Institut für aktuelle Kunst

Ausstellung Frauke Eckhardt
Ausstellung Frauke Eckhardt

Ausstellung 11: Frauke Eckhardt

Im Eingangshof des Institutsgebäudes stehen dem Besucher eine Gruppe von Instrumenten zur Verfügung, mit denen er Klänge aus dem konkreten Raum abnehmen und unmittelbar wahrnehmen kann. Die Instrumente besitzen je einen Klangrezeptor, in dem über Mikrophone die Klänge aufgefangen und an den Kopfhörer weitergeleitet werden. In den Gehörschalen sind die Außengeräusche stark reduziert, wobei gleichzeitig die erzeugten Klänge verstärkt über Lautsprecher wiedergegeben werden. Die Klangrezeptoren konzentrieren sich auf unterschiedliche Raumkomponenten – mal ist es die Oberflächenstruktur der raumbegrenzenden Körper, die stereoakustisch abgetastet werden kann, dann ist es der Luftraum, aus dem Klänge isoliert und akustisch verschoben werden. Mit der Wahl des Instruments trifft der Rezipient die Entscheidung, welchen Aspekt des Raums er wahrnimmt, in welchen Raum er eintaucht.

Instrument 1:
Der Klangrezeptor besteht aus zwei Bambusfedern, in denen sich je ein Mikro befindet. Sie zeichnen die Klänge der an sich statisch-stillen Oberflächen im Raum vorhandener Körper auf und leiten sie an je ein Ohr weiter. Es entstehen rhythmische Klänge, die Auskunft geben, sowohl über die Geschwindigkeit der Bewegung, als auch über das Material und Relief der Körper.

Instrument 2:
Die in jedem Trichter enthaltenen Mikros verhalten sich wie Richtmikrophone. Einzelne, durch den Luftraum schwebende Klänge werden isoliert und auf je ein Ohr übertragen. Durch Schwenken des Instruments kann der Klang ein- und ausgeblendet und im Panorama verschoben werden. So kann ein Klang z.B. zum Kreisen gebracht werden. Die Orientierung an den Klängen des Umraums wird irritiert – Optik und Akustik stimmen nicht mehr überein. Der Rezipient wird herausgelöst und taucht in seinen eigenen, akustischen Raum ein.

Instrument 3:
Der kammartige Rezeptor enthält zwei Mikros, die die Klänge der Stäbchenreihe stereoakustisch wiedergeben. Gegenüber Instrument 1, arbeitet dieses Instrument mit kleineren Strukturen der Oberflächenreliefs und ihren Verläufen. Je nach Ziehwinkel beginnen die Stäbchen zu flirren, Klangverläufe entstehen, ein Gesamtrauschen oder einzelne Stäbchen erklingen.

Fahne: Schreibtisch-Partitur (2002)
Auf der Fahne sind zwei Strukturen einer Holzoberfläche zu sehen. Sie wurden mit einer Digitalkamera fotografiert und stark vergrößert. Ähnlich wie die im Eingangshof gezeigten Instrumente, werden Strukturen von konkreten Gegenständen herausgelöst und in ein anderes Medium übersetzt. Durch die Isolierung, bzw. Fokussierung werden diese neu wahrnehmbar – eine grafische Partitur entsteht.

Frauke Eckhardt