, o.J., Öl auf Weißblech, 24,5 x 16 cm, SMW 0077
    Der Tod Wilhelm Albert des Lasalles, Vater der Künstlerin, o.J., Öl auf Leinwand, 98 x 80 cm, SMW 0076
    Stiftungsbild für das Elisabeth-Krankenhaus in Wadern, o.J., Öl auf Leinwand, 126 x 74,5 cm, SMW 0047 (Leihgabe Elisabeth-Krankenhaus Wadern)
    Maria Immaculata, o.J., Öl auf Leinwand, 255 x 210 cm, SMW 0148
    Die Heilige Katharina de Ricci, o.J., Öl auf Leinwand, 146,5 x 70 cm, SMW 1339
    Die ersten Entwürfe zum Kreuzweg von Lockweiler, o.J., SMW 0057-0070
    Veronika reicht Jesus das Schweißtuch, zweiter Entwurf zum Kreuzweg von Lockweiler, o.J., Öl auf Weißblech, 26,5 x 19 cm, SMW 0078
    Jesus wird ins Grab gelegt, Entwurf zum Kreuzweg in St. Clemens, Osburg, o.J., Öl auf Weißblech, 26,5 x 19 cm, SMW 0089
    Christus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuze, Entwurf zum Kreuzweg in St. Clemens, Osburg, o.J., Öl auf Weißblech, 26,5 x 19 cm, SMW 0080
    Hl. Johannes der Täufer, o.J., Öl auf Leinwand, 19 x 13 cm, SMW 0143
    Der Hl. Bernhard am Wasserfall des Aniene bei Subiaco, o.J., 26,5 x 19 cm, SMW 0082
    Die Hl. Anna mit ihrer Tochter Maria, o.J., Öl auf Weißblech, 39 x 27 cm, SMW 0081
    Die Legende von Loreto, o.J., Öl auf Weißblech, 19 x 26,5 cm, SMW 0095
    Die Kinderpredigt, o.J., Öl auf Weißblech, 26,5 x 19 cm, SMW 0091
    Die Flucht nach Ägypten, o.J., Öl auf Weißblech, 24 x 18 cm, SMW 0090
    Hl. Ottilie und Hl. Lucia, o.J., Öl auf Weißblech, Fragment eines Heiligenkalenders, 8,5 x 7 cm, SMW 0147
    Römischer Soldat, o.J., Öl auf Weißblech, Fragment eines Heiligenkalenders, 8,5 x 7 cm, SMW 0146
    Hl. Johannes, o.J., Öl auf Weißblech, Fragment eines Heiligenkalenders, 8,5 x 7 cm, SMW 0145
    Hl. Nikolaus, o.J., Öl auf Weißblech, Fragment eines Heiligenkalenders, 8,5 x 7 cm, SMW 0144
    Heiligenkalender, Monat August, o.J., Öl auf Weißblech, 26,5 x 38 cm, SMW 0142
    Hl. Lazarus, o.J., Öl auf Weißblech, Fragment eines Heiligenkalenders, 7 x 8,5 cm, SWM 0087
    Drei Frauen am Wasser, Fragment eines Heiligenkalenders, o.J., Öl auf Weißblech, 8,5 x 7 cm, SMW 0055
    Franz von Assisi, o.J. Öl auf Weißblech, Fragment eines Heiligenkalenders, 8,5 x 7 cm, SMW 0054
    Hl. Karl d. Gr., Heiligenkalenderbild, o.J., Öl auf Weißblech, 26,5 x 19,5 cm, SMW 0088
    Totentafel der Familie Lasalle von Louisenthal, o.J., Öl auf Weißblech, 27 x 38 cm, SMW0204
    Kasel, o.J., Textilien, SMW 1336
    Betstuhl für Mutter Rosa, Bemalung der Seitenwangen in Öl, o.J., SMW 1328
  • Waldbreitbach, Franziskanerinnen BMVA
    Altargemälde, o.J., Öl auf Leinwand
    Selbstbildnis vor der Haankapelle, o.J., Öl auf Holz, 43 x 32 cm Bildnis der Mutter Maria Rosa Flesch, o.J., Öl auf Weißblech, 61 x 51 cm Kreuzweg, 1869-70 Kreuzweg, um 1863, Öl auf Weißblech Skizzenbuch der Octavie de Lasalle von Louisienthal, 1860er/1870er Jahre Muttergottes mit Kind, Rückseite: Maria als apokalyptische Frau (unvollendet), o.J., Öl auf Weißblech, 26,3 x 21,8 cm Martyrium der Hl. Irene, Rückseite: Eingeborenengenre, o.J., Öl auf Weißblech, 19,1 x  26,4 cm Christus auf dem Kreuzweg, o.J., Öl auf Weißblech, 26,3 x 19,3 cm
  • FNL.Lasalle, Landesarchiv Saarbrücken
  • Octavie de Lasalle von Louisenthal: Erinnerungen, Tagebuch 1836-1843, Privatbesitz
  • Octavie de Lasalle: Tagebücher der Octavie de Lasalle von Louisenthal, ZOA der Franziskanerinnen BMVA Waldbreitbach

Bibliografie: Monografien

  • Günther Molz: Die Malergräfin Octavie de Lasalle von Louisenthal von Dagstuhl und ihr künstlerischer Nachlaß. Dagstuhler Geschichtsbilder. Hg. Verein für Heimatkunde Waden. Wadern 1990
  • Jakob Adam Backes: Oktavie de Lasalle von Louisenthal und Mutter Rosa Flesch. Waldbreitbach 2003
  • Thomas Wiercinski: Faltblatt zur Ausstellung "Die Welt der Octavie", Wadern, Öttinger Schlösschen. Wadern 2005
  • Octavie de Lasalle von Louisenthal (1811-1890) – Malerin aus Dagstuhl, Merzig 2008
    Darin:
    Günther Molz: "Alles, was die Kunst und die Natur an Vollkommenem bietet, alles fand sich hier vereint", S. 20-25
    Thomas Wiercinski: Die Malerin Octavie de Lasalle von Louisenthal, S. 28-92

Bibliografie: Sammelschriften

  • Kurt Hoppstätter: Die Familie Lasalle von Louisenthal. Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend, 10./11. Jg. 1960/61, S. 128-140
  • Günther Molz: Volkskunst im Hochwald. Kunstschaffen der Freiin Octavie de Lasalle von Louisenthal. In: Achtes Jahrbuch. Verein für Heimatkunde im Kreise Merzig, 1969, S. 131-134
  • Manfred Stein: Unbekannte Fotografien. Die Malerin Octavie de Lasalle von Louisenthal. In: Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend, 50./51. Jg., 2002/2003, S. 232-236
  • Günther Molz: Die "Malergräfin" Octavie de Lasalle von Louisenthal (1811-1890). In: Hochwälder Hefte zur Heimatgeschichte. Hg. Verein für Heimatkunde Nonnweiler e.V., 23. Jg., Heft 42, 2003, Beiträge zur Heimatgeschichte I., S. 73-112, S. 74 und 24. Jg. und Heft 43, 2004, S. 156-183
  • Hans-Joachim Kracht: Leidenschaft für den Menschen. Margaretha Rosa Flesch – Leben und Wirken. Trier 2005, passim
  • Manfred Pix: Der Bildhauer Franz Woltreck im biedermeierlichen München. In: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte, Bd. 69, Heft 3, 2006, S. 945-991, S. 949, Anm. 12. (Bibliographie zur Familiengeschichte Lasalle)
  • Dagmar Droysen-Reber: Pariser Töne. Die elegante Harfe der Octavie de Lasalle. In: SaarGeschichte(n), 2, 2007, S. 26-27
  • Michel Schmitt: Das Marienheiligtum der Girsterklaus bei Rosport. Regensburg 2007
  • Frank G. Hirschmann: Octavie de Lasalle: Mutter Rosa Flesch. In: Armut – Perspektiven in Kunst und Gesellschaft. Darmstadt 2011, Kat.-Nr. 49, S. 357f.
  • Ruth Bauer: Zwischen Konvention und Künstlertum. In: SaarGeschichte(n), Nr. 2, Saarbrücken 2011, S. 5
  • Friedrich Ebert: "Dir zur Seit auf Freyen Höhen". Das Malerhäuschen der Octavie de Lasalle von Louisenthal in der Burgruine Dachstuhl. In: SaarGeschichte(n), Nr. 2, Saarbrücken 2011, S. 9
  • Thomas Wiercinski: Die Malerin von Schloss Dagstuhl. Vor 200 Jahren wurde Octavie de Lasalle von Louisenthal geboren, die ihre Motive aus ihrem privaten Umkreis schöpfte. In: SaarGeschichte(n), Nr. 2, Saarbrücken 2011, S. 4-10

Quelle

  • FNL.Lasalle, Landesarchiv Saarbrücken
  • Octavie de Lasalle von Louisenthal: Erinnerungen, Tagebuch 1836-1843, Privatbesitz.
  • Octavie de Lasalle: Tagebücher der Octavie de Lasalle von Louisenthal, ZOA der Franziskanerinnen BMVA Waldbreitbach
  • Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Archiv, Bestand: Lasalle, Octavie de (Dossier 7745)

Redaktion: Claudia Maas, Christine Koch

Leihgebühren pro Halbjahr

Privatpersonen Schüler und Studenten Praxen, Kanzleien, gewerbliche Einrichtungen und Firmen
je Kunstwerk 30 € 15 € 50 €
Künstlerplakate und Werke mit max. 40 cm Breite (ausgenommen Skulpturen) 15 € 10 € 25 €

Für alle Entleiher gilt: