Institut für aktuelle Kunst

Heinrich Popp (Foto: Archiv Institut für aktuelle Kunst im Saarland)
Wortsegel, Denkmal für Poesie, 1997-2005, wetterfester Stahl S235 J 2 W, Höhe 13 m, Tholey-Sotzweiler
Wasserläufer, Farbholzschnitt, 1993, 100 x 70 cm
o.T., 2000, Holzdruck, Teil einer Reihe, schwarz auf weißem Bütten, ca 180 x 130 cm und Druckstock
o.T., 2000, Holzdruck, Teil einer Reihe, schwarz auf weißem Bütten, ca 180 x 130 cm
o.T., 2000, Holzdruck, Teil einer Reihe, schwarz auf weißem Bütten, ca 180 x 130 cm

Popp, Heinrich

Grafik-Designer
geboren 1944 in Sotzweiler/Saar
Kategorien: Design, Grafik

Künstler und Werk

„Holzschnitte“ - Neben dem direkten Arbeiten auf Trägermaterial, malen und zeichnen, interessiert mich in besonderer Weise der indirekte bildnerische Prozeß. Das Kalkulierbare und das Zufällige. Die Gesetzmäßigkeiten von Materialien und Arbeitsabläufen schränken ein, machen aber auch verlockende Angebote. Es ist das Arbeiten an sich, das mich, gerade in der heutigen Zeit der sich verflüchtenden Bildwelt, die sich fast deckungsgleich mit der Flüchtigkeit menschlichen Daseins bunt und aufdringlich zeigt, deren Urheber ihren schönen Schein aber dennoch konserviert wissen wollen (paradox!), besonders antreibt.

Das Reproduzieren und Herstellen von Auflagen war ebensowenig der Anreiz für meine freie künstlerische Arbeit (seit der Erfindung und dem Einsatz moderner Reproduktionstechniken anachronistisch!) wie der klassische Holzschnitt. Auch nicht das Kunstgewerbliche der sogenannten Künstlerischen Druckgrafik. Es ist, bei den neuen Arbeiten, das Abnehmen flächiger Bilder von räumlichen Gebilden und gewachsenen Körpern.

Das, was mich zu Beginn meines Studiums, bevor sehr vielfältige, illustrative, farbige Holzschnitte entstanden sind, bereits 1963 fasziniert hat, Holzmaserungen, Wachstumsstrukturen, Texturen, habe ich wieder aufgegriffen, und ich begreife es doch nicht so recht. Entschädigt werde ich dafür durch Bilder, die unter meinen Händen durch Ertasten und Abdrucken entstehen; von Bäumen, von Holzblöcken, Brettern und unendlichen Kombinationsmöglichkeiten davon. Das Bild ist die Visualisierung von Arbeitsprozessen unter Berücksichtigung von Materialgesetzen. Es ist nicht das Abbild (seitenverkehrtes Negativ) eines Druckstocks. Auch darin unterscheidet es sich vom klassischen Holzschnitt. 

Heinrich Popp

 

Biografie

  • 1944
    geboren in Sotzweiler / Saar
  • 1963-67
    Studium bei Oskar Holweck und Robert Sessler an der Staatlichen Werkkunstschule Saarbrücken, Abschlußdiplom als Grafiker
  • 1969-73
    Grafik-Designer in Forschung, Wirtschaft Grafik-Designer in Forschung, Wirtschaft und Technik u.a. bei Messerschmitt-Bölkow-Blohm, München (jetzt DASA), Teamarbeit, Entwicklung und Präsentation eines Corporate Design für den Mehrzweckhubschrauber BO 105, Entwicklung der Grundlagen für ein Corporate Design des Gesamtkonzerns, z. B. Informationsdrucksachen für den BO 105, den Airbus, Magnetschwebebahn, Raumfahrtprojekte (Sonnensonde „Helios“, „Azur“, „Heos“) u. a.; Ausstellung „DESIGN ´71“ in München, Präsentationen und Messestände: Luftfahrtschau Hannover, Aero Salon Paris, Fachmessen in Frankfurt, Düsseldorf, München, Barcelona (Preis für den besten Messestand)
  • ab Herbst 1973
    tätig für CREA, Werbeagentur in Neunkirchen, Konzeption und Gestaltung von Werbemaßnahmen im Bereich Konsum- und Investitionsgüterindustrie
  • 1973-79
    Lehrauftrag an der Fachhochschule der Saarlandes, Fachbereich Design, Zeichnen und Entwerfen in der Studienrichtung Grafik, „Entwurf“ – Projekte u. a.: zusammenfalt- und steckbare Messestände aus Wellpappe
  • 1979-89
    Professor an der Fachhochschule des Saarlandes, Vermitteln von Grundlagen der Visuellen Kommunikation, Themen der Probevorlesungen: „Produzieren von assoziativ tauglich Zeichen“; „Zeichnen als Grundlage visueller Kommunikation“, Entwickeln von Methoden zur Anwendung von Lehrinhalten der Grundlehre im Studiengang „Visuelle Kommunikation“; Prüfen von Grundformen als Zeichen oder Zeichenkombination auf ihre assoziative Tauglichkeit (Video); mit D. Adt verantwortlich für den Studiengang „Grafik-Design“, Ausbau von Zeichenunterricht und Illustration, Reportagezeichnen (ab 1985 regelmäßige Zeichenrepotagen mit Studenten über „Perspéctives du théatre Français“; Gestaltung von Festivalzeitungen); Plakatwettbewerb für „Intermarionett“; Zeichenrepotagen bei Studienaufenthalten in Lurs, Aletschgletscher (Berner Oberland), Luberon, Walzstraße „Saarstahl“ in Völklingen, Halberger Hütte „Saarberg“ - Lehrstollen, Freiere Experimente mit Studenten, u. a. Manipulationen an eigenen Fotografien, „Tarnung – Enttarnung“; Regelmäßiger Unterricht im Aktzeichnen, Entwicklung und Einführung neuer Lehrmethoden, Einführung von Semantik als Pflichtfach
  • 1989-91
    Lehrauftrag an der Hochschule für Technik und Wirtschaft, Zeichnen im Fachbereich Architektur
  • 1989 - 2009
    Professor an der HBKsaar
  • 1993-97
    Prorektor, Künstlerisch/gestalterische Basisarbeit, Schwerpunkt u.a. Mediengerechte Visualisierung
  • 2003 - 2009
    Leiter des "Basisinstituts" (Grundlagen der Gestaltung und der Kunst) an der HBKsaar

Einzelausstellungen

  • 1989
    „Steellife – Stillife“, Geologisches Museum Saarbrücken
  • 1990
    Internationaler Semiotik – Kongress Passau, Vortrag und Ausstellung
  • 1993
    "POPP Holzschnitte 1963-1993", Museum St. Wendel
  • Ausstellung im Saarlandhaus der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel (Bomen - nieuwe hourtsneden)
  • 1999
    „Heinrich Popp – Malerei“, Galerie Hanstein, Saarbrücken
  • 2000
    „Holzschnitte“, Museum im Bürgerhaus Neunkirchen
  • 2002
    „Heinrich Popp – Holzschnitte“, Kunstverein Dillingen
  • 2010
    "Gerd Naudorf Holzobjekte, Heinrich Popp Zeichnungen und Malerei", Museum Schloss Fellenberg, Merzig

Ausstellungsbeteiligungen

  • 1971
    "Design bei MBB", in München
  • 1987, 1989
    "Kunst-Szene-Saar", Landeskunstausstellung
  • 1987
    Galerie im Zwinger, St. Wendel
  • 1990
    Sommerausstellung `90. „Arbeiten auf Papier“, Museum St. Wendel
  • 1991
    "Skulpturen, Objekte, Installationen", Museum St. Wendel
  • 1992
    "St. Wendel", Museum St. Wendel
  • 2000
    Landeskunstausstellung
  • 2001
    "Poesie der Farbe", Galerie St. Johann, Saarbrücken
  • 2002
    "Vitale Stahlindustrie" – Zeichnungen aus der Dillinger Hütte, u. a. mit Studierenden der HBK saar
  • 2009
    "20 Jahre HBKsaar-Druckgrafiken aus dem Atelier von Prof. Sigurd Rompza und von Gästen", Galerie St. Johann, Saarbrücken
  • 2017
    "Saarart11", Lehrwerkstatt, Saarbrücken-Burbach

