Institut für aktuelle Kunst

Anonym, Portrait des Johann Friedrich Stengel. Abbildung aus Günter Scharwath: Miniaturen zur Kunst- und Kulturgeschichte der Saarregion, Saarbrücken 1999
Stengel, Johann Friedrich (Fjodor Fjodorowitsch)
Unterschrift des Johann Friedrich Stengel. Foto: Landesarchiv Saarbrücken
Berg (Unter-Elsass), ev. Kirche 1770-1773 nach Entwurf von Stengel sen., Bauleitung Johann Friedrich Stengel. Foto: Oranna Dimmig
Berg (Unter-Elsass), ev. Kirche, rückwärtige Ansicht. Foto: Oranna Dimmig
Lorentzen (Unter-Elsass), Zehntscheune, 1770 unter der Ägide des Nassau-Saarbrücker Bauamtes errichtet, möglicherweise nach Entwurf von Johann Friedrich Stengel. Foto: Claudia Maas
Lorentzen (Unter-Elsass), Ortsbild mit Zehntscheune. Foto: Claudia Maas
Heusweiler, evangelisches Pfarrhaus, 1773-75, Bauleitung Johann Friedrich Stengel bis 1774. Foto: Oranna Dimmig, 2005
Niederlinxweiler, evangelische Kirche, 1774 Entwurf von Johann Friedrich Stengel, Bauausführung ab 1775. Foto: Historischer Verein für die Saargegend
Niederlinxweiler, evangelische Kirche, Grundriss. Abbildung aus Klein 1975
Saarbrücken, Haus Freital am Ludwigsplatz, 1763 folgende nach Entwurf von Friedrich Joachim Stengel errichtet und als Vorbild von Johann Friedrich Stengel als Vorbild nach Russland gebracht. Foto: Oranna Dimmig, 2006
Fjodor Fjodorowitsch Stengel, Entwurf für ein Bankgebäude in Twer (Russland). Abbildung aus Campus 1999, Heft 4, S. 32
Fjodor Fjodorowitsch Stengel, Musterentwürfe für Wohnhäuser in Twer (Russland), zwischen 1776 und 1784. Abbildung aus Smirnov 2005
Reihenhäuser am Wolgaufer in Twer (Russland). Foto: Oranna Dimmig

Stengel, Johann Friedrich (Fjodor Fjodorowitsch)

Baumeister
geboren 1746 in Saarbrücken
gestorben 1830 ? in St. Petersburg, Russland
Kategorie: Architektur

Biografie

  • 1746
    Johann Friedrich Stengel wird am 5. August in Saarbrücken als erster Sohn des Nassau-Saarbrücker Baudirektors Friedrich Joachim Stengel (1694-1787) und seiner Frau Clara Elisabeth Stengel geb. Storch (1710-1792) geboren.
  • Über seine schulische und berufliche Ausbildung ist nichts bekannt.
  • Möglicherweise hat Johann Friedrich Stengel das 1604 gegründete Ludwigsgymnasium in Saarbrücken besucht, dessen Lehrplan unter der Regierung von Fürst Wilhelm Heinrich auch die Unterrichtung in Baukunst vorsah. Eine Ausbildung als Architekt durch seinen Vater Friedrich Joachim Stengel ist möglich, ebenso eine Ausbildung in Frankreich, wofür es einen kleinen Hinweis gibt.
  • 1769?
    Eintritt in die Dienste von Nassau-Saarbrücken als Baumeister. Tätigkeit in der Bauleitung bei Reparaturarbeiten und bei den wenigen Neubauten dieser Jahre, die wohl zumeist nach einem Entwurf seines Vaters Friedrich Joachim Stengel errichtet werden. Mitarbeit beispielsweise bei: Schloss Ludwigsberg bei Saarbrücken (?), evangelische Ludwigskirche in Saarbrücken, Abschlussarbeiten an den Häusern am Ludwigsplatz in Saarbrücken (?), Bauleitung bei der evangelischen Kirche in Jugenheim (Rheinhessen), der evangelischen Kirche in Berg (Unter-Elsass/Bas-Rhin) und dem evangelischen Pfarrhaus in Heusweiler, Reparaturarbeiten an verschiedenen herrschaftlichen Gebäuden in der Grafschaft Saarwerden (Unter-Elsass/Bas-Rhin), beispielsweise an Schloss Lorentzen.
  • 1774
    Entwurf für den Neubau der evangelischen Kirche in Niederlinxweiler, die Ausführung übernimmt J. H. J. von Waldner.
  • 7. Juni 1774
    Demissionsdekret. Johann Friedrich Stengel scheidet aus dem Dienst für das Haus Nassau-Saarbrücken aus. Über die Ursachen seiner Entlassung und die Umstände seines Wechsels nach Russland unter Zarin Katharina II. ist nichts bekannt.
  • 1776
    Im Januar beginnt Johann Friedrich Stengel seinen Dienst in Russland, wo er sich Fjodor Fjodorowitsch Stengel nennt (Fjodor ist der einzige mit dem Buchstaben "F" beginnende russische Männername). Tätigkeit als Architekt in Twer. Die Kaufmannsstadt am Oberlauf der Wolga, ursprünglich wie alle altrussischen Städte aus Holz erbaut, wird seit einem vernichtenden Brand 1763 nach westeuropäischem Vorbild auf planmäßigem Grundriß mit Häusern aus Stein wiederaufgebaut. Um 1780 Geburt der Tochter Katharina
  • 1784
    Im Februar Wechsel nach St. Petersburg. Leiter der Bronzefabrik, die der Bauhütte der Isaaks-Kathedrale angegliedert ist und sowohl für diesen Kirchenbau produziert, als auch private und staatliche Aufträge übernimmt. Parallel zu seiner Aufgabe in der Bronzefabrik arbeitet Stengel als Ingenieur bei Reparaturarbeiten an den Zarenpalästen
  • 1796
    Regierungsantritt von Zar Paul I. In der Folge Schließung der Bronzefabrik. Stengel übernimmt die Leitung der Neuordnung der zum Baukontor gehörenden Plankammer, deren Bestände vor allem die Zarenpaläste in St. Petersburg, Oranienbaum (Lomonossow) und Zarskoje Selo (Puschkin) betreffen.
  • 1801
    Regierungsantritt von Zar Alexander I. Eine Bittschrift von Fjodor Fjodorowitsch um eine neue Tätigkeit als Architekt bleibt unbeantwortet. Stengel arbeitet als Bankarchitekt in der Darlehensbank in St. Petersburg.
  • 1830 ?
    Fjodor Fjodorowitsch Stengel stirbt in St. Petersburg

