Institut für aktuelle Kunst

St. Wendel, Trantenroth, Bodengestaltung

Künstler: Trantenroth, Artur Dieter
Epoche: 20. Jahrhundert
Gattungen: Kunst im öffentlichen Raum, Skulpturenstraße St. Wendel
Werke: Stolpersteine, Skulptur/Plastik

Artur Dieter Trantenroth
Drei „Umfeldveränderungen“, kleine Treppe
Bodengestaltung, 1988
Tombak (Kupfer-Zink-Legierung), 42,5 x 57,5 cm
früher Grabenstraße, neuer Standort vorgesehen am Hinterausgang des ­Mia-Münster-Hauses

Die kleine Treppe aus Tombak im Boden, die Trantenroth ursprünglich ins Pflaster der steilansteigenden, über flache und weit auseinanderliegende Treppenstufen geführte Grabenstraße verlegt hatte, war kaum zu übersehen, da der Blick des Betrachters hier aus Sicherheitsgründen zu Boden gerichtet sein musste. Die perspektivisch gestaltete Treppe mit ihren sieben Stufen nahm Bezug auf ihre ursprüngliche Lage, machte dem Betrachter den augenblicklichen Standpunkt bewusst. Die Grabenstraße führt hin zum Wendelsdom und gleichzeitig zu Kornbrusts Pyramide. Trantenroths Treppe an ihrem ursprüng­lichen Standort mag Assoziationen wecken zur christlichen Ikonographie mit der „Scala Dei“ oder Himmelsleiter, aber auch an die in der ägyptischen Sonnenreligion als Treppe verstandene Stufenpyramide und somit den Weg zu Wendelsdom und Erinnerungspyramide anbahnen. Ihre sieben Stufen und ihre Maße beziehen sich auf die mit Tombak verkleidete Treppe des Gasthauses Alte Seilerei in der Luisenstraße.

Biografie:
Artur Dieter Trantenroth, Bildhauer, Objektkünstler, Zeichner
geboren 1940 in Bochum
lebt und arbeitet in Weißenstadt/Fichtelgebirge
Quelle: Jo Enzweiler (Hg.): Kunst im öffentlichen Raum im Saarland. Bd. 4 Landkreis St. Wendel 1945 bis 2012. Saarbrücken 2013
Rena Karaoulis: Die Straße der Skulpturen. Vom Bildhauersymposion St. Wendel zur Straße des Friedens ins Europa. Saarbrücken 2005
Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Archiv, Dossier 995

Margarete Wagner-Grill