Projekte

  • 1988/90
    "20 Jahre HBKsaar-Druckgrafiken aus dem Atelier von Prof. Sigurd Rompza und von Gästen", Galerie St. Johann, Saarbrücken

Werke im öffentlichen Raum

  • "Wortsegel  -  Denkmal für Poesie", wetterfester Stahl S235/2W, Höhe: 13 m, Entwurf: 1997-2004; offenes Gelände bei Sotzweiler/Saar

Bibliografie: Eigene Schriften

  • François Burkhardt, Heinrich Popp: Dorfgesichter – Scheuern. Schriftenreihe der Hochschule der Bildenden  Künste saar, Band 2a. Saarbrücken 1994
  • Gestaltung und Manipulation. Entwicklung der Grafiker-Ausbildung an den Kunstschulen im Saarland von 1946-1960 - und ein Blick nach vorne.  In: "Mehr als nur Reklame". Ausstellung Historisches Museum Saar. Saarbrücken 1995
  • 1999 „Wort für Wort“ – Zeitung für Lyrik. Bisher 3 Ausgaben (in der Sammlung der Schiller-Stiftung Marbach)

Bibliografie: Monografien

  • Popp – Holzschnitte 1963-1993.  Museum St. Wendel. St. Wendel 1993

Bibliografie: Sammelschriften

  • Kunstszene Saar. Landeskunstausstellung1987. Moderne Galerie des Saarlandmuseums. Saarbrücken 1987
  • Kunstszene Saar: Landeskunstausstellung 1989. Bürgerhaus Neunkirchen. Saarbrücken 1989
  • Sommerausstellung 1990. Arbeiten auf Papier. Museum im Mia-Münster-Haus, St. Wendel. (Katalog). St. Wendel 1990
  • Sommerausstellung 1991. Skulpturen. Objekte. Installationen. Museum St. Wendel, Mia-Münster-Haus. St. Wendel 1991
  • Erinnerungen. Design für Städte und Gemeinden des Saarlandes. Schriftenreihe der Hochschule der Bildenden Künste Saar. Band 2. Saarbrücken 1991
  • Sommerausstellung1992. „St. Wendel ... Straßen gehen viel zu der Stadt.“ Museum St. Wendel, Mia-Münster-Haus. St. Wendel 1992
  • Museum St. Wendel 1989-1994. 5 Jahre Mia-Münster-Haus, eine Collage. Museum St. Wendel, Mia-Münster-Haus. St. Wendel 1994
  • Jo Enzweiler, Heinrich Popp (Hg.): Der Zaun. Visign und Totentanz. Saarbrücken 1993
  • Kunstszene Saar – Visionen 2000. Künstlerische Positionen am Beginn des 21. Jahrhunderts. Saarbrücken 2000
  • Künstler zeigen Künstler. Saarländisches Künstlerhaus. Saarbrücken 2003/2004
  • Heinrich Popp, Benno Rech (Hg.): „Wortsegel“, Zeitung mit Texten und Bildern zum Denkmal für Poesie. Merzig 2005
  • Jo Enzweiler (Hg.): sichtbar machen - Staatliche Kunstschulen im Saarland 1924-2004. Saarbrücken 2006
  • Museum St. Wendel, Stiftung Dr. Walter Bruch (Hg.): Saarart11. Redaktion: Eva Dewes, Cornelieke Lagerwaard, Friederike Steitz. St. Wendel 2017, S. 198, 199


Homepage / Quelle

Quelle

  • Institut für aktuelle Kunst im Saarland, Archiv, Bestand: Popp, Heinrich (Dossier 877)

Redaktion: Michael Jähne