Institut für aktuelle Kunst

Gunter Demnig, Stolpersteine für Moritz, Wanda, Egon und Vales Davidson, 2010. Foto: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, O.D., 2010
Saarbrücken, Großherzog-Friedrich-Straße 61. Foto: Institut für aktuelle Kunst im Saarland, O.D., 2010

Saarbrücken, Demnig, Stolperstein, Davidson, Moritz, Wanda, Egon und Vales

Epoche: 21. Jahrhundert
Gattungen: Kunst im öffentlichen Raum
Werke: Denkmäler/Gedenkstätten, Stolpersteine

Gunter Demnig
4 Stolpersteine
Beton, Messing, per Hand eingeschlagene Inschrift, 96 x 96 x 100 mm
Saarbrücken, Großherzog-Friedrich-Straße 61, vor der Eingangstür

  • Stolperstein für Moritz Jacob Davidson
    Initiative: Richard Bermann, Vorsitzender der Synagogengemeinde Saarbrücken
    Verlegedatum: 10. März 2010
    Text der Inschrift:
    "Hier wohnte / Moritz Jakob / Davidson / Jg. 1883 / Flucht Holland / interniert Westerbork / deportiert  / Sobibor / ermordet 9.4.1943"
  • Stolperstein für Wanda Davidson geb. Wirth
    Initiative: Richard Bermann, Vorsitzender der Synagogengemeinde Saarbrücken
    Verlegedatum: 10. März 2010
    Text der Inschrift:
    "Hier wohnte / Wanda Davidson / geb. Wirth / Jg. 1892 / deportiert 1943 / Sobibor / ermordet 9.4.1943"
  • Stolperstein für Egon Otto Davidson
    Initiative: Richard Bermann, Vorsitzender der Synagogengemeinde Saarbrücken
    Verlegedatum: 10. März 2010
    Text der Inschrift:
    "Hier wohnte / Egon Otto / Davidson / Jg. 1921 / Flucht Holland / interniert Westerbork  / deportiert / ermordet 1942 in / Auschwitz"
  • Stolperstein für Vales Guenter Davidson
    Initiative: Richard Bermann, Vorsitzender der Synagogengemeinde Saarbrücken
    Verlegedatum: 10. März 2010
    Text der Inschrift:
    "Hier wohnte / Vales Guenter / Davidson / Jg. 1924 / Flucht Holland / interniert Westerbork  / deportiert  / Auschwitz / ermordet 21.9.1942"

Biografien:
Moritz Jacob Davidson, geboren am 8. April 1883 in Amsterdam, war als Kaufmann tätig und wohnte in Saarbrücken in der Großherzog-Friedrich-Straße 61. Er war verheiratet mit Wanda Davidson, geb. Wirth, geboren am 12. Mai 1892 in Gemünden. Das Paar hatte zwei Söhne, die beide in Saarbrücken geboren waren: Egon Otto Davidson am 23. September 1921 und Vales Guenter Davidson am 8. Februar 1924. Familie Davidson emigrierte 1936 nach Holland. Die Söhne Egon Otto und Vales Guenter wurden 1942 über das "polizeiliche Judendurchgangslager Kamp Westerbork" nach Auschwitz deportiert, wo sie den Tod fanden: der jüngere Bruder am 21. September 1942, das Todesdatum des älteren ist nicht bekannt (lt. Gedenkbuch der Bundesrepublik Deutschland für tot erklärt). Die Eltern wurden am 9. April 1943, einen Tag nach Moritz Jacob Davidsons 60. Geburtstag, in das Vernichtungslager Sobibor deportiert.

Bibliografie und Quellen

  • Gedenkbuch - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933-1945 (www.bundesarchiv.de/gedenkbuch)
  • Biografien. Die am Mittwoch, 10. März (2010) in Saarbrücken verlegten Stolpersteine erinnern an... (Aufstellung abrufbar unter www.saarbruecken.de)
  • Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Objekt Nr. 4369, 4371, 4368 und 4370

Redaktion: Oranna Dimmig