Symposien

Vorträge und Symposien zu Leben und Werk

  Siehe hierzu den Artikel im Kunstlexikon Saar 

Bibliografie

  • Karl Lohmeyer: Johann Friedrich Stengel. In: Ulrich Thieme und Felix Becker: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Band 31, Leipzig 1937, S. 590
  • Adolf Klein: Die evangelische Pfarrkirche zu Niederlinxweiler. In: W. Habicht, A. Klein und K. Volz (Hg.): Das Kirchspiel Niederlinxweiler. Blieskastel 1975, S. 1-44, insb. S. 10-14
  • Hans-Christoph Dittscheid und Joachim Glatz: Jugenheim in Rheinhessen. Neuss 1982
  • Peter Michael Lupp: Die Renovierung des ehemaligen Pfarrhauses in Heusweiler. In: Zeitschrift für die Geschichte der Saargegend, 43. Jg. 1995, S. 142-165
  • Hans-Christoph Dittscheid und Klaus Güthlein: Saarbrücker Stengel-Symposion. Teil 1. In: Campus, 29. Jg., Ausgabe 4, 1999, S. 32. – Teil 2. In: Campus, 30. Jg., Ausgabe 1, 2000, S. 17
  • Der Text erschien auch in: Zeitrisse. Mitteilungen zur regionalen Kultur und Geschichte, 4. Jg. 2000, Heft 1, S. 18-21
  • Svetlana W. Kazakowa: Tätigkeit des Architekten Fjodor Fjodorowitsch Stengel in St. Petersburg. In: Werkarchiv 2000, Moskau 2001, S. 178-193 (in russischer Sprache)
  • Georgi K. Smirnov: Der Gouvernememtsarchitekt von Twer, Fjodor Fjodorowitsch Stengel. In: Werkarchiv 2000. Moskau 2001, S. 128-177 (in russischer Sprache)
  • Oranna Dimmig: Über die Herrichtung des Lorentzer Schlosses 1771 für den Einzug der Fürstinwitwe Sophie Erdmuthe von Nassau-Saarbrücken – eine gemeinsame Arbeit von Friedrich Joachim Stengel und seinem älteren Sohn Johann Friedrich Stengel. In: Bulletin de la Société d’Histoire de l’Alsace-Bossue, N° 46, 2002, S. 9-19
  • Hans-Christoph Dittscheid und Klaus Güthlein (Hg.): Die Architektenfamilie Stengel. Friedrich Joachim (1694-1787), Johann Friedrich (Fjodor Fjodorowitsch, 1746-1830?), Balthasar Wilhelm (1748-1824). Petersberg 2005. Darin:
    - Oranna Dimmig: Johann Friedrich Stengel – Fürstlicher Baumeister in Nassau-Saarbrücken von 1769 (?) bis 1774, S. 175-189
    - Georgi Smirnov: Johann Friedrich Stengel als Architekt in Twer, S. 191-209
    - Svetlana W. Kazakova-Dallmann: Zur Tätigkeit des Architekten Fjodor Fjodorowitsch Stengel in St. Petersburg, S. 211-215
  • Minoti Paul: Der Ludwigsberg. Fürstliche Gartenkunst in Saarbrücken (1769-1793). Saarbrücken 2009
  • Manfred Reinert: Die Barockbaumeister der Saarregion zwischen 1648 und 1789. Ihre Werke und Bauherren. o.O (Alsweiler) 2011, S. 125

Quelle

  • Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Archiv, Bestand: Stengel, Johann Friedrich (Dossier 9039)

Oranna Dimmig 

Leihgebühren pro Halbjahr

Privatpersonen Schüler und Studenten Praxen, Kanzleien, gewerbliche Einrichtungen und Firmen
je Kunstwerk 30 € 15 € 50 €
Künstlerplakate und Werke mit max. 40 cm Breite (ausgenommen Skulpturen) 15 € 10 € 25 €

Für alle Entleiher gilt: