Wer hat ihn noch nicht gewagt: Den Blick aus dem Fenster? Für jede*n ist er verschieden. So zeigen auch Künstler*innen durch ihre Werke ihren individuellen Blick auf die Welt hinter der Fensterscheibe. Dabei kann das Fenster einen tatsächlichen Rahmen darstellen oder ein Symbol für das Sehen der Künstler*innen sein. Manche von ihnen lassen uns durch einen konkreten Rahmen blicken, während bei anderen nur durch Reflektion der Betrachtenden die künstlerische Sicht auf die Welt entschlüsselt werden kann.
Und wer weiß, vielleicht entdecken auch Sie in der Kunst ganz individuelle, neue Blicke auf die Welt. Einige Impulse liefern die in diesem Album zusammengestellten Arbeiten mit ihrer Vielfalt von Fenstern, durch die Sie von Ihrem Fensterplatz aus neue Welten erblicken können. Und halten Sie die Augen offen – nicht nur hier gibt es Fenster zu entdecken!
Kathrin Brinkmann und Nadine Kiefer,
Studierende des Masterstudiengangs Kulturmanagement an der htw saar, Saarbrücken, SS 2024
Redaktion: Petra Wilhelmy
Ein Blick in das Venedig des Jahres 1993 gewährt uns Petra Jung mit einer Arbeit, die während einer Exkursion zu Studienzeiten entstand. Ganz anders als in ihren heutigen, naturnahen Objekten stellt sie hier die Atmosphäre eines städtischen Gässchens dar. Aus dem Dunkel der schmalen Gasse blickt man in eine offene, lichtdurchflutete Häuserschlucht. Man meint fast, selbst durch das Sträßchen hindurchzugehen. Obwohl das Bild beengt wirkt, offenbaren sich viele Details. Lässt man den Blick schweifen, so entdeckt man diverse Kleinigkeiten, die die alltägliche Normalität des Dargestellten umso authentischer abbilden.
Jan Součeks Radierung versetzt die Betrachtenden in eine düstere surrealistische Stadtlandschaft. Aus einer dunklen, engen Großstadt ragen helle Inseln. Sind sie Zufluchtsorte für alle, die sich aus der Düsternis retten? Oder stellen sie bewusste Abschottung und unüberbrückbare Differenzen zwischen den Lebenswirklichkeiten dar? In beiden Fällen spiegelt sich die dystopisch-fantastische Darstellungsweise des Künstlers wider, sichtbar gemacht in der anachronistischen Vermischung verschiedener Stilformen. In architektonischer Hinsicht fällt dahingehend die Gegenüberstellung von kathedralenartigen Bauten und blockartigen Wolkenkratzern auf.
| Privatpersonen | Schüler*innen, Studierende | Praxen, Kanzleien, gewerbliche Einrichtungen und Firmen | |
|---|---|---|---|
| je Kunstwerk | 50 € | 30 € | 80 € |
Für alle Entleiher gilt: