Institut für aktuelle Kunst

Laboratoriumsgespräch #02/2022

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Laboratoriumsgespräch

Immer weniger Menschen gehen in die Kirche. Bedingt durch den demografischen Wandel, die anhaltend hohe Zahl der Kirchenaustritte und den voranschreitenden Säkularisierungsprozess der Gesellschaft wird es zunehmend schwierig für Gemeinden, ihre Gotteshäuser wirtschaftlich vertretbar in Betrieb zu halten. Hierdurch kommt es vermehrt zur Entwidmung von Sakralbauten, für die andere Nutzungskonzepte erschlossen werden müssen, um die Gebäude zu erhalten.

Allein das Bistum Trier verzeichnet rund 50 profanierte Sakralbauten, die verkauft, umgewidmet, umgebaut oder gar abgerissen wurden.

Die Umnutzungsszenarien sind vielfältig und stehen oftmals nicht in Verbindung mit der ursprünglichen Bestimmung. Kirchen werden zu Bibliotheken, Galerien, Shopping-Zentren, Sporthallen, Friseursalons oder auch zu Wohnzwecken umgebaut. Wo sich keine öffentlichen oder privaten Investoren finden, oder der Denkmalschutz den Erhalt der Gebäude sicherstellt, droht der Verlust der Bauten. Um dies zu verhindern, engagieren unterschiedliche Gruppierungen für alternative Nutzungskonzepte im öffentlichen Interesse. Unter der Firmierung „Kulturkapelle“ bestehen in Deutschland etliche kunstorientierte Initiativen, die profanierte Sakralbauten für kulturelle Umnutzungen erschließen und damit erhalten wollen.

Dieses Ziel verfolgt auch der 2021 gegründete Verein „Kultur-Kapelle Saar-Lor-Lux, der sich für den Erhalt der 2019 entwidmeten Kapelle „Unserer Lieben Frau“ in Wallerfangen-Oberlimberg einsetzt.

Die ab 1959 nach Plänen des Architekten Konrad Schmitz (1925-2010) in schlichter, zeittypischer Formensprache errichtete Kapelle beherbergt Bildwerke der Künstler Victor Fontaine und Werner Persey. Im Gegensatz zu anderen Bauten von Konrad Schmitz, wie etwa die Aussegnungshalle in Diefflen, die Kirche Maria Trost in Pachten oder die Antoniuskirche in Fenne, steht die Kapelle auf dem Oberlimberg nicht unter Denkmalschutz.

Im Laboratoriumsgespräch stellt der Verein seine Pläne zur kulturellen Entwicklung der Kapelle vor und informiert über seine Initiativen. Im Anschluss diskutiert Institutsdirektor Andreas Bayer mit Mitgliedern des Vereinsvorstandes sowie dem Architekten und Vorsitzenden des Landesdenkmalrats Henning Freese die Problematik des Erhalts profanierter Sakralbauten und deren Nutzungsperspektiven.

Der Eintritt ist frei.

Leihgebühren pro Halbjahr

Privatpersonen Schüler und Studenten Praxen, Kanzleien, gewerbliche Einrichtungen und Firmen
je Kunstwerk 30 € 15 € 50 €
Künstlerplakate und Werke mit max. 40 cm Breite (ausgenommen Skulpturen) 15 € 10 € 25 €

Für alle Entleiher gilt: