Institut für aktuelle Kunst

Gunter Demnig, Stolpersteine für Zerline Grünfeld und ihren Sohn Alfred Grünfeld, 2012: Foto: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Saarlouis, O.D., 2012
Leo, Zerline und Alfred Grünfeld. Foto aus: Page of Testimony, Yad Vashem - The Holocuast Martyrs' and Heroes' Remembrance Authority
Alfred Grünfeld. Foto aus: Page of Testimony, Yad Vashem - The Holocuast Martyrs' and Heroes' Remembrance Authority

Saarwellingen, Demnig, Stolperstein, Grünfeld, Zerline und Alfred

Epoche: 21. Jahrhundert
Gattungen: Kunst im öffentlichen Raum
Werke: Denkmäler/Gedenkstätten, Stolpersteine

Gunter Demnig
2 Stolpersteine
Beton, Messing, per Hand eingeschlagene Inschrift, 96 x 96 x 100 mm
Saarwellingen, Vorstadtstraße 38

  • Stolperstein für Zerline Grünfeld, geb. Unna
    Initiative: Arbeitsgruppe "Stolpersteine" Saarwellingen
    Verlegedatum: 24. Februar 2012
    Text der Inschrift:
    "Hier wohnte / Zerlinde Grünfeld / geb. Unna / Jg. 1896 / deportiert 1941 / ermordet im / Ghetto Lodz"
  • Stolperstein für Alfred Grünfeld
    Initiative: Arbeitsgruppe "Stolpersteine" Saarwellingen
    Verlegedatum: 24. Februar 2012
    Text der Inschrift:
    "Hier wohnte /  Alfred Grünfeld / Jg.  1934 / deportiert 1941 / ermordet im  / Ghetto Lodz"

Biografien:
Zerline Grünfeld, geboren 1896 in Frankfurt am Main, war die Ehefrau von Leo Grünfeld, der seit 1929 an der jüdischen Volksschule in Saarwellingen unterrichtete. 1934 wurde Sohn Alfred in Saarwellingen geboren. Als die Schule 1936 aufgelöst wurde, zog Familie Grünfeld nach Saarbrücken, wo Leo Grünfeld an der jüdischen Volksschule Saarbrücken als Hilfslehrer angestellt wurde. Familie Grünfeld blieb in Saarbrücken, bis die Stadt zu Beginn des Zweiten Weltkrieges evakuiert wurde. Die Quellen sprechen dafür, dass Grünfelds anschließend in Frankfurt/Main, der Geburtststadt von Zerline, lebten. Auch hier unterrichtete Leo an der jüdischen Schule. Von Frankfurt/Main aus wurden Leo, Zerline und der kleine Alfred am 20. Oktober 1941 in das Ghetto Litzmannstadt (Lodz) deportiert.
Dr. Friedrich Schlomo Rülf, von Herbst 1929 bis Januar 1935 Rabbiner in Saarbrücken, erwähnt in seinen 1964 veröffentlichten Lebenserinnerungen "Ströme im dürren Land" auch kurz Zerline Grünfeld, die mit Rülfs zweiter Ehefrau Ruth Rülf geb. Unna verwandt war: Leo Grünfeld "teilte mit seiner Frau - einer Kusine von Ruth - das Schicksal der sechs Millionen."
Der Stolperstein für Leo Grünfeld liegt vor der ehemaligen jüdischen Volksschule Saarwellingen in der Engelstraße.

 
Bibliografie und Quellen

  • Schlomo Rülf: Ströme im dürren Land. Erinnerungen. Stuttgart 1964, S. 92
  • Gerhard Paul: Die jüdische Volksschule in Saarbrücken (1934 bis 1939). In: Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend, 33. Jg. 1985, S. 157-183
  • Werner Müller und Alois Prediger: Juden in Saarwellingen. Hg. von der Gemeinde Saarwellingen. Nalbach 1989, S. 17, 108
  • Werner Müller: Die jüdische Minderheit im Kreis Saarlouis. Politische, sozialökonomische und kulturelle Aspekte ihrer Lebenssituation vom Ancien Régime bis zum Nationalsozialismus. St. Ingbert 1993, S. 147
  • Hans-Peter Klauck und Klaus Mayer: Gelöst ist die Schnur - gebrochen das Band. Die jüdische Gemeinde Saarwellingen 1700-1940. Saarwellingen 2013, S. 46-48, S. 171, S. 186, S. 227-228
  • Gedenkbuch - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933-1945 (www.bundesarchiv.de/gedenkbuch)
  • Gedenkblätter für Zerline Grünfeld und Alfred Grünfeld in Yad Vashem (www.yadvashem.org)
  • Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Objekt Nr. 4579, 4580

Redaktion: Oranna Dimmig