Institut für aktuelle Kunst

Ausstellung Erwin Wortelkamp
Ausstellung Erwin Wortelkamp
Ausstellung Erwin Wortelkamp

Ausstellung 12: Erwin Wortelkamp

Anlässlich der Verleihung des Sparda-Bank-Preises 2003/04 für Kunst im öffentlichen Raum zeigte das Laboratorium vom 3. Mai bis 30. September 2004 eine Ausstellung mit Skulpturen und Grafiken des Preisträgers Erwin Wortelkamp

Freifläche vor dem Laboratorium
1
Osterinsel
1992
Holz, Wetterfarbe schwarz, geölt
585 x 100 cm

Innenhöfe
2
Wandstück 1996-2002
Bronzen

3
Bodenstück "Saarlouis II
2004
Holz
30/29 x 100/400 x 25/15 cm

4
Teil aus einem Ganzen,
Honkong 1991, 2. Guss
Bronze

5
Angelehnte Saarlouis I
2004
Holz, gekalkt
306 x 33 x 33 cm

Zwei Fragmente
2004
Eisenguss
12,5/11 x 30/29 x 11,5/11 cm

Vierergruppe
1992/1993
Holz, natur geölt
202/209 x 28/44 x 25/31 cm

Innenraum
Saarlouis I zur Angelehnten
2004
10 Original-Prägedrucke
112 x 80 cm

Was haben Kunst und Schießpulver gemeinsam? – Skulpturen und Prägedrucke von Erwin Wortelkamp im Laboratorium

Für den Bildhauer Erwin Wortelkamp gibt es durchaus eine Verbindung zwischen Schießpulver und Kunst. Kunst solle immer auch die Kraft von Schießpulver in sich bergen, nicht nur zum Attackieren, sondern auch um Aufmerksamkeit zu erregen, erklärte er anlässlich der Eröffnung seiner Ausstellung im historischen Laboratorium, dem ehemaligen preußischen Pulvermagazin am Choisyring in Saarlouis. Dort ist das Institut für aktuelle Kunst im Saarland seit 1993 angesiedelt. Einige der bemerkenswerten Arbeiten des im Westerwald lebenden Künstlers, die im Rahmen dieser Ausstellung gezeigt werden, hat Erwin Wortelkamp eigens für diesen Bereich geschaffen. Dies gilt für die auf dem Vorplatz aufgestellte monumentale Holzskulptur ebenso wie die im Laboratoriumshof aufgestellten vier Holzsäulen. Er habe sich bei diesen Arbeiten vom Bauwerk selbst und von den dort vorhandenen Schießscharten inspirieren lassen, bemerkte er weiter und zum Schluss sagte er. »Ich hoffe, dass das Pulver nicht allzu bald nass wird und seine Wirkung verliert«.

Zuvor hatte sich Erwin Wortelkamp bedankt, zunächst beim Leiter des Institutes, Professor Jo Enzweiler, dafür, dass er ihm diese Ausstellung ermöglicht hatte, beim Vorstandsvorsitzenden der Sparda-Bank Südwest eG, Ilmar Schichtel, für die Verleihung des Sparda-Bank-Preises und bei Dipl. Ing. Marlen Dittmann, Mitglied des Kuratoriums, für ihre einfühlsamen Worte zu seinem künstlerischen Schaffen.

Prof. Jo Enzweiler konnte zur Ausstellungseröffnung zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens und der saarländischen Kunstszene, ebenso aus den Bereichen Architektur und Städtebau begrüßen. Namentlich begrüßte der Professor stellvertretend für alle anwesenden Mitglieder den Präsidenten der Gesellschaft der Förderer des Instituts für aktuelle Kunst, Oberbürgermeister Hans-Joachim Fontaine, sowie den Präsidenten des Saarländischen Städte- und Gemeindetages, Richard Nospers, als ehemaligen Präsidenten der Gesellschaft. Namentlich begrüßte Enzweiler des Weiteren MdL Kurt Schoenen als Stellvertreter des Landtagspräsidenten und MdL Roland Henz als Stellvertreter von SPD-Landtagsfraktionschef Heiko Maas. Einen herzlichen Willkommensgruß richtete er außerdem an den im Mittelpunkt der Veranstaltung stehenden Künstler Erwin Wortelkamp und an den Vorstandsvorsitzenden der Sparda-Bank Südwest eG, Ilmar Schichtel, sowie an Dipl. Ing. Marlen Dittmann, die im Verlauf der Ausstellungseröffnung den Künstler und sein Werk vorstellte.

Eine unabhängige Jury hatte bereits im Vorfeld der Ausstellungseröffnung den im Drei-Jahres-Rhythmus zur Verleihung gelangenden Sparda-Bank-Preis 2003/4 für besondere Leistungen der Kunst im öffentlichen Raum an Erwin Wortelkamp vergeben. Der Festakt der Verleihung hatte im Mainzer Schloss stattgefunden. Zeitgleich mit der Ausstellung in Saarlouis findet eine weitere Ausstellung mit Werken des Künstlers Wortelkamp in der Sparda-Bank Südwest eG in Mainz statt.

Professor Jo Enzweiler würdigte im Rahmen seiner Begrüßung die hervorragende Zusammenarbeit zwischen dem Institut und der Sparda-Bank. Letztere sei von Anfang an eine der Hauptsponsoren des Instituts gewesen. Sie habe damit maßgeblichen Anteil an der im Institut für die saarländischen und rheinland-pfälzischen Künstler und die Kunst im öffentlichen Raum geleistete wertvolle Arbeit. Mit der Schaffung des Sparda-Bank-Preises habe man diese Zusammenarbeit optimiert. Damit sei, bis heute einmalig, ein Preis ausgelobt worden, der sich ausschließlich der Kunst im öffentlichen Raum widme.

Mit Erwin Wortelkamp zeichne der Sparda-Bank-Preis 2003/2004 einen Künstler aus, dem es in vorbildlicher Weise gelungen sei, sowohl der Anforderung des autonomen Kunstwerkes als auch der Einbindung seiner künstlerischen Lösungen in das örtliche Leben gerecht zu werden, heißt es in der offiziellen Begründung.

Zum Engagement seiner Bank in Sachen Kunst erklärte Ilmar Schichtel, man erhoffe sich davon u.a., dass die Sparda-Bank bekannter und ihr Image gestärkt werde. Dafür wolle man in Gestalt dieses stattlich dotierten Preises der Kunst etwas zurückgeben, womit man gleichzeitig ein Stück soziale Verantwortlichkeit in der Gesellschaft übernehme.

Der diesjährige Sparda-Bank-Preis umfasst mit einem Preisgeld von 30.000 Euro, einer Ausstellung in den Räumen der Sparda-Bank Südwest eG in Mainz und im Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Saarlouis, sowie der Publikation »Erwin Wortelkamp im Gespräch mit Monika Bugs« insgesamt rund 70.000 Euro und ist damit einer der größten Preise für Kunst im öffentlichen Raum in Deutschland.


Monika Schwarz